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Dienstag, 24. Januar 2023

Homöopathie - drei schwach inkarnierte Sensibelchen

Dieser Artikel vergleicht drei homöopathische Arzneipersönlichkeiten, welche folgende Gemeinsamkeit haben: Dünne Aura; daher empfindlich gegen Kälte und Zugluft; rückzugsbedürftig, schutzbedürftig, mit einer Scheu vor der Welt


Rheinbrücke in Köln - Hier regiert Neptun, der Wassergott :)

Abrotanum


Es handelt sich um die Eberraute, also eine Arznei aus der Welt der Pflanzen. Diese Arznei finden wir in den Rubriken “Anämie”, “Durchfall” und “Nasenbluten.” Erfasst man das Gemeinsame dieser Befindlichkeiten, dann verrät es uns eine Scheu vor dem Leben - ähnlich wie ein Pferd vor der Hürde scheut. Der Patient hätte vollkommene, lebenslange Hülle gebraucht, aber er wurde schutzlos in die Kälte der Welt geworfen.

Diese finden wir in der nächsten Rubrik. Murphy schreibt: “Kalte Luft verursacht ein Roheitsgefühl in den Atemwegen.”

Er ist also ein Patient, der lieber noch ein wenig in der warm umschließenden Gebärmutter geblieben wäre. Er erschreckt sich so leicht, dass er sofort zittert. Solch ein Symptom ist sehr belastend, auch weil es das Selbstbewusstsein beschädigt. Ein konstitutioneller Abrotanum-Patient wird der Heilpraktikerin über alle Maßen dankbar sein, wenn seine Geräuschempfindlichkeit durch das Mittel gesenkt werden kann. (Alle zitierten Rubriken sind aus dem Murphy, S. 6 f. - siehe unter Literatur)


Corallium rubrum


Meister Boericke schreibt auf Seite 235: “Patient hat das Gefühl als passiere kalte Luft durch seinen Schädel und die Luftwege. Es ist ihm zu kalt wenn er unbedeckt ist, aber zu warm mit Bedeckung (...). Die Kopfschmerzen werden schlimmer wenn er kalte Luft durch die Nase einatmet.”

Es wäre am besten wenn dieser Corallium-Typ in den Winterschlaf ginge, … aber Scherz beiseite. Die kalte Luft ist ein Symbol für die kalte Welt da draußen, die er nur mit Überwindung und viel Durchhaltevermögen konfrontieren kann. Das Rückzugsbedürfnis ist ein Merkmal vieler Meeres-Arzneien. Sie haben, wie auch Corallium, schwache Abwehrmechanismen und gehören zu jenen, welche allein im Auto FFP2-Maske tragen, aus Angst der Wackeldackel könne sie anstecken :)


Ozon


Ozon ist ein Schön- und Feingeist, der sich in der Elbenstadt Bruchtal sehr wohl fühlen würde. Er ist fasziniert von Häusern aus Kristall und Marmor. In dieser elitären Zauberwelt braucht er viel Schutz.



Ein Beispiel für die Zauberwelt des Ozon-Typs

(Foto: instagram, Account siehe oben links)



Roger schreibt in seinem Repertorium auf Seite 208: “Er träumt er säße auf der Toilette und die Tür öffnet sich immer wieder.”

Er hat also keine Privatsphäre - Rückzug unmöglich.

Ozon hat eine sehr dünne Aura.

In Rogers Repertorium steht auf Seite 58: “Hat eine Aversion gegen Wind.”

Der Wind ist das stärkste Element und der Patient fürchtet, er könne dem nichts Substanzielles entgegensetzen. Dabei sollten wir verständnisvoll in Betracht ziehen, dass es sich bei Ozon um eine 'Gas-Persönlichkeit' handelt. Sie muss damit klarkommen, dass sie zwar einen Körper besitzt, sich selbst aber als “feinstofflich” wahrnimmt.


Literatur: Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind - William Boericke: Homoeopathic Materia Medica & Repertory - Robin Murphy: Klinische Materia Medica

Freitag, 9. Dezember 2022

Dünnhäutigkeit und fünf passende Arzneien

Gestern erzählte mir ein Bekannter, er habe sich eine Trigeminus-Neuralgie zugezogen. Er ist ein sympathischer Senior, mit knackigen Sprüchen. Wenn ich solche Typen kennenlerne, dann weiß ich, dass sie etwas verbergen, nämlich Ihre Sensibilität :)

Wir wollen uns fünf Arzneien anschauen, welche in folgender Rubrik gelistet sind: “Kalter Wind löst eine Trigeminus-Neuralgie aus.” Dabei werden wir fünf Charaktere kennenlernen, die sehr mit ihren Mitmenschen verbunden und daher keineswegs “harte Hunde” sind.


Aconit-Blüte
Foto: Ballyrobert Gardens

Aconitum napellus (Blauer Eisenhut)


Das irdische Leben beginnt oft erst richtig, wenn etwas dazwischen kommt. Dann erfahren wir wer wir eigentlich sind. Manchmal entwickelt sich eine Pathologie nach einem Unfall. Die Aconit-Pathologie entsteht nach der Überwältigung durch einen Schock, der direkt ins Innere des Betroffenen vordrang. (Typisch wäre das Beobachten eines Unfalls.) Dieses Ereignis ist ein Augenöffner. Es weist den Betroffenen darauf hin, dass er eigentlich dünnhäutig ist, sonst hätte ihn das Ereignis nicht derart penetriert.


