Sonntag, 17. Juni 2018

Astrologie - Uranus im Stier


Seit kurzem durchläuft Uranus das Zeichen Stier. Dazu sollten wir wissen, dass das schöpferische, blitzartig einschlagende Geistprinzip Uranus und das träge, sinnliche Fettgewebs-Temperament Stier ungefähr so weit voneinander entfernt sind wie die Erde vom Andromedanebel. Ich möchte mich – aufbauend auf einer These von Andreas Bleeck – einer weniger bekannten Sache zuwenden: Zunächst das Zitat:

„Saturn, Uranus und Pluto haben etwas gemeinsam: Das Streben nach dem Absoluten.“ ~ Andreas Bleeck

Halten wir das fest. Ich komme darauf zurück. Zunächst zum Temperament Stier. Hier die Schlüsselbegriffe:

+ Wahrung und Pflege des Erkämpften
+ Gemütliches Fallenlassen in eine sichere Struktur
+ Fressen, saufen und vögeln als Lebensinhalt

Jetzt zu Uranus. Ich möchte dieses Ur-Prinzip an einem praktischen Beispiel erklären. Meine Wohnstadt Darmstadt weist die höchste Dichte an Freikirchen im ganzen Lande auf. Warum wendet sich jemand einer Freikirche zu? Ich habe dazu mehrere Konvertiten befragt. Die meisten antworteten:

„Dort ist alles so locker, nicht so festgelegt wie anderswo.“

In diesen Kirchen regiert offenbar ein Geist der Freiheit – ob als Fake oder tatsächlich mag dahin gestellt sein. Gläubige, die sich einer Freikirche anschließen, fühlen sich also in offiziellen Kirchen nicht mehr wohl, weil dort alles „eingeweckt“ sei. In ihrer Freikirche fühlen sie sich den Amtskirchen zudem überlegen. Sie geben an erstmals die Bibel „richtig“ verstanden zu haben. Diese Angaben weisen meiner Ansicht nach unmissverständlich auf das eingangs erwähnte „Streben nach dem Absoluten“ hin. Darunter machen es die Konvertiten nicht – und dieses Streben, zusammen mit dem Freiheitsgefühl – das ist reinster Uranus.

Noch kürzer ausgedrückt: Sie suchen ihr Heil in einem „unverwässerten Ur-Glauben“, was auch immer das sein mag. Jetzt alles zusammen interpretieren:

Während Uranus im Stier wird sich folgende Hauptströmung durchsetzen: Die Menschheit sieht ihr Heil in sicheren Strukturen. Deshalb lehnt sie Experimente strikt ab. Dabei verschließt sie die Augen vor globalen Herausforderungen wie diesen:

+ Wachsende Einkommensschere zwischen Arm und Reich
+ Kinderarbeit und Sklaverei in vielen Ländern
+ Tierquälerei in der Massentierhaltung
+ Pestizide und Überdüngung in der Landwirtschaft
+ Verschmutzung der Meere durch Mikro- und Makroplastik
+ Bienensterben, …

Revolutionäre Parteien, die derzeit überall gegründet werden, müssen sich gedulden, bis Uranus in den Zwillingen angekommen ist. Das wird ab Sommer 2025 der Fall sein.

Danke für’s Lesen und Ihnen eine gute Zeit! Zum Schluss noch Werbung in eigener Sache. Weitere Infos zu Homöopathie, Astrologie und Karma erhalten Sie aus folgenden Büchern von mir und Kollegen:



Mittwoch, 23. Mai 2018

Homöopathie - Die Uranium metallicum-Persönlichkeit


Ich muss gestehen, dass ich bisher das Mittelbild von Uran nicht richtig kannte. Das hat sich mit dem Werk „Arzneimittellehre – Neue homöopathische Arzneien I“ der Autoren Eberle / Ritzer geändert. Es ist eines der besten homöopathischen Bücher, das ich in letzter Zeit studiert habe. Alle Rubriken aus diesem Buch sind in diesem Artikel mit einem Plus gekennzeichnet, sowie mit der Seitenangabe. Ich bitte um Verständnis, dass ich das Mittelbild nicht vollständig bespreche, da ich das Copyright der Autoren respektieren muss. Beginnen wir mit den ersten Prüfungsergebnissen:

+ Furcht vor plötzlichem Herztod _ S. 33
+ […] Macht und […] Autorität _ S. 60
+ Bedürfnis nach Gesehenwerden _ S. 60
+ Furcht vor dem Diebstahl geistigen Eigentums _ S. 60
+ Eifersüchtige Konkurrenz _ S. 60
+ Gefühl sie schafft es nicht _ S. 61

In den Symptomen zeigt sich Urvater Uranos in seiner schöpferischen, egozentrischen Kraft. Wie für Homöopathie typisch, erlebten Prüfer auch den Gegenpol der Machtlosigkeit (einer Löwe-Sonne), mit fehlendem Können und der Furcht, die erschaffene Frucht könne von Widersachern gestohlen werden.


