Samstag, 9. Dezember 2017

Die Psychosomatik des Nackenschmerzes

Nach der traditionellen Astromedizin ist der Nacken dem Zeichen Stier zugeordnet. Wir werden den Stier wiederfinden, beim Mittelbild von Bryonia. Nackenschmerzen können auch psychosomatisch sein und wir schauen uns vier Arzneien an, die in Doktor Boerickes Materia Medica auf Seite 879 f. mehrfach unter Nackenproblemen gelistet sind.

Wir können unseren Nacken nicht sehen, nur im Spiegel. Er steht daher psychologisch für das Unbekannte1) … und das kann ängstlichen Naturen zusetzen, besonders introvertierten Menschen, die ihre Ängste kaum kommunizieren, sondern lieber ihre Not für sich behalten.

BELLADONNA – Dieses feine Mittel ist ein Mittelaltermittel. Ich habe manchmal das Gefühl als enthalte diese Substanz noch den ganzen Aberglauben dieser Zeit. Belladonna ist ein Nachtschattengewächs und die Silbe <Nacht> gibt einen Hinweis auf die dunkle Seite der Seele. Belladonna hat eine Affinität zum Unheimlichen in ihrer Umgebung. Diese ängstliche Seele <sieht Geister und Gespenster>. Eines davon sitzt ihr offenbar im Nacken. Der Nacken steht - wie gesagt - für das Unbekannte. Dieser Mensch setzt das Unbekannte mit dem Bedrohlichen gleich, doch diese Gleichung ist eine psychotische Vereinseitigung der Wirklichkeit. Betroffene spüren die Angst als <reißenden oder schießenden Schmerz< (Quelle: Boerickes Materia Medica, S. 879 f.)


BRYONIA – Hier kommt das Stier-Element zum Zuge: Er bekommt seine Nackenschmerzen, wenn jemand seine heilige Ruhe stört oder wenn er gar zu Veränderungen seines Lebensstils genötigt wird, für die er alle pflegenden Neigungen über Bord werfen müsste. 



Diese Bedrohungen treffen den bryonischen Kleingeist unter den Bryonias am allerschlimmsten und zwar als Nackensteifigkeit:

„Bryonia ist der Spießbürger mit Gartenzaun.“ ~ HP Andreas Krüger


CAUSTICUM – Die meisten Homöopathieschüler kennen den Causticum-Menschen als extrovertiert. Es gibt aber auch den ängstlichen und introvertierten Typ. Philip Bailey schildert uns die Ängstlichkeit in seinem Klassiker «Psychologische Homöopathie» auf Seite 104:

„Eine besonders charakteristische Angst beim introvertierten Causticum ist das Gefühl, dass irgendetwas Schreckliches passieren wird (Kent: «Ständige Furcht vor einem schrecklichen Ereignis»). Dieses Problem taucht meist nach jahrelangem Stress auf, besonders wenn Causticum alt wird.“

Der Nacken ist deshalb der betroffene Körperteil, weil die Seele abzuschätzen versucht aus welcher Ecke oder welchem Loch die Bedrohung herkommen könnte. Es ist quasi ein hyperängstliches Sich-umschauen.

GELSEMIUM – Der Nacken steht auch für die Fähigkeit auf die innere Selbstberuhigung zurückgreifen zu können. Das kann der kranke Gelsemium-Mensch nicht. Ihm fehlt ein Höheres Selbst, welches ihm vermittelt, „dass da schon nichts Gefährliches ist.“ Dem großen Angsthasen Gelsemium fehlt die Selbstsicherheit, diese Bedrohung, wenn sie denn tatsächlich auf ihn zukäme „schon abwehren zu können.“ Das Ergebnis ist Hyperängstlichkeit und diese wird somatisiert als Nackenschmerz und Nackensteifigkeit.

Zum Schluss noch die Anmerkung Nummer 1 aus dem Text:

1) Gleiches ist anwendbar auf folgende Körperteile …
·        Okzipitalschuppe,
·        Atlanto-Okzipitalgelenk,
·        Prominens (als tastbarer Wirbelfortsatz der HWS),
·        Rücken,
·        Kniekehle,
·        Wade und
·        Achillessehne.

Homöopathie - Die Stachys betonica-Persönlichkeit

Die homöopathische Arznei Stachys betonica ist ein kleines Mittel aus der Familie der Lippenblütler. Die Betonie passt auf innerlich verschlossene Dramatiker. Folgende Rubriken (+) sind aus Murphys Klinischer Materia Medica, Seite 1923.

Über die Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) schreibt mein Lehrer Jan Scholten unter dem Titel <Essenz der Lamiaceae>: „[Diese Arzneipersönlichkeiten] fühlen sich nie genug geschätzt, anerkannt und gelobt in ihren Fähigkeiten. …“

Das ist ein typisches Problem von Menschen mit Löwe-Aszendent. Sie haben ihr Königreich verloren und suchen es seither, fühlen sich von anderen Menschen wie Luft behandelt, als wären sie gar nicht anwesend. Der tiefe Schmerz dieser Nichtbeachtung kommt zum Ausdruck als …

+ Schmerzen in Lebergegend und Gallenblase

Das ist nicht der einzige Schmerz.

+ Stechender, schneidender Schmerz im Magen

Der Magen bildet auch unsere Gefühle ab. Die Stachys-Persönlichkeit hat all ihre <bösen> Gefühle zurückgehalten (Mond im Skorpion) um geliebt zu werden (Löwe-Aszendent). Zitternd hält sie Wut, Hass und Rachegelüste unter Verschluss. Darauf reagiert der Körper mit einem ...