Causticum


Doktor Hahnemann entwickelte einen Ätzkalk, den er Causticum nannte. Es handelt sich um eine Arznei-Persönlichkeit, die sich in Projekten für andere Menschen aufreibt und im Extremfall aufopfert. Wenn sie nicht rechtzeitig “die Reißleine zieht”, dann verstreut sich ihre mitfühlende Seele in alle Winde und wird psychotisch. 


Magnesium phosphoricum


Alle Magnesium-Typen haben ein gewisses bis starkes Verlorenheitsgefühl. Der krankheitsauslösende kalte Wind erinnert bei Magnesium an einen Wald, in welchem der Betroffene glaubt sich verirrt zu haben. Der kranke Magnesium-Typ flattert wie eine Gebetsfahne im Wind, der gesunde bleibt zwar sensibel, ist aber wieder stabilisiert.


Phosphor


Phosphor-Typen sind im Extremfall weniger wie Menschen aus Fleisch und Blut wahrzunehmen, sondern eher wie dreidimensionale Projektionen eines Spezialgerätes. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Bei diesem Substanzmangel hat der Wind leichtes Spiel. 


Silicea


Kieselsäure-Menschen sind zwar zäh, aber feinsinnig und feinfühlig. Sie haben feines Haar, sind meist blond. Angelehnt an die Originalsubstanz könnte man sagen: Sie sind wie durchsichtige Kristalle. Über diese kälteempfindlichen Menschen wird hier und da kolportiert, man habe sie auch im Hochsommer schon mit Mütze gesehen :)


Anmerkung: Gern möchte ich die hierzu passenden astrologischen Bausteine nachreichen, auf welche ich in einem gesonderten Artikel noch eingehe: Sonne und Mond im 12. Haus; Neptun im 1. Haus; Aszendent Waage, sowie Sonne im Aspekt zu Neptun

Freitag, 18. November 2022

Homöopathische Tierkinder

In der Homöopathie werden auch Arzneien aus Tieren angewendet. Wir wollen uns in diesem Artikel anschauen wie Menschen sind, welche auf Tierarzneien wie zum Beispiel Käfer, Alligator oder Schlangen passen. Ich möchte das Thema eingrenzen und nur Kinder beschreiben, kurz homöopathische “Tierkinder."




Es gibt Familien, in welchen gleich der ganze Nachwuchs aus homöopathischen “Tierkindern” besteht. Hier geht es hoch her; die Eltern brauchen ein “dickes Fell”, nicht nur um das sehr hohe Energieniveau der Kleinen auszuhalten. Sie müssen auch sehr aufpassen wie sie die Ausübung ihrer Macht fundiert begründen, denn die Kinder “sind nicht auf den Mund gefallen” und werden nachfragen, wenn sie sich durch hohle Dogmatik verladen fühlen:


Ein Urteilsvermögen, das dem Alter voraus ist


Das Alligator-Kind ist hellwach, auch weil es sich “die  Dummheit anderer Menschen vom Leib halten muss.” Dumme Antworten kontert es mit schnippischen Kommentaren 1).

Das Mantis-religiosa-Mädchen - das ist die Gottesanbeterin - besitzt eine scharfe Intelligenz. Es hat ausdrucksvolle Hände, die im Zuge seiner bissigen Urteile fest zupacken 2).

Der Tyrannosaurus-Junge wird als geistesgegenwärtig und scharfsinnig beschrieben. Er hat überhaupt keine Furcht vor Autoritäten 3).


Das Gespür für Macht


Über den europäischen Skorpion finden wir die Beschreibung: “Eigensinnige Kinder mit starkem Unabhängigkeitsstreben.” 4)

Homöopathische Tierkinder haben etwas gegen Unterordnung. Sie werden eine Autorität notgedrungen nur dann akzeptieren, wenn sie authentisch ist und nicht vorgespielt. Sie würden das sofort durchschauen und den entsprechenden Erwachsenen bloßstellen.


Wettbewerb, Kampf und Durchsetzung


Homöopathische Tierkinder sind anstrengend, nicht nur durch ihren Machtanspruch, sondern auch durch ihr hohes Energieniveau, welches ihnen erlaubt, ständig Bereitschaft zum Kampf zu signalisieren. Sie brauchen den Sieg. In frühen Jahren sind sie schlechte Verlierer. Das gibt sich später.


Eifersucht, Schönheit und Sexualität


Die Legende um den Pferdemenschen Chiron - geboren mit klugem Kopf, aber auch mit dem Triebanteil des Pferdes - zeigt uns sehr schön, wie prägend und zugleich schwierig eine starke Libido ist. Sexueller Magnetismus spielt bei Tierarzneien oft eine Rolle. Speziell Schlangenkinder haben schon früh ein Gespür für Verführung, nicht nur erotisch, sondern ganz allgemein. Sie lieben es, ihre Mitmenschen zu etwas zu überreden, sie subtil und ebenso machtvoll zu führen. Ich greife zwei Beispiele heraus.

Tierarzneien bieten die ganze Bandbreite an großer Leidenschaft, zum Beispiel beim Skorpion Androctonus (“Beschwerden durch enttäuschte Liebe” 5) bis zu “sexuellem Missbrauch”, typisch für den Käfer Cantharis 6).


- - - 


1) AMCH: Proving Summary of Alligator miss., at

http://www.amcofh.org/alligator-mississippiensis

2) Cynthia Shepard: Go right in and chew him an new head. A case of Mantis religiosa in: 

www.interhomeopathy.com - July/August 2012

3) Mangialavori: Die Schlangen in der Homöopathie, S. 164

4) Eberle/Ritzer: Arzneimittellehre Teil I, S. 324

5) Zandvoort: Complete Repertory Mind, S. 12

6) Helfferich: Heilen mit Homöopathie, S. 109

Plutonium nitricum und die "Letzte Generation"

Das Periodensystem der Elemente ist durch Jan Scholten jetzt auch für die Homöopathie zugänglich.