+ Wacht auf mit Stirnkopfschmerz _ S. 77
+ Stirnhöhlen beidseits druckschmerzhaft _ S. 77
+ Bei den Prüfern zeigte sich teilweise [...] ein "Packen-wir's-an-Gefühl" und eine Aufbruchstimmung die notwendigen Dinge des Lebens [...] in Angriff zu nehmen und zu gestalten, bis hin zu einer Starrheit und Unbeirrbarkeit des Willens _ S. 58

Die Stirn ist so lange schmerzhaft als der Aufbruchimpuls nicht in die Tat umgesetzt wird. Während der Inaktivität bleibt der Impuls im System stecken und schlägt als Stirnkopfschmerz durch. Der Schmerz ist ebenfalls erklärbar durch den starren Willen, wenn etwas unbedingt durchgezogen werden muss. Die Körperintelligenz warnt vor Überbeanspruchung (Widder-Mond). Beleg dafür ist dieses Prüfungsergebnis:

+ Fühlt sich im Beruf überfordert; ihr droht der Verlust des Überblicks _ S. 59

Schmerzen des Stirnbereichs treten auch dann auf wenn der Betroffene sich einer unüberwindbaren Gegnerin ausgesetzt sieht. Hierzu die passenden Symptome:

+ Krieg der Geschlechter _ S. 67
+ Insuffiziente Männer _ S. 32
+ Mangelnde sexuelle Energie _ S. 32


Wir kommen zu einem bedeutenden Verdauungssymptom:

+ Verlangen nach Ordnung _ S. 65
+ Verlangen nach Sauberkeit; will endlich keinen Staub mehr _ S. 65
+ Massiv stinkende Blähungen _ S. 31

Der Wunsch, den Staub endlich loszuwerden ist absurd und daher nicht erfüllbar. Es ist ein Fokus auf dem "schmutzigen Mikrokosmos" - ein Wunsch, der im Extremfall lebensfeindlich wird (Mond im 6. Haus). Ordnung- und Sauberkeit streben eine unbefleckte, übersichtliche Umwelt an. Diese geistige Haltung finden wir in einem Verdauungssystem wieder, das sich durch die Vielfalt der Nahrung überfordert fühlt, die Verdauung teilweise verweigert und so <massiv stinkende Blähungen> produziert.


+ Entwurzelung _ S. 19
+ Beine wolkig leicht _ S. 31
+ Kein Platz in der Welt _ S. 19
+ Verlangen ein Haus zu bauen _ S. 63

Die <wolkig leichten Beine> zeigen einen Mangel an Standfestigkeit (Neptun im 4. Haus). Diesem sehr geistigen Menschen (Bezug zur Höhe) fehlt das Nest (Bezug zum Urgrund), auf welchem er endlich Wurzeln schlagen kann.


+ Sicherheitsbedürfnis in finanziellen Angelegenheiten _ S. 30
+ Perfektionistischer Zwang - Durchhalten _ S. 31
+ Gefühl der Hals ist zu dünn für den riesigen Kopf _ S. 31
+ Abneigung gegen körperlichen Kontakt [...] _ S. 67

Der sinnliche und materielle Teil des Lebens (Stier) macht Probleme. Die vorgenannten Symptome sind ein Hinweis auf innere Zweifel ob der Aufbau einer soliden Existenz gelingen könne. Will man das Symptom <dünner Hals> auf eine einzige Angst reduzieren, so könnte man sagen: Betroffene haben Angst ihr Leben könne nicht tragfähig sein. Diese Unsicherheit nagt in ihnen. Die Lösung sieht schließlich so aus:

+ Verlangen ein Haus zu bauen _ S. 63


+ Heftige Vorwürfe und Streit mit Ehepartner _ S. 31
+ Aufsteigender massiver Hautausschlag von den Waden zum Thorax _ S. 32