+ Völlegefühl in und über den Augen als ob sie platzen

Hier platzt jemand vor Wut. Das Völlegefühl finden wir wieder bei Jan Scholten"Die [Arzneipersönlichkeiten der Lamiaceae] sind voll von Emotionen."

Wir kommen zum Kern der Persönlichkeit. Thema ist erneut der Magen:


+ Gewicht im Magen mit Übelkeitsgefühl



Es ist eine <emotionelle Stille> nach Wilhelm Reich. Stachys ist also eine tiefe Seele, die sich nicht erleichtern kann. Das Gewicht im Magen ist die Verdichtung all dessen was über Jahre herunter geschluckt wurde. Was ist zu tun? Romanheld Gandalf befiehlt in <Der Herr der Ringe>: "Brecht den Damm, befreit den Fluss!" Neben der homöopathischen Behandlung ist die hawaiianische Lomi Lomi zu empfehlen. Bei dieser Öl-Massage ist das Weinen ausdrücklich erwünscht. Es wird dem Patienten sehr schwer fallen, wird aber sehr wahrscheinlich seine Übelkeit beseitigen.

In Roger van Zandvoorts Complete Repertory Mind ist Stachys zweiwertig aufgeführt in der Rubrik <Gefühl als ob er schwebt>. Alle in dieser Rubrik gelisteten Mittel sind entweder hysterisch oder mangelhaft inkarniert. Letzeren Mangel finden wir in zwei anderen Rubriken:

+ Erkältungsneigung
+ Gemüt - leicht abgelenkt

Die Erkältungsneigung ergibt sich aus der sensiblen Natur einer typischen homöopathischen Pflanzen-Persönlichkeit. Es entstehen oft Löcher in der Aura, so dass Erreger leicht eindringen. An diesen Menschen bleiben viele Außeneindrücke kleben, weshalb sie leicht abgelenkt sind. Wie zeigt sich die Erkältungsneigung als Symptom?

+ Häufiges Niesen; vermehrter Schleim in der Nase beim Gehen aus dem Freien ins Zimmer

Der Stachys-Patient, den niemand zu loben und zu lieben scheint, erstickt in seiner Trauer am eigenen Körpersaft – welcher ungeweinten Tränen entspricht. In der freien Natur findet der Patient die Weite, die ihn von seiner Nestenge ablenkt, doch bei der Rückkehr in sein Zimmer zwängt er sich wieder in sein <Inneres Schneckenhaus>, wo seine Emotionen eingeschlossen sind. Der vermehrte Schleim hilft ihm zu erkennen, dass er voller umpanzerter Emotionen ist, welche er seit frühester Kindheit in sich trägt - wie eine Sammlung in einem Museum. Astrologie? Mond im 4. Haus oder Krebs, dazu oft Mond Aspekt Saturn.

Jetzt die ganze astrologische Konstellation: Skorpion-Mond im 4. Haus im Quadrat zum Löwe-Aszendenten. Diese Konstellation fand ich auch bei diesen homöopathischen Arzneien (die ersten drei sind auch Dramatiker wie Stachys):

  • ·        Aurum
  • ·        Chamomilla
  • ·        Trombidium
  • ·        Muriaticum acidum
  • ·        Mandragora


Vielen Dank fürs Lesen und vielleicht sind diese Mittel der Durchbruch, für wen auch immer!

Montag, 4. Dezember 2017

Homöopathie - Die Juglans cinerea-Persönlichkeit

Das homöopathische Mittel Juglans cinerea fand ich in Doktor Boerickes Materia medica. Es ist ein kleines Mittel und diese Mittel liebe ich besonders, da sie eine Herausforderung darstellen, bis man sie erforscht hat. Es handelt sich um die Butternuss – einen Baum, genau wie Juglans regia, die Walnuss. Quelle für alle <Rubriken> des Artikels ist Murphys Klinische Materia Medica, Seite 1057 und folgende Seiten.

Baum-Persönlichkeiten wollen bodenständig und für ihre Mitmenschen ein guter Halt sein, ... aber es gibt in ihnen auch den Gegenpol, nämlich die Haltlosigkeit: Das Symptom <Schwindel> für dieses Mittel weist darauf hin. Zudem signalisiert das <flaue Gefühl im Magen> die Folgen dieses Mangels an Halt, nämlich eine große Ängstlichkeit. Es muss ein Lebensrahmen her, um gesichert überleben zu können. Wir erkennen im Lebensrahmen die Jungfrau und in der Haltlosigkeit das zwölfte Haus, also Jungfrau-Sonne im 12. Haus.

Herrscher des 12. Hauses ist Neptun. Mit dem Wassergott machen wir weiter. Dieser Arzneityp ist hochsensibel. Er hat sehr wenig Hülle. (Bei einem Raumschiff würde man sagen: <Die Schutzschilde sind heruntergefahren>.) Das Ergebnis ist, wie bei allen Hochsensiblen, eine besondere durchlässigkeit für Eindrücke von außen. Der Körper macht daraus Beschwerden und diese sind hier einfach zu deuten, denn die körperlichen Außengrenzen Haut und Schleimhaut sind betroffen.