Schauen wir auf die 1. Serie. Sie ist ganz oben notiert. Da gibt es 2 Mittel, Wasserstoff und Helium. Mein Lehrer sagt, die beiden Stoffe entsprechen dem Ungeborensein. In der nächsten, der Carbon-Serie, finden sich Kindermittel und in der 3. Serie solche Mittel für die Zeit der Jugend. Die folgende Eisenserie beschreibt Persönlichkeiten, die abhängige Arbeit verrichten. Folgerichtig umfasst die Silber-Serie Selbständige, wie Künstler. Wir gehen in der Hierarchie noch höher: In der Goldserie geht es um die Macht. Hier finden wir die Arznei-Persönlichkeiten unserer Eliten.

Die 7. Serie hat eine Besonderheit, denn sie enthält in einer Art Seitenschleife die Actinide. In diesem Artikel schauen wir uns aus dieser Gruppe Plutonium nitricum an, mit seinem überpersönlichen Thema #Mutter_Erde. Als anschauliches Beispiel dient uns die *Letzte Generation.*




Sendungsbewusstsein und eine Wahnidee


Manche Menschen fühlen, dass sie auf die Erde gesandt wurden um etwas Bestimmtes zu tun, zum Beispiel ihre Mitmenschen aufzurütteln. Die Bewegung *Letzte Generation* möchte das Leben für die nächsten Generationen sichern. Deshalb blockieren sie die Blutbahnen des Kapitalismus, nämlich Straßen, um größtmögliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nach allem was ich recherchiert habe, gehen sie nicht nur davon aus, dass wir uns schon bald die Lebensgrundlagen entziehen - sie sehen auch Mutter Erde innerhalb von 80 Jahren sterben, wenn wir nicht sofort handeln. Nach allem was ich herausfinden konnte ist das eine Wahnidee. Ich habe sie beim Homöopathen Harry van der Zee in “Die Geburt - Eine Reise durch die Miasmen” auf Seite 143 entdeckt:


“Wahnidee - sieht die Erde explodieren”


Wenn Atlantis und Lemuria nicht nur Legenden, sondern auch Fakt sind, dann hat Mutter Erde schon mindestens zwei Hochkulturen überlebt und ich sehe keinen Grund warum sie an mehreren Grad Temperaturerhöhung sterben sollte!


Wutanfälle und das gesunde Mittelbild von Plutonium nitricum


Das gesunde Mittelbild beschreibt “sehr starke Individuen”, die ihre Kraft aus einem “sehr starken Sexualtrieb” beziehen (beides siehe Jeremy Sherr in: www.system-sat.de/plutonium_nitricum_anhang_htm). Ihre “Wutanfälle” (Repertorium Synthesis von 2009, Seite 251) haben sie inzwischen hinter sich gelassen. Eine große Gelassenheit hat sich in ihnen ausgebreitet; sie können ihre “Gefühle großer Liebe zur Erde” (van der Zee: gleiche Quelle, Seite 143) erweitern um ihre Mitmenschen, die noch nicht so weit sind wie sie. Erste Schritte in das gesunde Mittelbild können wir bei *Letzte Generation* inzwischen beobachten. Sie haben aus der aktuellen, massenhaften Ablehnung ihrer Aktionen gelernt.

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Lachesis - Welcher Mann passt zu ihr?

Das große Schlangenmittel Lachesis wird gern Frauen zugeordnet. Zumal eine Heilerorganisation von Frauen sich nach ihr benannt hat. Wir wollen in diesem Artikel schauen, welche drei Männer-Typen zu dieser faszinierenden Frau passen:

Der Mann der zwei Gesichter


Bertold Brecht schrieb “Der gute Mensch von Sezuan.” Er beschrieb darin einen Menschen mit zwei Gesichtern. Dieser Dualismus ist typisch für viele homöopathische Schlangen, so auch für Lachesis. In diesem Menschen mit Zwillinge-Mars findet Lachesis einen kongenialen Partner, der ihre spezielle Seelenlage versteht - weil er im Prinzip genauso ist. Das schafft Vertrauen - eine Fähigkeit, die Lachesis überhaupt nicht hat und daher mühsam lernen muss! Dieser Mann kann sie täglich neu überraschen, er ist lustig und eine Mélange aus schelmisch und bösartig. Er kann sie subtil auf die Schippe nehmen und nimmt es nicht krumm, wenn sie ihn anzischt, weil er es übertrieben hat.


Der souveräne König für eine Königin


Tier-Persönlichkeiten gelten als selbstbewusst, auch weil sie sich gut zur Wehr setzen können. Doch das Selbstgefühl einer Lachesis ist anfällig. Sie braucht - nicht nur in diesen Situationen - einen Mann an ihrer Seite, der sie nach Demütigungen aufbaut und der selbst einen unerschütterlichen Kern hat - einen Mann mit dem Mars im Löwen. 


Vulkanausbrüche haben es so an sich, dass "es knallt."