Das gewaltige Exanthem zeigt wie sehr der Ehekrieg unter die Haut geht. Seine Grenze zur Partnerin ist in heller Aufregung. Eine Niederlage, welche sie ihm beibringt, ist für ihn ein schmachvoller Gesichtsverlust, den es unter allen Umständen zu verhindern gilt. Der Streit mit der "Besseren Hälfte" ist auch deshalb so schmerzhaft, weil er - und das erinnert mich an Natrium - die Partnerin nur bruchstückhaft versteht. Einen Teil seiner heftigen Vorwürfe könnte er sich schenken, wüsste er nur was in ihr wirklich vorgeht (Chiron im 7. Haus). Als Versteher wäre er in der Lage, sie mit ihren eigenen Waffen zu besiegen. Im vorliegenden Falle kann er noch nicht einmal ihre Schwächen nutzen, da er mit dem Verteidigen seines Stolzes voll und ganz beschäftigt ist.

Zum Schluss etwas Werbung: Weitere Infos zu Homöopathie, Astrologie und Karma erhalten Sie aus meinen Büchern. Hier einige Veröffentlichungen:



Freitag, 18. Mai 2018

Chionanthus virginica für Dünnhäutige


Es handelt sich bei diesem botanischen Namen um die Giftesche, einen Baum. In diesem Blogartikel wollen wir der innerseelischen Polarität zwischen Dickhäutigkeit und Dünnhäutigkeit nachspüren und hierzu drei Einträge aus Murphys Klinische Materia Medica, Seite 571 (folgende), anschauen. Hier sind sie:

+ Augäpfel wie wund und zerschlagen
+ Wundes, zerschlagenes Gefühl am unteren Rücken
+ Neurastheniker

Zur Interpretation der Symptome gehen wir in die höhere Ebene: Dort erkennen wir, dass der Patient nicht genug Hülle hat, unter welcher er sein empfindsames Inneres verstecken will. Er fühlt sich zerschlagen und drückt damit aus: "Die grausame Welt da draußen hat mich, der eh schon furchtbar leidet, zerbrochen." In diesem Selbstmitleid kommt sehr schön der entwürdigte Löwe-Aszendent zum Vorschein. Der Patient ist ein König ohne Königreich.

Wir erkennen darin Schutzbedürfnis und daraus folgend Zurückgezogenheit. Sie sind unterschätzte typische Baum-Merkmale; einige Beispiele dazu: Abies nigra (Schwarzfichte) ist ein Mensch, der sehr viel Geborgenheit bräuchte, aber er verbirgt dieses Bedürfnis. Der Manschia-Patient (Mancinella) leidet unter Kälte. Es ist die "Kälte da draußen." Taxus brevifolia (Pazifische Eibe) passt auf Menschen, die sich fürchten etwas zu unternehmen. Sie wollen nicht raus, denn "die Welt ist gefährlich." Astrologie? Mond im 4. Haus.

Baum-Persönlichkeiten leben zwischen den Polen der unbeeindruckten Dickhäutigkeit einerseits und Hüllenlosigkeit mit dem Gefühl schutzlos ausgeliefert zu sein andererseits. 

Daraus können wir die gesunde Baum-Persönlichkeit rückschließen: Sie hat einen wohlausgewogenen Filter, der alle unwichtigen und nachrangigen Umwelteindrücke fernhält, aber dennoch auf alles Wichtige einigermaßen zeitnah reagieren kann, ohne dabei Angst um sein Inneres zu haben.

Zum Schluss noch zur Frage, was eigentlich Neurasthenie ist: Ärzte vor 200 Jahren nannten sehr empfindsame Menschen <Neurastheniker>. Aus meiner Kindheit kenne ich die Beschreibung <vegetativ dysreguliert>. Sie gilt bis heute unter Schulmedizinern. Moderne Autoren, auch Esoteriker, greifen mehr und mehr zum Etikett <hochsensibel>.

Zum Schluss Werbung in eigener Sache. Die zweite Auflage unseres Buches „Karma und Gesundheit“ ist erschienen. In diesem Buch spreche ich über eine Reihe von Krankheiten und ihre karmischen Wurzeln. Vorher gibt es eine Einführung in die Astrologie und Astromedizin. Hier das schöne Cover (Bildquelle ist Amazon), mit Link darunter:


Mittwoch, 16. Mai 2018

Karma und Gesundheit zweite Auflage ist erschienen


Liebe Leser, die zweite Auflage meines Buches „Karma und Gesundheit“ ist da. Herr Henkler vom „Verlag Zeitenwende“ brachte sie im März heraus. Ich freue mich über ein schönes Cover und weitere Jahre mit diesem Werk. In diesem Blogartikel finden Sie die Verlagswerbung und ich werde nach und nach einige kleine Zitate abdrucken. Die Texte wurden leicht überarbeitet.