·        ·        Schnupfen
·        ·        Erysipel
·        ·        Akne

Eiterpickel und ständiges Niesen signalisieren der Umwelt: "Ich bin nicht geschützt; geht vorsichtig mit mir um!“

Das Mittel hat seinen Schwerpunkt im 12. Haus und wir machen mit dem Mond weiter. Ich ergänze hiermit die Materia Medica um die Rubrik: <Fühlt sich als halte er sich in einem Raum emotionaler Beziehungslosigkeit auf>. Die fehlender Abwesenheit der leiblichen Mutter - auch wenn sie physisch da wäre - löst einen Hilfeschrei aus, der durch folgende Indikationen deutlich wird:

·        ·        Angina pectoris
·        ·        Schmerz in rechter Axilla, nachmittags
·        ·        Retrosternaler Schmerz
·        ·        Stechender Schmerz im Schulterblatt mit Erstickungsgefühl
·        ·        Schmerz zwischen den Schulterblättern
·        ·        Stiche unter dem rechten Schulterblatt
·        ·        Schmerz in der linken Brust

Verkürzen wir das Ganze und schreiben einfach: <Angst im Brustkorb>. (Diese Rubrik gibt es und darin sind auch eine Reihe von Mitteln gelistet. Falls Sie, liebe Leser, mehr dazu wissen wollen, gebe ich Ihnen ausführliche Infos, mitsamt Quellenangabe in Barthels Synthetischem Repertorium – einfach mailen. Viele Kaliumsalze sind im Übrigen in der Rubrik <Angst im Brustkorb>. Es ist auch hier wieder der Mond im 12.  Haus – der Embryo, der im Universum schwebt wie einst in Stanley Kubricks legendärem Kinofilm 2001 – Odyssee im Weltraum).

Machen wir weiter mit der Geistebene. Es ist gibt ein paar Geistsymptome:

·        ·        Geistesabwesend
·        ·        verwirrt
·        ·        konzentrationsschwach
·        ·        Kann sich an nichts erinnern was er gelesen hat

Ich nehme diesen Patienten in einem <bezugslosen geistigen Raum> wahr, außerhalb des Hier und Jetzt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht weiß wie er dort hingekommen ist. Halten wir statt dessen fest: Er wirkt konfus. Das Mittel kann helfen seinen Geist heimzuholen, damit die Gedanken geordnet werden können. Wenn das gelingt sind seine oder ihre Gedanken auch wieder kohärent, das heißt zusammenhängend. Astrologie? Merkur im 12. Haus.

Fassen wir schon einmal zusammen. Diese Baum-Persönlichkeit hat im Extremfall eine Aura voller Löcher, ein hilflos im Universum waberndes Inneres Kind und einen in Tausend Stücke zersplitterten Geist – eine Herausforderung der besonderen Art!

Kommen wir zum letzten astrologischen Baustein, nämlich Mars im 8. Haus. Die baumtypische Aggressionshemmung zeigt sich in den Beschwerden …

·        ·        Akne
·        ·        Angina pectoris
·        ·        Erysipel
·        ·        Flatus
·        ·        Gallensteine und
·        ·        Leberschmerzen


Vielen Dank fürs Lesen und vielleicht ist dieses Mittel der Durchbruch, für wen auch immer! Nun folgt WERBUNG: Weitere Information zu Homöopathie und Astrologie erhalten Sie in folgenden Büchern von mir. Das zuerst gelistete Feinstoffbuch ist beim Kopp-Verlag erhältlich. Für das Metallsalzbuch habe ich im Moment keine Bezugsquelle.




Sonntag, 26. November 2017

Die Psychosomatik der Knieschmerzen

Nachdem ich gerade drei Patienten mit Knieproblemen kennengelernt habe beginnt mich dieses Gelenk ganz besonders zu interessieren. Das Knie findet sich natürlich auch in einem alten Spruch. Dieser soll Grundlage sein für meine These, dass Knieprobleme auch psychosomatisch sind.

<In die Knie zu gehen> heißt nachzugeben, zu verlieren und zwar möglicherweise gar das Gesicht. Das wird von Betroffenen als Demütigung empfunden. Wir sind also mitten im Thema der Macht und damit auch Pluto auf der Spur. Das Ich will seinen Standpunkt durchsetzen, aber das menschliche Miteinander erfordert, dass wir Kompromisse machen oder hier und da eine Niederlage einstecken. Wer Angst hat zu verlieren, der versucht seine Mitmenschen zu dominieren. Das <Dominieren> ist ein Grundzug vieler Insekten-Persönlichkeiten der Homöopathie. Was das Knie betrifft, so finden wir Apis, die Honigbiene, in Doktor Boerickes Hauptwerk1) im Kapitel Bewegungsapparat unter …

<Knie: Kältegefühl, Entzündung, allgemeine Schmerzen …> (Seite 877 f.)

Der Wunsch zu dominieren entstammt einem latenten Gefühl der Unterlegenheit. Das ist plutonisch. Pluto regiert den Skorpion und wir sollten wissen, dass homöopathische Säure-Persönlichkeiten skorpionische Züge tragen, so auch Benzoicum acidum. Homöopathielehrer Massimo Mangialavori schreibt über die Benzoesäure-Menschen, dass sie typischerweise <destruktive Familiengeschichten> aufweisen (Quelle: Die Säuren in der Homöopathie, S. 44). Hier sollte man als Berater einmal bohren. Das wird für die Betroffenen unangenehm, ist letztlich aber der Beginn eines Heilungsprozesses.

Nach dem Skorpion gehen wir zum Steinbock. Im gleichen Kapitel beschreibt Dr. Mangialavori einen Grundzug der homöopathischen Säure-Persönlichkeiten, nämlich die <hohe Schmerztoleranz>. Sie wollen tapfer sein, durchhalten und sich nichts anmerken lassen. (Diesen Grundzug fand ich übrigens auch in den drei Kniepatienten, die ich gerade erst kennengelernt habe. Dieser Steinbock-Befund bestätigt das 4000 Jahre alte Kopf-zu-Fuß-Schema der Astromedizin, welche das Knie dem Steinbock zuordnet.)