Die “Bestrafung” erfolgt im Bett


Die Lachesis-Dame ist ein "Hormon-Tornado." Sie bringt es durchaus fertig, den Mann vor den Kindern anzuschreien, vor den Menses. Die Menses sind nicht etwa die spanischen Nachbarn, die das Fauchen ungewollt mitbekommen, sondern die “roten Tage” im Unterleibe. Die Gebärmutter ist der Brennstab im Atomkraftwerk, genannt Lachesis. Ein Skorpion-Mann weiß nicht nur aus eigener Erfahrung was extreme Gefühle sind, er weiß auch, dass alle isländischen Vulkane nach Mädchennamen benannt sind. Sollte Lachesis ihre Vorwürfe übertrieben haben, dann erwartet sie unbewusst, dass sie im Bett für ihre “Unartigkeit” bestraft wird. 


"Lachesis liebt das Subtile in der Sprache und die Härte im Bett." -- Andreas Krüger

Samstag, 18. Dezember 2021

Homöopathie - Ein Adonis vernalis Kurzportrait

Das Adonisröschen ist ein kleines Mittel, das bei Doktor Boericke auf etwa eine Buchseite passt (Seite 12 f. Alle Rubriken im folgenden Blog-Artikel stammen aus seinem Werk Homoeopathic Materia Media & Repertory). Wir schauen uns jetzt die Psychosomatik einer Arznei an, deren massiver Schwerpunkt auf dem Herzen liegt. Was hat dieser Mensch auf dem Herzen? Unser zentraler Muskel ist ein Symbol für das Selbst. Im Folgenden ein Ausschnitt aus den Indikationen dieser Arznei:

+ Chronische Aortitis
+ Rheumatische Endokarditis
+ Präkordialer Schmerz
+ Palpitationen
+ Herzasthma
+ Myokarditis, sowie ...

+ Flaues Gefühl im Magen.


Die beiden Herzhälften - (Eigenes Bild)
Bitte anfragen, falls Sie das Bild verwenden möchten!


Diese Liste zeigt einen Menschen, der Angst vor Selbstauflösung hat. Er befürchtet sein Selbst könne sich in alle Bestandteile auflösen. 
Das Epigastrium ("flaues Gefühl") ist ebenfalls ein Symbol für das Selbst. Wir haben bei Adonis also gleich zwei schlüssige Hinweise für ein schwer verletztes Selbst.

Das Selbstgefühl ist schwach und das führt uns zur nächsten Rubrik:

+ Kopf fühlt sich leicht an.

Der Kopf ist als Portrait (bestes Beispiel: Passfoto) ein weiteres Symbol für unser Selbst. Fühlen wir uns aber als Leichtgewichte, dann nimmt man uns nicht mehr ernst (übrigens auch ein Grund warum manche Übergewichtige ungern abnehmen :). Das leichte Selbst produziert nun Schmerzen, um sich überhaupt zu spüren. In Abwandlung eines berühmten historischen Spruches könnte man sagen:

"Ich habe Schmerzen, also bin ich!"

Die Arznei Adonis vernalis hat gleich drei Indikationen, in welchen Wasseransammlungen eine Rolle spielen. (Auch das ist sehr selten):

+ Hydrothorax
+ Aszites
+ Extremitätenödeme

Der Körper des Patienten ist ein einziger Wasserballon - symbolisch gefüllt mit schweren Lebensenttäuschungen, über welche er aus Kraftlosigkeit und Scham heraus immer schwieg. Die Arznei kann helfen die Schicksalsschläge aufzuarbeiten. Dann kann ein Teil des gespeicherten Wassers abfließen und den Organismus entlasten.


Samstag, 20. November 2021

Homöopathie - Prunus spinosa

Das kleine Mittel Prunus spinosa ist bei Dr. Boericke auf Seite 532 seines Werks <Homoeopathic Materia Medica and Repertory> verzeichnet. In diesem Blogartikel versuche ich mich an einem Kurzportrait dieser Arznei.

Foto: Wikipedia

Das Mittel hat einige heftige Symptome im Kopf, zum Beispiel “Explodierende Schmerzen im rechten Augapfel.”


Das Auge ist dem Zeichen Löwe zugeordnet. Der Löwe wird von der Sonne regiert. Astronomisch ist sie die Wärmequelle vieler Planeten. Ihr lebensspendendes Feuer hat jedoch als dunkle Seite etwas “Explosives.” (Das können wir spektakulär an den Koronaren Massenauswürfen sehen, wenn die Sonne aus ihren Flecken heraus speit, was so ausschaut als würde sie explodieren.)


Der explodierende Schmerz bei Prunus entsteht, wenn die Betroffenen ihr Feuer der Liebe und der Herzlichkeit, welches sie in sich tragen, nicht in ihrer Gänze akzeptieren, sondern die dunkle Seite verdrängen, zum Beispiel Wut. (Prunus spinosa ist ein Rosengewächs und Rosen sind die Symbole der Liebe schlechthin, nicht nur durch ihren betörenden Duft.)


Ein weiterer Fokus des Mittels ist die Blase. Dr. Boericke schreibt:


“Muss lange pressen bis der Urin kommt. Dann strömt er bis vor zur Penisspitze (Glas penis), um zurück zu schlüpfen. Harter, knolliger Stuhl, mit Schmerzen im Enddarm.”


Unsere Körperflüssigkeiten sind Symbole für Gefühle. Das entspricht astrologisch dem Mond. Wenn wir den Urin nicht herausbekommen, dann bekommen wir unsere Gefühle nicht heraus.


