Aus dem links-grünen Spektrum vernehme ich verständnisvolle Kommentare zu Graffiti, von denen ich nicht weiß, ob sie liberal gemeint sind oder ein Dokument der Hilflosigkeit:
"Lass die jungen Sprayer spielen, die tun doch niemandem etwas!"
Ich weigere mich, auf diesem Kindergartenniveau einen Artikel zu schreiben. Liebe Leser, Sie sind gewöhnt, dass ich als verständnisvoller Analytiker an ein Thema gehe und deshalb niemanden verurteile, so auch im folgenden:
Wildes Graffiti befindet sich vorwiegend an zwei Orten. 1. Auf Beton. 2. An Häuserfronten, um die sich kein Hausmeister kümmert, entweder weil er zu einem Sabbatical nach Südamerika gereist ist oder weil er eine Mehrarbeit wegen schlechter Bezahlung verweigert :-) Er hätte eigentlich einen Farbeimer im Keller, will aber nicht. Zudem meint er, es brächte nichts, "weil schon 48 Stunden später alles wieder verschmiert ist."
Tags als Ego-Trip
Zuerst schildere ich mein Empfinden beim Anblick dieser oft hässlichen Tags und danach werden wir uns zwei Persönlichkeiten anschauen, die schon als Sprayer unterwegs waren und welche ich persönlich kenne.
"Mir ist egal, ob andere das gut finden!"
Wer Häuserfassaden ansprayt, setzt damit seinen persönlichen Geschmack über den der anderen. Das ist Selbstüberhöhung. Sprayen ist eine Ego-Aktion. Der Sprayer will seinen Namenszug öffentlich sehen und sich damit als selbstwirksam erleben. Er sprayt gern auf Beton, weil er dieses Material als Symbol für ein betoniertes politisches System ansieht, das er verachtet. (Diese Revoluzzer Haltung ist politisch nahe Links-Grün und erklärt ein Stück weit das Verständnis dieser Politiker.)
Von Behörden enttäuscht
Der mir bekannte Sprayer wurde unter Uranus in Haus 1 geboren. Das sind Menschen, deren Protesthaltung gegen das herrschende System (symbolisiert durch Beton) danach drängt, in die Sichtbarkeit zu gelangen. Dieser Sprayer hat zudem eine schwere Enttäuschung mit Behörden hinter sich, was massiven Frust hinterlassen hat und nach Rache schreit.
Zwang zum Rebellieren
Die mir bekannte Sprayerin wurde unter Saturn Konjunktion Uranus geboren und es ist eine Erfahrung von mir, dass der Planet neben Saturn verwirklicht werden muss, koste es was es wolle. Es ist wie ein Zwang: zum Rebellieren, zum Ungehorsam und zu Auseinandersetzungen mit Familie und Vater Staat.
So etwas ist nur schwer zu heilen, denn Uranus ist ein mächtiger Gott :-)

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