Das Knie hat einen Bezug zum Heroischen, zu Ruhm, Ehre und Titelversessenheit. Als der Schauspieler Peter Ustinov erfuhr, dass er fortan den Titel Sir führen dürfe, teilte er der Königin von England mit:

„Ich bedanke mich und werde zu Ihnen reisen, kann Ihnen aber nicht garantieren, dass ich nach der Zeremonie wieder hoch komme.“

Alle Geehrten müssen vor der Queen nieder knien. Das nur zur Erklärung ;)

Ruhm und Ehre sind Merkmalsausprägungen des astrologischen 10. Hauses, welches verwandt ist mit dem Steinbock.


Die versteckte Seite der Demütigung ist die Demut, als bewusst gelebte Bescheidenheit und Ergebenheit. 



Willy Brandts Kniefall in Warschau 1970 - Bildquelle unbekannt

Eines der großen Mittel der Homöopathie ist Sulphur. In der Schwefel-Persönlichkeit offenbart sich das Thema ...

„Selbsterhöhung kontra Demut.“ 


Der Sulphur-Mensch hält sich für genial und lässt andere die Routine- und Drecksarbeit machen. Hat ein Sulphuriker je eine Toilette geputzt? Was macht er in der Kirche? Kniet er sich dort hin? Aber wahrscheinlich nur wenn das Kniebrett gepolstert ist. Verweigert sich der Sulphuriker in der zweiten Lebenshälfte dieser Demut, dann nimmt ihn das Schicksal hart ran. Siehe dazu folgender Rubrikeintrag, in welchem Sulphur 3-wertig steht:

<Äußerliches UND innerliches Schweregefühl> (Quelle: Barthels Synthetisches Repertorium, Seite 420)

Das ist für mich eine Demonstration der Macht des Schicksals. Opernfans verstehen das sofort ;)

Wir schauen also bei Kniepatienten auf …

  • ·        eine „verletzte“ Sonne,
  • ·        Plutoposition mit Aspekten
  • ·        Skorpion mit wichtigen Planeten oder Stellium
  • ·        Steinbock-Betonung oder wichtige Planeten darin
  • ·        10. Haus mit Jupiter, Saturn oder Pluto


Vielen Dank fürs Lesen und Ihnen eine erfolgreiche Woche.

1) William Boericke M.D.: Pocket Manual of Homoeopathic Materia Medica & Repertory, Jain Publishers


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Mittwoch, 8. November 2017

Fische-Mond im 7. Haus

Der Mond ist nach meiner Erfahrung der bedeutendste Eckpunkt im Horoskop. In diesem Artikel möchte ich den Mond in die Fische setzen und in das siebte Haus. Wenn wir mit der Sonne, Saturn und dem Aszendenten genauso verfahren, dann haben wir die wichtigsten Eckpunkte erfasst und können bereits viel über die Person aussagen.

Der Mond ist der Anzeiger für kindliche Bedürfnisse. Wir erfahren etwas über unser <Kind-Ich mit seinen Bedürfnissen nach emotionaler Nahrung>; das ist zum Beispiel Geborgenheit annehmen oder schenken. Unter einem Fische-Mond geboren, brauchen wir eine besondere Atmosphäre, welche der Wiedervereinigung mit der Universalen Mutter möglichst nahe kommt. Ein Bad in tiefen, sanften Stimmen beruhigt uns, weil es uns statt der Haltlosigkeit erdet. Indischer Räucherduft spendet uns eine besondere spirituelle Atmosphäre.


Wir möchten mit der Umgebung eins werden; … nie mehr allein sein. Das Gefühl abgetrennt zu sein ist für uns schmerzlich. 

Wir fühlen uns wie ein Splitter, der einst auf Atlantis aus einem riesigen Kristall herausbrach und seither seine Ur-Schwingung sucht. 


Diese Sehnsucht bewirkt, dass wir die Zeit überbrücken bis wir wieder all unsere Lieben um uns haben. Immer muss jemand ansprechbar sein, deshalb auch die hohe Telefonrechnung. Dieses Verhaltensmuster kennen wir aus der Homöopathie, insbesondere von den Meeresmitteln Spongia (Schwamm) und Cypraea eglantina (Kaurischnecke).

Wir schöpfen frische Kraft aus schnödem Nichtstun, … oder neudeutsch: wir chillen; zusammen mit Nobodies oder Gestrandeten, von denen wir wissen, dass wir sie nie wieder sehen. Sind wir unter der Woche arg im Hamsterrad, dann kann am Wochenende das Bedürfnis aufkommen eine Tüte herumgehen zu lassen. 

In diesem Dunst sehen wir die Wirklichkeit nicht mehr so scharf. 


Die Fische sind ein Zeichen, das nur zu gerne aus einer Realität flieht, deren Härte sie oft nicht ertragen können, auch weil sie dort ihre Ideale verraten sehen. Mit Cannabis dagegen werden wir lustig und albern herum wie kleine Kinder, auch weil wir keinen angefangenen Satz mehr zu Ende bekommen.


Das Wort <Atmosphäre> habe ich zu Anfang bewusst gewählt. Es ist die Herbstlichkeit des Bodennebels. Geht man auf ihn zu, hat er sich auf geheimnisvolle Weise aufgelöst. Verfolgen wir ihn auf unserem Morgenspaziergang übers Feld, zieht er sich weiter zurück und weiter zurück. Ich spiele damit auf eine Flüchtigkeit, auf einen vermeidenden Zauber, an. 