Personen, die zu Rosengewächsen passen, haben starke Gefühle. Das kranke Mittelbild der Arzneien zeigt, dass sie mit der <Flut ihrer Gefühle> nicht klar kommen; sie wollen nicht von ihnen überwältigt werden. Legen wir eine Schippe drauf, damit es deutlicher wird: Harter Stuhl ist ein Symbol für eine sich selbst verordnete Hartherzigkeit. Die finden wir sehr schön im Zeichen Steinbock wieder.


Kommen wir zum Schluss. Dr. Boericke schreibt: “Gefühl als seien die Fingerspitzen gefroren.”


Fingerspitzen haben viele Nerven. Sie sind deshalb die Zonen der Begegnung schlechthin. Sind sie kalt, dann wollen wir - mehr oder weniger unbewusst - keinen engen Kontakt herstellen, ja wir befürchten sogar, dass wir infolge dieses Kontaktes arge Scherereien bekommen oder in ein Unglück stürzen.


Die homöopathische Gabe von Prunus spinosa hilft uns authentische, warmherzige Kontakte herzustellen, welche unsere Integrität und die des Gegenübers wahren. Das erscheint widersprüchlich. Wie dürfen wir uns das vorstellen? Als würde ein Hanseat uns siezen, aber auch mit dem Vornamen ansprechen. Das zeigt Distanz und gleichzeitig Vertrauen. (Das Umgekehrte finden wir im Mittelbild von Hyoscyamus, wenn die Kassiererin ins Ladengeschäft ruft: "Frau Müller, ich hab hier ein Problem, kannst Du mal kommen! :)

Samstag, 13. November 2021

Die TOP-10 meiner Twitter Beiträge

Seit 10 Jahren bin ich bei Twitter und kommentiere das politische und gesellschaftliche Leben, dazu gibt es Astrologisches und Homöopathisches. Sie lesen jetzt meine TOP 10 der zeitnahen Tweets.


Gesehen in Karlsruhe (Eigenes Bild)


Argentinische Heidelbeeren im Bio-Supermarkt! 

Das ist ungefähr so als könnte man im Vatikan Pornohefte kaufen. (30. Sep.) 


Das Alte Testament ist ein schlecht gemachtes Märchen. Ein Gott, der ständig auf sein Volk wütend ist, das er doch selbst erschaffen hat. Wenn ich Universale Mutter wäre, ich hätte mich längst von diesem Wutnickel scheiden lassen. (10. Okt.)


Die 3G-Regel bedeutet ausgeschrieben: Gerupft, gebraten, gegessen (15. Okt.)


Ich bin gespannt wann das erste klimaneutrale Kind geboren wird?! Können wir das im Todesfalle auch in der gelben Tonne entsorgen? (18. Okt.)


Der chinesische Immobiliengigant Evergrande hat 300 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten. Sind Bordellbesuche für verdiente Mitarbeiter in China so teuer? (22. Okt.)


Man ersetze in jeder Gesetzesänderung den Passus “... zum Schutz der Bevölkerung” durch “zum Schutz der Politiker-Karrieren” und dann kommen wir der Wahrheit schon ein Stück näher (27. Okt.)


Leute mit Mond im Steinbock wurden als Kinder mit der Grillbürste gekämmt. Wie geht es eigentlich Karl Lauterbach? (30. Okt.)


In der Schnittmenge von Human- und Veterinärmedizin liegt faul der “Innere Schweinehund.” (5. Nov.)


Irgendwann wird es Vorschläge geben 0G als Anti-Corona Maßnahme einzuführen. Das werden Veranstaltungen sein wo die Teilnehmer in der Waagerechten hinein und hinausgeschoben werden. (12. Nov.)


Eine Studie will herausgefunden haben, dass die Ansteckungsgefahr beim Fußball geringer sei als angenommen. Wurden die Jubelszenen mit einbezogen? Die sind doch fast wie Sex?! Wir könnten Karl Lauterbach dazu befragen, aber der hat ja keinen mehr. (13. Nov.)

Donnerstag, 4. November 2021

Abies canadensis - Ein Kurzportrait

Die kanadische Hemlocktanne ist ein kleines Mittel - doch groß genug um damals die Aufmerksamkeit von Doktor Boericke zu erregen. Alle Rubriken, welche in diesem Artikel genannt werden, stammen aus seinem “Homoeopathic Materia Medica & Repertory.” Es ist das Mittel auf Seite 1. Ich besitze den Druck von Jain Publishers aus Indien.


Heidelberg - vom Königstuhl aus gesehen (Eigenes Foto)


In einem finsteren Walde


Wir Deutschen besingen Laubbäume seit dem Mittelalter, weil wir diese Bäume lieben - während Nadelbäume durchaus dunkle Assoziationen hervorrufen. Sie wachsen üblicherweise im Wald. Wälder waren im Mittelalter gefährlich, wegen der Räuber und der Bären. Das ist offenbar noch in unserer Kollektivseele vorhanden. Ich fand das Unheimliche in 9 von 16 Baum-Arzneien wieder, zum Beispiel als furchterregende Träume. Bei der Hemlocktanne zeigt es sich als Furcht vor etwas das nicht Vertrauen erweckend ist. Dr. Boericke schreibt: *Es läuft kalt den Rücken herunter; ein Gefühl von kaltem Wasser zwischen den Schultern.*


Nacken, Rücken, Kniekehle und alles was auf unserer Rückseite ist, hat einen Bezug zum Thema Vertrauen, bzw. Missbrauch dieses Vertrauens. Mancher wird auch Opfer einer Hinterhältigkeit. Wir müssen unserer Umwelt ja ein gutes Stück weit vertrauen, einfach weil wir hinten keine Augen haben. Dieser Patient kann nicht so ohne weiteres vertrauen, ist in diesem Punkt ängstlich. Er spürt offenbar von hinten die "kalte Hand des Räubers im Walde." Doch diese Arzneipersönlichkeit ist beileibe nicht nur das Opfer. Es versteht sich von selbst, dass es auch die eigene Dunkelheit ist, welche auf die Umwelt projiziert wird. 