Hier zunächst die Verlagsinfos. Darunter das Cover unseres Arnica-Buches, das einige Jahr später heraus kam. Dazu an anderer Stelle mehr ...


 Bildquelle für die obige Buchankündigung ist ...



"Karma und Gesundheit" ist bei Amazon erhältlich unter www.goo.gl/XpbBt6



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Dienstag, 15. Mai 2018

Natrium silicicum und Natrium sulphuricum

Eine der therapiebedürftigen Seiten der Zivilisation ist das Hervorbringen kranker natrischer Charaktere. Sie wollen besser sein als Affen im Zoo, die wild herumkreischen. Sie sind weit verbreitet, speziell in den USA und dort häufig in der bürgerlichen Mittelschicht. (Darüber gibt es eine böse Satire unter dem Filmtitel American Beauty.) Eine weitere therapiebedürftige Seite unserer Zivilisation ist der Narzissmus. Wir wollen uns zu beiden Themen -Gefühlsunterdrückung und Narzissmus - zwei Natriumsalze anschauen. Im Folgenden finden Sie, liebe Leser, Kurzbeschreibungen, dazu die typischen astrologischen Merkmale:

Die Arzneipersönlichkeit ‚Natriumsilikat’ enthält die Verletzlichkeit von Natrium und den Feinsinn von Silicea [Jungfrau-Sonne1), Merkur in 61), Jungfrau-Venus1), Jungfrau-Aszendent1)]. Es sind kontaktscheue Menschen. Ihre Furcht vor (sexuellen) Begegnungen kommt als Schleimhautentzündung der Nase mit übel riechenden Sekreten zum Ausdruck. Sie können andere nur dann riechen wenn diese in ihren adrett eingerichteten keimfreien Mikrokosmos passen [Jungfrau-Venus1); Saturn im 7. Haus1)]. Die schwachen Fußgelenke mit kalten Füßen weisen auf eine schlechte Erdung hin [Fische-Sonne1)], die Trockenheit von Mund und Hals auf eine zurückgedrängte Gefühlswelt, die ihnen als zu ergreifend erscheint [Mond Quadrat Saturn1)]. Natrium silicicum sind filigrane Träumer. Gern halten sie sich in einer Zauberwelt auf, die arm an tiefen Gefühlen [Mond Quadrat Saturn1)] aber reich an Kitsch ist [Mond Konjunktion Neptun1)]. 

1) Astrologisches Merkmal, das in den Horoskopen von Patienten mit Schleimhautentzündungen der oberen Luftwege gehäuft vorkommt




Natriumsulphat verbindet das natrische Haften an der Vergangenheit [Sonne im 4. Haus3); Mond im 4. Haus3)] mit dem manischen Feuer von Sulphur [Venus im Schützen4)]. Das Ergebnis ist zelebrierter Kummer und großes Drama, das in Gedanken an Selbsttötung durch Erschießen seinen egoistischen Höhepunkt findet. Die zentrale Emotion ist Ergriffenheit, die als Spasmus eines Asthmas ins Körperliche stürzt. Die Patientin sitzt am Kirchenfenster in weichem Licht während der Organist alle Register (fremder Emotionen) zieht [Löwe-Sonne2), Löwe-Mond4), Mond im 5. Haus2); Venus im 5. Haus2),4); Löwe-Mars1) und Löwe-Aszendent4)]. Die besondere Nähe zur Kirche ist ein innerer Halt gegen das Böse [Saturn im 8. Haus4)].

2) Astrologisches Merkmal, bei Asthmatikern gehäuft anzutreffen
3) Astrologisches Merkmal, in den Horoskopen von Blinden gehäuft anzutreffen
4) Astrologisches Merkmal, oft in den Horoskopen von Migränikern anzutreffen


Donnerstag, 10. Mai 2018

RELOAD Mein eBook Liebe oder Übergriff?


2015 erschien mein eBook »Liebe oder Übergriff.« In diesem Blogartikel möchte ich es kurz vorstellen. Die übrigen eBooks folgen in einem weiteren Artikel.