Menschen mit einem Fische-Mond in Haus 7 sind anfällig dafür sich fort zu machen, anstatt Probleme zu konfrontieren und einer Lösung zuzuführen. Manche werden durch diese Strategie zu Meistern des ständigen Hinausschiebens. Sie lassen Termine platzen, um einem Druck auszuweichen, den sie selbst zu groß werden ließen. Nur zu leicht können sie in ein Muster hineinrutschen, ihre Mitmenschen zu beschummeln, vor allem über ihre eigenen Schwächen und Versäumnisse … über die Jahre vielleicht so sehr, dass sie ihre Märchen inzwischen längst selber glauben. Das Schönste zu dieser Mondstellung natürlich zum Schluss:



Die Esoterik vertritt das Konzept des <Seelenpartners> oder der <Dualseele>. Menschen mit einem Siebthaus-Fischemond suchen eben diesen. Darunter machen sie es nicht. Sie besuchen Esoterikmessen und spirituelle Buchhandlungen, um dort zu finden was sie aus ihren sanft aquarellierten inneren Bildern empfangen haben. Vielleicht ist das der Grund warum es in vielen Eso-Buchhandlungen so andächtig still ist?! Was ich außerdem beobachtet habe ist, dass diese Fische-Monde nicht werten. Sie bewerten nicht. Punkt. Es ist als wohne in ihnen eine Weisheit die Menschen so zu nehmen wie sie sind. Diese Haltung ist weit weg von Indifferenz. Es ist keine Gleichgültigkeit. Es ist ein Stück Weisheit.

Es gibt ein bemerkenswertes Detail. Wer den Mond in den Fischen hat, neigt offenbar auch dazu ständig alle Türen in der Wohnung offen zu lassen. Als ich mir darüber Gedanken machte, glaubte ich zunächst das schlechte Gehör sei die Ursache. Die angelehnten Türen haben aber mit dem Gefühl die Klingel zu überhören weniger zu tun. Der Grund ist einfach: Die Betroffenen wollen auf keinen Fall von irgendetwas abgeschnitten sein. Danke für's Lesen und nun folgt ...


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Dienstag, 10. Oktober 2017

Homöopathie - Myrica cerifera

Das homöopathische Mittel Myrica cerifera ist die Wachsmyrthe - eine Pflanze und ein kleines Mittel. Kleine Mittel psychodynamisch darzustellen ist eine Herausforderung, da bei den meisten kaum Geist- und Gemütssymptome erforscht sind. In diesem Blogartikel zeige ich Ihnen wie sie an Hand körperlicher Symptome die Seele erkennen.

Auffällig ist hier die Kombination von Herzleiden [<schwacher, unregelmäßiger Puls1)] mit einer Hepatose – also Lebergeschichten – ohne Entzündungsparameter. Suchen wir also nach gemeinsamen Themen von Herz und Leber. Die gemeinsame astrologische Teilmenge von Herz und Leber ist das Zeichen Löwe – ein Feuerzeichen. Das sind warmherzige, vitale Menschen, die strahlen und deshalb viel zu geben in der Lage sind, ... doch beim kranken Myrica-Menschen ist der Puls langsam. Wir notieren somit das erste löwetypische Dekompensationssymptom: <Erloschenes inneres Feuer>. 

Aus Murphys Klinischer Materia Medica sammeln wir weiter:

<Ikterus [...], verzagt, entmutigt, reizbar, gleichgültig>2)


In der Dekompensation ist von der Leidenschaft goldener Zeiten, mit seinem Kampfesmut und dem königlichen Gefühl nur noch die Reizbarkeit übrig geblieben. Das Ehrgefühl ist beschädigt und der Kampf darum wurde aufgegeben. Der Ikterus zeigt die angestaute Wut (auf das Leben): "Ich habe verloren."

Was ist passiert? Um das herauszufinden wenden wir uns einem Leitsymptom dieses Mittels zu: Es sind Fäulnisprozesse im Verdauungstrakt, die zu ständigem Blähungsabgang beim Gehen führen. Die Rubriken heißen <übelriechende Sekretion von Schleim im Hals>3) und <faulige Stühle>4).

„Schulmedizinisch gesehen sind Fäulnisprozesse im Verdauungstrakt meist ein Absinken der gesunden Bakterien, die sonst die krankmachenden in Schach halten. Fäulnis entsteht wenn Ausscheidungen zu lange liegenbleiben, nicht richtig aufgespalten werden, da zu wenige "gute" Bakterien vorhanden sind. Dabei entstehen auch Gase. Es ist also letztendlich eine Frage des Milieus!“ ~ Barbara Lohmann, Heilpraktikerin

Was drückt die Seele aus? Da will jemand nicht hinschauen was er verdauen muss. Es gibt etwas, das für ihn so schlimm ist, dass es zum Himmel stinkt.

Gerade fiel ein Schlüsselbegriff, der uns zur Lösung führt und damit auch zur Astrologie: „Nicht hinschauen wollen.“

„Wegschauen und etwas verstecken wollen sind sykotische Themen. Hauptmittel der Sykose ist Thuja und bei den Nosoden ist es Medorrhinum.“ ~ Barbara Lohmann, HP in Penzberg/Oberbayern

Myrica ist also gewissermaßen eine kleine Schwester von Thuja. Die Sykose entspricht mit dem Thema der schonungslosen Selbstentlarvung dem 8. Haus und dem Skorpion. Im Bedürfnis etwas Schändliches oder Traumatisches wegschließen zu wollen, erkennen wir auch das astrologische Schmuddelkind Pluto.