Den inneren Kampf zwischen Licht und Dunkelheit finden wir astrologisch sehr schön im 8. Haus wieder. Er ist großartiger Stoff für tolle Blockbuster, nicht nur für den "Herrn der Ringe!"


Kindliche Schutzbedürftigkeit


Der Schwerpunkt dieses Mittels liegt auf ausgeprägten Magensymptomen. Dr. Boericke spricht von einem *leeren Gefühl im Epigastrium; Brennen des Magens und gewaltigem Appetit; Blähungen stören die Herztätigkeit; Verstopfung; Brennen im Rektum.* Symptome des Verdauungstraktes, vor allem des Magens, zeigen im allgemeinen eine kindliche Schutzbedürftigkeit, samt Furcht vor dem nächsten Entwicklungsschritt im Leben. So ist es auch hier. Etwas zu verdauen bedeutet etwas zu konfrontieren und zu bewältigen. Doch Menschen mit zahlreichen (!) Symptomen des Verdauungstraktes sind anfällig dafür Herausforderungen zu verweigern, weil sie glauben es nicht zu schaffen. 


Heißkaltes Temperament


Diese Tanne ist vorwiegend ein Frauenmittel. Also beziehen wir das letzte Symptom dieses Artikels probeweise auf Mädchen und Frauen. Dabei dachte ich an folgendes: Musikerinnen, die mit Leidenschaft ihr Instrument spielen, heißen auch “Vollblutmusikerinnen.” Durch ihr Feuer sind sie attraktiv für Geschlechtspartner und gelten als “heiß.”

Im Mittelbild dieser Tanne finden wir aber Eiseskälte, mit anderen Worten: das glatte Gegenteil von heißblütig. Das markante Symptom der Arznei heißt: *Kaltes Schaudern; Gefühl als sei das Blut Eiswasser.* Wie deuten wir das? Hier flieht jemand aus der Sexualität.


Die Tabusierung der Sexualität, samt des Aspektes der Fruchtbarkeit, ist ein allgemeines Thema der homöopathischen Koniferen. Zu dieser botanischen Ordnung gehört auch die kanadische Hemlocktanne.


Wer mag, kann mit mir "eine Etage tiefer gehen" und sich fragen was hinter dem Tabu der Sexualität stecken mag. Das herzuleiten ist hier recht einfach. Die meisten homöopathischen Bäume werden dem sykotischen Miasma zugeordnet. Das gilt auch für diese Arznei-Persönlichkeit. Ein wesentliches Gemütssymptom der Sykose ist die Übertreibung. Wir sprechen also von einer Tabusierung einerseits und sexuellen Exzessen andererseits. Daraus folgt: Die Seele des Sykotikers bewältigt die Angst vor sexuellen Exzessen durch eine Tabusierung. Orgien, so harmlos sie auch daherkommen mögen, werden zum Schatten, denn "dabei könnte man sich vergessen." Wer mag, kann das auch auf das individuelle Karma beziehen. Saturn im 5. Haus bedeutet aus astro-karmischer Sicht:


Angst vor sexuellen Übertreibungen oder Entgleisungen. Daraus folgt das Dogma: "Alles andere als Missionarsstellung ist eine Sauerei! Schauen wir deshalb, dass wir die Sache bald hinter uns bekommen!"


Im gesunden Mittelbild finden wir innere Ruhe, Licht und Schatten im ausgewogenen Verhältnis, sowie eine dezente starke Sexualität, ohne Schuldgefühl.

Freitag, 29. Oktober 2021

Homöopathie - Drei Lycopodium Subtypen

Die Arznei Lycopodium ist ein Polychrest. Das sind Mittel, welche in Tausenden von Rubriken vertreten sind und daher oft angewendet werden. Was die Geist- und Gemütssymptome betrifft, so versteht es sich von selbst, dass es beim Polychrest neben dem Klischée-Typ Dutzende von Sub-Typen geben kann, so auch beim Bärlapp. In diesem Blogartikel greife ich drei dieser Typen heraus und nenne auch die passenden Tierkreiszeichen.

Zeichen Steinbock


Der kranke Lycopodium hat den Ruf ein Umfaller zu sein, der sein Fähnchen nach dem Wind dreht. Es fehlt ihm an Rückgrat, so dass er Rückgratverkrümmungen (Skoliosen) entwickelt. Damit sind wir astrologisch beim strukturgebenden Saturn und seinem Zeichen Steinbock. Der fehlende Mut dieses Menschen drückt sich als Reserviertheit aus. Er will nichts falsch machen. Er träumt von Peinlichkeiten, weil ihm souveränes Auftreten fehlt. Der kleine, schmächtige Schüler hat Minderwertigkeitsgefühle und setzt all seinen Ehrgeiz und seine gute geistige Trennschärfe ein um später einen Beruf mit hohem Sozialprestige auszuüben. Seine erste Beförderung ist eine Genugtuung für die Hänseleien durch Mitschüler. Astrologie? Steinbock.