Das Buch

Dieses eBook zeigt das Thema Co-Abhängigkeit in Beziehungen gemäß einer neuen Definition aus den USA. Es ist für Anfänger gedacht und daher populärwissenschaftlich geschrieben. Es handelt von Übergriffen im menschlichen Miteinander. In verschiedenen Rollen erscheinen z. B. als Machtgreifer, Kletten, Ich-lose Helfer oder phlegmatische Träumer. »Liebe oder Übergriff« arbeitet in 15 Spielszenen heraus, in welchen manchmal engelhaften Masken die verschiedenen Verstrickungen im Alltag daher kommen und wie wir in ihnen festsitzen. Es soll Mut machen, sich aus Verstrickungen heraus auf die eigenen Beine zu stellen […].

Teil I: Einführung

Der Begriff Co-Abhängigkeit

Der von Anne Wilson Schaef erweiterte Begriff der Co-Abhängigkeit wurde im deutschsprachigen Raum bisher nicht angenommen. Doch gelangte bei uns in den 80er-Jahren eine Person ins öffentliche Bewusstsein mit einer aufsehenerregenden und bald populär werdenden Therapie: Bert Hellinger, ein ehemaliger Priester und Schulleiter in Südafrika.

Sein Familienstellen macht den Versuch menschliche Verstrickungen in der Familie zu erkennen und aufzulösen. Dazu begeben sich viele Betroffene in ebenso erhellende wie aufreibende Rollenspiele. Also kein träger Seelenstriptease mehr auf der Therapeutencouch, sondern endlich Aktion!

Hellinger setzt der Abhängigkeit eine Ordnung entgegen, eine "Ordnung der Liebe" in sauberen Abgrenzungen von Kompetenzen. Er forderte unter anderem, dass Kinder nicht in die Rollen von Erwachsenen gedrängt werden dürfen, indem sie zum Ersatzpartner gemacht werden. Sein Ziel war und ist eine klare Rollenverteilung.

Nun zur Definition des Begriffes nach Anne Wilson Schaef:

„Der Co-Abhängige weiß nicht, wo er aufhört und wo der andere anfängt.“ (Seite 57 in "Co-Abhängigkeit: Die Sucht hinter der Sucht" - Heyne Verlag)



Co-Abhängigkeit ist ein Zustand, der uns von uns selbst wegführt und auf andere Menschen fixiert. Die Fixierung ist eine trügerische Sicherheit, denn wir sind nur scheinbar aufgehoben. Wir zahlen den Preis, dass wir zum Spielball anderer werden. Das Verhalten führt außerdem dazu, dass wir zu unseren eigenen Ängsten auch noch die anderer Menschen miterleiden. So werden wir noch manipulierbarer.

Es gibt Zuhörer, die Beichtväter sind ohne Geistliche zu sein. Sie leben als seelische Mülleimer mit dem, was andere Menschen ihnen dagelassen haben. Sie hören als „nette Nachbarn“ zu, weil sie sich nicht lösen, nicht verabschieden können. Diese Personen sind co-abhängig, denn sie haben überhaupt keine Grenzen mehr, sind ausgeliefert. Für den bei ihnen abgeladenen Seelenmüll erhalten sie oft noch nicht einmal ein Dankeschön. Wer wie sie keine Grenzen hat, mischt sich vielleicht auch in die Angelegenheiten anderer ein oder lässt es zu, dass über seinen Kopf hinweg Einmischung möglich ist.

In der nächsten Spielszene wird der Partner als Stütze gesehen [...]: Eine emotionale Bindung ist vorhanden und sie wird vom Vater, vielleicht aber auch vom Kind sehr gewünscht:

Spielszene 3: Nico besucht die zweite Grundschulklasse. Sein Vater arbeitet in der Nähe der Schule und deshalb bringt er seinen Sohn jeden Tag bis in den Klassenraum. Einer Lehrerin fällt das natürlich auf. Sie spricht später mit ihm. In klarem, aber auch verständnisvollem Ton.

Wir beobachten in dieser Szene die Tatsache, dass das Kind nicht am Parkplatz abgeliefert, sondern bis in den Klassenraum gebracht wird. Es braucht keine Hilfe mehr, denn es findet von selbst in die Klasse. Was hat die Lehrerin dem Vater wohl erklärt? Dass die Schule ein Erlebnis- und Lernraum für Kinder ist, in welchem sie lernen sollen, sich zurecht zu finden, um eigenständig zu werden. Deshalb sind Eltern, außer an Sprechtagen, in der Schule unerwünscht. Wir wollen die Motive des väterlichen Handelns erforschen.