Pluto bedeutet die Auseinandersetzung mit der Macht. Damit wissen wir was mit dem eingangs beschriebenen Selbstwertgefühl passiert ist. Ein Machtkampf wurde verloren, vielleicht gegen einen charismatischen oder übermächtigen Gegner. Gestaute Wut blieb zurück, die sich klassisch als Hepatose zeigt. Die Chinesen sagen: „Die Leber ist der Sitz der Wut.“ Der kranke Myrica-Mensch ist zerbrochen. Er kann in großer Schmach nur noch vor sich hinfurzen.

Wenn ich die Astrologie und Psychodynamik eines Mittels erforsche, dann arbeite ich mit Bestätigungen meiner Thesen und diese reiche ich hiermit nach. Ein weiteres Leitsymptom lautet:

<Dumpfer, schwerer Schmerz in Schläfen und Stirn>; <dumpfer Schmerz in der Leber.> 5)


Dumpfe Schmerzen sind nicht nur schwer zu lokalisieren, sondern auch tief lokalisiert. Damit sind es plutonische Schmerzen. Zusammengefasst haben wir mit Myrica ein feines sykotisches Mittel für den plutonischen Löwe-Patienten, dem geholfen ist wenn er durch aufbauende Gespräche sein Königreich zurückbekommt, mitsamt seiner Selbstachtung und seinem Mut.

Anmerkungen:

1) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1391
2) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1390
3) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1390
4) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1391
5) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1390 f.


Weitere Infos zur psychologischen Homöopathie erhalten Sie aus meinen 11 Büchern und eBooks. Eines ist "Körper - Seele - Homöopathie."



Montag, 24. Juli 2017

Die astrologische Bedeutung von Erbsen und Bohnen


Beim Blättern durch Wikipediaseiten kam ich auf die Idee mir die Schmetterlingsblütler (Faboideae) anzuschauen. Bald stellte sich heraus, dass es sich um Erbsen und Bohnen handelt, wie die Paternostererbse (eine Erbse kann bereits tödlich wirken), den Gelben Blasenstrauch, den Gemeinen Goldregen (sehr giftig) oder die Feuerbohne, die gern gegessen wird. Diese vier habe ich aus der Vielzahl der Schmetterlingsblütler ausgewählt, weil sie bei der Firma www.remedia.at als Homöopathika auch erhältlich sind. (Die übrigen wie die Meskalbohne oder die Duftende Platterbse sind offenbar homöopathisch noch nicht erforscht).

Die vorgenannten Erbsen nähren uns oder befördern uns ins Jenseits. 


Der astrologische Stier repräsentiert hierbei die Nahrung und der Skorpion den Tod. Das mit dem Stier verwandte Haus 2 kommt ebenfalls hervor, schaut man sich die Bedeutung der Erbse in unseren Träumen an:

„[Es gibt eine] Verbindung mit Geld. Handelt es sich um frische Erbsen, sind sie ein Zeichen für selbstverdientes Geld, während getrocknete Erbsen darauf hinweisen, dass Geld auf zweifelhafte Weise erworben wurde, […]. Isst der Träumende getrocknete Erbsen, kündigt sich ein kleiner Rückschlag an, während das Essen von frischen Erbsen zeigt, dass der Träumende […] reich werden wird.“ Quelle: http://traum-deutung.de/erbsen/

Einen weiteren astrologischen Bezug gibt es zur Fratze der Jungfrau:

„Manchmal sind Erbsen auch ein Hinweis auf eine sehr kleinliche und pedantische Persönlichkeit, die umgangssprachlich oft als Erbsenzähler bezeichnet wird. Diese Erbsenzähler machen häufig sich und auch den Mitmenschen das Leben unnötig schwer. Vielleicht ist der Träumende auch gerade in einem schwierigen Entwicklungsprozess, der sich durch das Zählen von Erbsen in der Traumwelt darstellt.“ Quelle nochmals: http://traum-deutung.de/erbsen/

Zur astrologischen Jungfrau fand ich noch mehr Info und zwar in Murphys Klinischer Materia Medica über die Paternosterbohne auf Seite 8:

„Abrus war die Pflanze, die von Professor Nowack aufgrund der extremen Empfindlichkeit ihrer Blätter gegen atmosphärische Störungen eingesetzt wurde, um Vorhersagen über das Wetter und tellurische Änderungen zu machen.“

Die Blätter einer Pflanze sind immer merkurisch, da sie den Zweck haben den Gasaustausch zu gewährleisten. Empfindliche Blätter können wir als Merkur im 6. Haus und in der Jungfrau übersetzen, … und da haben wir nochmals den <Erbsenzähler>, einen Menschen, der quasi <sehr empfindlich ist auf der geistigen Ebene>.

Eine schöne Analogie sehe ich zu einem Märchen. Die zur Hausmagd degradierte spätere Prinzessin Aschenputtel soll Erbsen sortieren, … „die guten ins Köpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.“ Das Märchen beschreibt uns das jungfrautypische Dienen, hier in unterwürfiger Form, sowie das jungfrautypische Sortieren.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Die Kaliumsalze - Eine Einführung

Metallsalze sind chemische Zusammensetzungen aus mehreren Substanzen. In der Homöopathie können bis zu drei Anteile eine Medizin ausmachen. In diesem Blogartikel möchte ich eine Einführung schreiben in die Kaliumsalze.