Zeichen Waage


Die Entwicklung eines soliden Selbstwertgefühls ist die Lernaufgabe des Lycopodiers. Er schwankt stimmungsmäßig und ist sehr stark vom Zuspruch seiner Umgebung abhängig. Alleine leben geht gar nicht. Als Lehrer bekommt er ständig Feedback - sein Bedürfnis nach "Bezug" wird also in diesem Beruf befriedigt. Waage-Männer sind sehr partnerdienlich. Der lycopodische Waage-Lehrer kann auf seine Schüler sehr gut eingehen, sieht sie im Konfliktfall gar als Partner in der Not. Diese Nähe spüren die Schüler und schätzen ihren Lehrer dafür. Sie finden es gut wenn er kritische Texte anpackt. Natürlich ist er politisch links. Links ist modern und ungefährlich. Alles andere würde nicht passen.



Universität Heidelberg (Eigenes Foto)


Zeichen Fische


Manche Lycopodium-Männer sind schillernd, nicht greifbar und facettenreich. Dieser schwache Charakter hat keine eigene Ausstrahlung, sondern ist ein genialer Reflektor für das Umweltgeschehen. Er spiegelt das was wir verstärkt haben wollen - wie der Reflektor beim Fotografen. Der Bärlapp-Mann ist das sanfte Gegenstück zum Macho. Er hängt als kosmisch Interessierter auf Esoterik-Messen herum und leiht sich das Geld für teure Seminare von Frauen, die ihm zugeneigt sind. Auf spirituellen Retreats lässt er - anmaßend wie er ist - den Propheten heraushängen. Seine eindrucksempfindliche, leicht lyrische Art ist untypisch männlich und fasziniert im Besonderen spirituelle Frauen. Astrologie? Sonne in Fische, Neptun im 1. Haus

Montag, 25. Oktober 2021

Ein Kurzportrait homöopathischer Tierkinder

Dieser Artikel beschäftigt sich mit einigen Stärken der homöopathischen “Tierkinder.” Es folgt ein Einblick in Mittel wie die scharfzüngige Gottesanbeterin oder den selbstbewussten Tyrannosaurus. Kinder, die auf homöopathische Tierarzneien passen, gelten als anstrengend.

Ja, ein Kind, das jede Lüge schon im Anflug erkennt, ist natürlich anstrengend. Nehmen wir als Beispiel das Mantis-religiosa-Kind (Gottesanbeterin). Es verfügt über eine “scharfe Intelligenz und fällt bissige Urteile” (Quelle 1).


Scharfsinnig ist auch das Tyrannosaurus-Kind. Es hat keine Furcht vor Autoritäten. Es sagt uns ins Gesicht, wenn wir nicht aufpassen. Mein Homöopathie-Lehrer Massimo bekam von einem solchen Kind die Antwort: “Sie verschwenden Zeit mit Fragen, die Sie mir schon einmal gestellt haben!” (Quelle 2)


Tierkinder beobachten scharf und lassen sich von ihrer Wahrnehmung auch nicht abbringen. Den Skorpion Androctonus und die Spanische Fliege Cantharis finden wir im Repertorium unter “Neigung zu widersprechen” und “trotzig; rebellisch” (Quelle 3). Diese Kinder strahlen Eigensinn und Unabhängigkeit aus. 


Wenn sie dann in den 20ern sind, werden aus ihnen Anführer mit starker eigener Meinung, siehe Joshua Kimmich >>




Zum Schluss das vielleicht wichtigste Merkmal: Die Schlange gilt seit der Schöpfungsgeschichte als Symbol für Verführung. Homöopathische Tierkinder entdecken sehr bald Eros und Sexualität. Cantharis will sein Erleben steigern durch die “Einnahme von Potenzpillen” (Quelle 4). Der Skorpion Androctonus “träumt von Nacktheit” (Quelle 5) und die Schlange Dendroaspis “kann ihre Finger nicht bei sich lassen” (Quelle 6). Die Spinne Loxosceles finden wir in der Rubrik “erhöhtes Sexualverlangen” (Quelle 7). Homöopathische Tierkinder stehen vor dem Spiegel um sich schön zu machen. Sie wollen am Wettbewerb um den attraktivsten Partner nicht nur teilnehmen, sondern siegen! 



Die beiden Liebenden im Hochzeitsturm * Darmstadt Mathildenhöhe


Literatur: 

1) Shepard, Cynthia: “A case of Mantis religiosa” in: www.interhomeopathy.com - July/August 2012

2) Mangialavori: Die Schlangenmittel in der Homöopathie, S. 164 * Narayana

3) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, Seiten 87 und 94

4) Michael Helfferich: Heilen mit Homöopathie, Seite 109

5) Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind, Seite 198

6) Schroyens: Repertorium Synthesis, Seite 229 * Ausgabe 2009

7) Joseph Murphy: Klinische Materia Medica, Seite 1232

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Kurzportrait des kranken Mittelbildes von Nitrogenium (Stickstoff)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem homöopathischen Mittelbild von Nitrogenium (Stickstoff). Besser bekannt ist die Substanz als Teil eines Metallsalzes, zum Beispiel Calcium nitricum. Das Mittel ist hochaktuell; ich kann beobachten wie Millionen Deutsche die Corona-Geschehnisse ängstlich und in größter Sorge verfolgen.


Das gesunde Mittelbild von Stickstoff zeichnet Menschen aus, die ernsthaft sind und diese edle Charaktereigenschaft dazu nutzen um vernünftig zu entscheiden. Das kranke Mittelbild jedoch kippt in eine Überernsthaftigkeit und Bereitschaft, horrende Ängste zu entwickeln. Es kommt zu “Panikattacken, Furcht, Phobien - mit Zittern” (Quelle 2).


Mein Lehrer Jan Scholten unterrichtet das homöopathische Periodensystem der Elemente nach einem Schema, das er entdeckt hat. Er lehrt, dass wir Menschen spätestens mit Stadium 14 lernen sollten loszulassen. Stickstoff ist aus Stadium 15. Hier wäre das Thema Loslassen also relevant. Was aber passiert stattdessen? 


“Die Nitricums haben eine Riesenangst vor drohenden Gefahren. Es ist weit mehr als nur eine Befürchtung” (Quelle 1 b).


Wenn Ängste übermächtig werden, dann tritt der Verstand, welcher sie eingrenzen könnte in den Hintergrund. Wird der Zustand nicht zurückgeführt, dann besteht dieser Mensch irgendwann nur noch aus Angst. Seit einem Jahr erleben wir, wie grausam manche Politiker und Eltern mit unseren Kindern umgehen. Sie halten Kinder für Virenschleudern, schicken sie in trostlose Quarantäne und hängen ihnen stundenlang Maulwindeln um - ein schrecklicher Rückfall in die “Schwarze Pädagogik.” Mein Lehrer Massimo erklärt den Grund für das Verhalten:


“Bei allen Stickstoff-Typen sind die Instinkte mangelhaft integriert. Nitricum-Kinder kommen meist aus Familien, in denen alles gebrandmarkt wird was auch nur entfernt mit Freude und Vergnügen zu tun hat.” (Quelle 1a)


Das kranke Mittelbild zeigt demnach einen weitgehend freudlosen Menschen. Eine Kabarettistin beschreibt das noch kürzer:


"Die heutige Jugend ist prüde und humorlos." - Lisa Eckhardt


Die Prüderie ist als Sexfeindlichkeit ein weiterer Baustein des kranken Mittelbildes: Seit Corona halten wir Abstand und berühren uns nicht mehr. Das ist der Idealzustand gesellschaftlichen Umgangs für kranke Stickstoff- und Nitricumtypen. Wen wundert es da, dass Millionen Mitmenschen gar kein Ende der Corona-Maßnahmen wollen?! Sie möchten am liebsten diesen kontaktlosen Zustand, der in den #niemehraufmachen Videos veralbert wurde, auf ewig beibehalten. 


Literatur: 

1) Massimo Mangialavori: Kalium- und Ammoniumverbindungen, Seite 127 ff. bzw. 129 f. * Narayana

2) Joseph Murphy: Klinische Materia Medica, Seite 214 f. * Narayana

Samstag, 16. Oktober 2021

Rubrik "Schmerzen im linken Arm" - Die Hysterie

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der homöopathischen Rubrik “Schmerzen im linken Arm”, wie sie bei Dr. Boericke in seinem Hauptwerk genannt wird. Wir werden sehen, dass es eine Querverbindung zur Hysterie gibt. Um den Artikel kurz zu halten beschränke ich mich auf den geistigen Aspekt der Hysterie.

Dazu habe ich fünf Arzneien aus dieser Rubrik ausgewählt: Cactus grandiflorus, Cimicifuga, Latrodectus mactans, Tabacum und Xanthoxylum fraxineum. Alle diese Mittel sind hysterische, werden also bei psychiatrisch definierter Hysterie gegeben. 



Fernsehturm in Düsseldorf - Eigenes Bild


Eine Hysterie zeigt schwerwiegende Dysfunktionen auf der geistigen Ebene. Der Geist dieser Menschen ist konfus. Es liegt eine Unfähigkeit vor kohärent zu denken, mit anderen Worten: das Denken ist unzusammenhängend. Sogar einfache logische Schlussfolgerungen können oft nicht erbracht werden. Das Ordnen der Gedanken mit dem Setzen von Prioritäten fällt sehr schwer, alles erscheint gleich wichtig. Ohne Hilfe von außen können diese Menschen oft keine Entscheidungen treffen. Wie sehen die Symptome konkret aus? 


  • "Schwierigkeiten seine Gedanken beim Schreiben auszudrücken" (Murphy, S. 400 - Cactus)

  • "Gedächtnis reagiert nicht auf logische Schlussfolgerungen" (Murphy, S. 1183 - Latrodectus)

  • "Verwirrung des Geistes" (Zandvoort, Seite 80 - Tabacum)


Kommen wir zurück zur Rubrik “Schmerzen im linken Arm.” Dieser Arm hat eine Verbindung zum Herzen. Woran erkennen wir das? 1. Schmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen können auf einen Herzinfarkt hinweisen. 2. Taubheitsgefühle des Mittelfingers deuten auf eine Wirbelblockade im Brustkorb hin. Den Brustkorb finden wir in der homöopathischen Rubrik “Angst im Brustkorb” auf Seite 35 bei Roger van Zandvoort wieder. Alle oben genannten Mittel (außer Cimicifuga) sind dort vertreten. Die hysterische Verwirrung zieht Angst nach sich. Das ist verständlich und bedarf einer Therapie. In dieser Therapie wird der Versuch unternommen zu sich selbst zu finden, mehr und mehr auf ein "Zentrum" in sich selbst zurückgreifen zu können. Dann tritt mehr Ruhe ein, die Angst geht zurück. Es versteht sich von selbst, dass Hysterie durch Gewalt oder sonstige Übergriffe während der Kindheit ausgelöst sein kann.


Literatur: 

William Boericke: Homoeopathic Materia Medica and Repertory * Jain Publishers

Roger van Zandvoort: Complete Repertory Mind * IRHIS

Joseph Murphy: Klinische Materia Medica * Narayana