Ein häufig verwendetes Kaliumsalz ist Kalium bichromicum. Wir können ablesen, dass es sich um eine Verbindung aus Kalium und Chrom handelt. Aus dem Blickwinkel der psychologischen Homöopathie haben wir einen Kalium-Charakter vor uns, der seine Kalium-Schwächen durch Eigenschaften zu kompensieren sucht, die typisch sind für Chrom. Er ist ein unsicherer Mensch (Kalium), der seine Unsicherheit durch das Blenden seiner Mitmenschen (Chrom) vertuscht. Ein zweites Beispiel ist Kalium carbonicum. Diese Person versucht ihre zahlreichen Ängste, beispielsweise vor dem Bösen (Kalium) durch starke Familienbindungen (Karbonat) zu dämpfen. Die Familie soll Halt geben!

Die Zweitsubstanz in einem Metallsalz moduliert die Erstsubstanz. 


Sie ist ein Mittel um die Jungsche <Persona> in jedem von uns, also die „Fassade“, die wir anderen Menschen zeigen, aufrecht zu erhalten.

Modulieren kann auch bedeuten: verschärfen. Ein solches Beispiel liefert das Metallsalz Kalium nitricum. 7 der 12 wichtigsten Kaliumsalze sind vertreten in der Rubrik …

<Angst im Brustkorb> (zitiert nach Rogers Complete Repertory Mind, S. 35)

Mit dem Stickstoffanteil („nitricum“) wird aus dieser Angst eine Riesenangst, zum Beispiel vor drohenden Gefahren. Es ist eine quälende, übersteigerte Angst, die pathologisch ist und behandelt gehört.

Die Zweitsubstanz in einem Metallsalz kann eine gegebene Anfälligkeit (zum Beispiel Angstbereitschaft) verstärken.



Bevor wir im nächsten Blogartikel die ersten Metallsalze besprechen, sollten wir wissen, was (fast) alle Kalium-Typen psychisch gemeinsam haben. Dazu habe ich folgende Tabelle entwickelt. Im gelben Kasten stehen die astrologischen Entsprechungen:





Ich bin Schüler von Jan Scholten und arbeite deshalb mit seinem System der Stadien und Serien im Periodensystem der Elemente. Da ist es gut zu wissen, dass Kalium Stadium 1 ist: Seine Ängste, beispielsweise, sind keine Höllenängste wie beim fortgeschrittenen Mercurius (Quecksilber), sondern einfache Ängste, welche entstehen wenn er die verwirrenden Außenwelt konfrontieren muss.

Weitere Information zu Homöopathie und Astrologie erhalten Sie in meinen 11 Büchern und eBooks.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Das homöopathische Kalium - Eine Einführung

Kalium ist ein Alkalimetall. Diese Gruppe stammt aus Stadium 1 des Periodensystems der Elemente. Kalium ist die erste Substanz der Eisenserie. Das sind fleißige Menschen, die verrichten was ihnen andere, zum Beispiel Vorarbeiter, vorgeben. Wir wollen die drei Säulen anschauen, auf welchen Kalium steht und im zweiten Teil einen Blick auf die Kaliumsalze werfen, allen voran Kalium nitricum.

Es gibt Homöopathieschüler, die gerne auswendig lernen. Für diese Schüler habe ich etwas: Kalium wird auf der Geistebene von zwei Schlüsselbegriffen bestimmt, die beide mit P beginnen:

·        Pflichtbewusstsein
·        Prinzipientreue


Kalium-Typen haben ein ordentliches Einkommen und sie gehören zur bürgerlichen Mittelschicht: Das bedingungslose Grundeinkommen lehnen sie ab, denn „es erzieht nur zur Faulheit!“ Schwache Kalium-Typen passen sich aus Sicherheitsgründen dem Mehrheitsgeschmack an. Wie Herr und Frau Zimmer im folgenden Video fahren sie einen japanischen Kombi und wählen abwechselnd F.D.P. oder „Die Grünen.“ Das Video zeigt sehr schön die kranken Kalium-Typen. Wenn Sie, liebe Leser nach dem Anschauen nicht wissen ob sie lachen oder weinen sollen, dann haben sie Kalium verstanden.
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Das passt alles sehr schön auf den Jungfrau-Mond. Kaliums sind pingelige Menschen und ihr Kopf ist voll mit Kleinigkeiten, die ihnen die Sicht auf das große Ganze versperren, typisch für Merkur im 6. Haus. Fangen Sie, liebe Leser, mit einem Kalium-Menschen bitte niemals ein philosophisches Gespräch an. Das überfordert ihn. Stellen Sie ihm auch keine Fragen in welchen er zwischen den Zeilen lesen soll, … geschweige denn ironische oder satirisch ausgeschmückte Fragen. Damit hängt er in der Luft. Er wird sein Gesicht säuerlich verziehen und dabei so höflich wie möglich ausweichen.

Wir kommen zum nächsten Block. Wir finden ACHT Metallsalze von Kalium in der Rubrik <Angst im Brustkorb> (zitiert nach Rogers "Complete Repertory Mind", Seite 35)

Kaliums sind ängstlich: <Ängstliche Menschen, die immer besorgt sind>, wie Kalium iodatum. Sie spüren die Angst also im Thorax. Kaliums wollen sich an etwas festhalten und das ist bei ihnen das Materielle (Jungfrau/Steinbock). Die typische astrologische Entsprechung für diese Angst ist der Mond im 12. Haus: Die Angst im Universum zu schweben, ohne jeden Halt. 

Als würde ein Astronaut einen Weltraumausflug machen ohne Sicherung.


Das hat natürlich mit dem jungen Stadium 1 zu tun, das keinerlei Historie hat, sondern noch Kalkschalen hinter den Ohren.


Der kranke Kalium-Mensch kommt wegen Problemen mit seiner Steifigkeit in die Praxis. Der sehr kranke ist bereits starr. Das sind Überkompensationen einer Strukturschwäche. Kalium fühlt sich wie eine Qualle, rückgratlos und gezeitenabhängig. Um damit klar zu kommen gibt er sich betont gefestigt. Er findet seinen Halt notfalls auch in einer Starre, auch wenn er darunter körperlich leidet. Weinen kann er nicht. Er behält den Schmerz seiner Pathologien für sich. Wie benimmt sich ein steifer Mensch in der Liebe?


Gesehen in  der Fußgängerzone von Düsseldorf-Benrath

Kaliums haben <schreckliche Träume>. Da wir es aber mit einem niedrigen Stadium zu tun haben, verbergen sich dahinter keine Höllengeschichten wie bei Mercurius, … sondern kindliche Ausdrucksformen einer <Angst vor der Welt>, die chaotisch und zu anspruchsvoll erscheint – und es wohl auch ist. Die schrecklichen Träume weisen auch auf eine Angst hin, die „böse Seite“ auszuleben (wie bei Kalium chloricum). Ein steifer Mensch kann sich nicht hingeben, weder emotional noch sexuell. Der Panzer ist zu stark.

Die Sexualität wird unter Ängsten scharf abgewehrt.


Sie wird als triebhaft und somit unkontrollierbar eingeschätztIch frage mich manchmal, wie Kalium es dennoch schafft Kinder in die Welt zu setzen. Vielleicht hat es damit zu tun, dass es im Supermarkt 20 Meter Alkohol zu kaufen gibt.

Im zweiten Teil werden wir uns die Salze von Kalium anschauen. Metallsalze funktionieren meist so: Die zweite Substanz moduliert die erste, also hier Kalium, was auch eine Verschärfung bedeuten kann, wie bei Kalium nitricum: Das <steife> Kalium trifft auf das <sexfeindliche> Nitrogenium. Die andere Variante der Deutung ist die Kompensation. Beispiel: Der Kalium-Mensch kompensiert als Kalium carbonicum seine Unsicherheit, indem er sich stark an die Familie anlehnt. Sich mit der Mischpoke gut zu stellen erhöht die innere Festigkeit.

Halten wir fest: Der <Wunsch nach innerer Festigkeit> ist bei allen Kaliums herausragend.



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Freitag, 5. Mai 2017

Die Saccharum album Persönlichkeit

Anders als Kochsalz fristet der homöopathische Zucker ein Schattendasein in der Literatur. Es ist ein hochaktuelles Mittel, allein schon wenn wir uns anschauen, was in vielen europäischen Fußballstadien los ist: Vandalismus. Er ist ein zentrales Moment des kranken Mittelbildes.

Weißer Zucker hat die Mutterhassliebe von Lycopodium und das überragende Mutterthema aller Milchmittel. Es präsentiert uns das Isolationsgefühl der Skorpione und das Gefühl vom Leben abgelehnt zu werden, was typisch ist für Fluor. Letzteres ist meiner Einschätzung nach der Hauptgrund für den Vandalismus der Zuckertypen. Gerade eben noch liebenswürdig, schlägt die Laune abrupt in Aggression und Zerstörung um - eine Gemeinsamkeit übrigens mit der Borderlinestörung.

Ich sehe in Saccharum zwei Subtypen. Den ersten quälte eine karge Kindheit. Es fehlte also die emotionale Nahrung. Der zweite hatte zwar eine Mutter, aber er konnte nie genug Zuwendung bekommen. Nennen wir es Unersättlichkeit. Natürlich haben beide Subtypen eine Gemeinsamkeit: Ein emotionales Defizit. Den kranken Zuckertyp erkennen wir außerdem an diesen zentralen Eigenschaften:


Chronische Unzufriedenheit, Inkonsequenz, Unverschämtheit und ständiges Meckern.



Mutwillig beschädigte Anzeige auf dem Luisenplatz (Darmstadt)

Öffentliche Güter zu zerstören ist eine Reaktion auf die Kälte der Gesellschaft, welche aber die Kälte der frühen Kindheit meint.  Das wäre der erste Subtyp: Werden wir von der Mutter emotional nicht versorgt, dann kann dieser Mangel einen homöopathischen Zuckerzustand auslösen. Das können auch reiche Eltern sein, die ihren Berufsstress vorschieben, weil sie mit dem Kind - so wie es ist - nichts anfangen können. Vielleicht sind sie auch hartherzig.

Ein bekannter Homöopathielehrer zitiert einen Patienten mit Naschzwang:

„Meistens muss ich meine Bonbons allein essen, denn die anderen sagen, es sähe unanständig aus wie ich an ihnen herumsauge […]. Ich verwöhne mich mit den Bonbons selbst […]. Es ist wie geknuddelt werden." --- --- --- Der Zucker-Patient lebt in den Erinnerungen an seine Mutter, die Kuchen backt, an die Kinderzeit und Kinderspiele. Der ganze Mensch ist ein einziger Schrei nach der Mutter. Mangialavori,M.: Homöopathie bei Angst und Unsicherheit, S. 248 ff.

Das ist der zweite Subtyp, stark auf die Kindheit fixiert und er bleibt später auch ein großes Kind, das sich einen mütterlichen Typ als Partnerin sucht. An diese Stelle passt ein Comedy-Video. Das große Kind heißt Bastian:


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