Ist der Vater überfürsorglich, weil er ohne das Kind allein ist? Ist das Kind vielleicht sein einziger vertrauter Ansprechpartner als allein erziehender Vater? Es wäre wichtig, dass er sich öffnet, zum Beispiel für eine neue Partnerin. Diese Partnerin könnte helfen, die väterliche Beziehung zum Kind zu normalisieren.

Ist er abhängig vom Kind, weil er es zu sehr liebt? Ist eine zu große Nähe sein typisches Muster?

Wie wird er auf Kritik an seinem Verhalten reagieren? Wahrscheinlich bringt er die Ausrede vor, er habe Angst um sein Kind: „Sie wissen doch, es passiert so viel!“ Die Strecke von 20 Metern vom Parkplatz bis zur Schule ist aber sicher.

Könnte es sein, dass der Vater unbewusst sein Kind lebensunfähig halten will, damit es ihn nicht verlässt, wenn es erwachsen ist? Das wäre eine ungesunde Liebe.


Teil III: Co-Abhängigkeit unter Völkern

Die israelisch-palästinensischen Verstrickungen

„Wir Palästinenser sind von der
menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen gewesen,
weil wir von unseren Gegnern
etikettiert, stereotypisiert und beschrieben wurden
statt von uns selbst.“
~ Frau Hanan Aschrawi


Frau Aschrawi ist das »menschliche Gesicht« der PLO, zuständig für Kultur und Information. (Die PLO regiert im Westjordanland.) - zitiert nach »Tuvia Tenenbom: Allein unter Juden«, Seite 77 - Suhrkamp Verlag 2014

Das Gold, das co-abhängige Völker gewinnen können, ist die Selbstbeschreibung – als Folge einer Selbsterkenntnis. Über dem Orakel von Delphi steht: „Erkennt Euch selbst!“ Dieser Klärungsprozess ist schmerzhaft, denn er verlangt neben dem Ausräumen falscher Anschuldigungen das Anschauen unschöner eigener Verhaltensweisen. Der Prozess verlangt …

ein ehrliches Hinabschauen auf sich selbst,
eine schonungslose Aufarbeitung der eigenen Geschichte, sowie
das Zulassen kritischer Vordenker.

Anmerkung: Das komplette Inhaltsverzeichnis des eBooks steht hier:

https://homeopathyandastrology.blogspot.de/2015/07/mein-neues-ebook-das-inhaltsverzeichnis.html




Dienstag, 20. März 2018

Homöopathie - Der Rhodium metallicum Typ

Rhodium metallicum ist ein kaum bekanntes homöopathisches Mittel. Im Periodensystem der Elemente wird es als Stadium 9 der Silberserie gelistet. Anders als bei Gold oder Iridium fehlt dem Rhodium-Arzneityp das Bewusstsein einer hohen Kaste anzugehören. Er muss innerlich darum kämpfen als ein edler Mensch wahrgenommen zu werden. Ich sehe da Ähnlichkeiten mit der kranken Platina, doch warten wir ab! Alle Rubriken in diesem Artikel sind folgender Internetseite entnommen:


Rhodium ist das teuerste Edelmetall. 31 Gramm kosten 2000 €, deutlich mehr als Gold. Wenn wir den Charakter dieses Arzneityps erspüren wollen, dann sollten wir alle Symptome auf diese Tatsache beziehen. Beginnen wir mit dem ersten Symptom:

+ Gefühl, dass das Herz herunter rutscht, schlechter durch tiefes Atmen.

Das Herz als Motor des Kreislaufssystems ist unser Zentrum. Ihm entspricht das Ich auf der Seelenebene. Das Herz wird nicht als feste innere Instanz angesehen, sondern als etwas das frei im Brustkorb wabert – als gäbe es weder Felle, Faszien noch sonst etwas, das innerlich bindet. Irgendetwas lässt ihn vermuten, dass es in seinem Körper keine verlässlichen Strukturen gäbe, die alles zusammenhalten. Die *Modalität, schlechter durch tiefes Atmen* zeigt: Er fürchtet die Weite, weil sein Herz dann noch mehr verrutschen könnte - und damit auch sein Ich. Ausgerechnet das Ich eines Edelmetall-Typen, eines hochstehenden Menschen. Dieser sollte Edelmut ausstrahlen und ein Überlegenheitsgefühl.

Beim kranken Rhodium ist ein Knacks im Selbstwertgefühl zu erkennen. Der Unterleib ist für ihn und sie schmutzig, ebenso Geschlechtsverkehr; "Kinder zu machen ist eine Schweinerei"; die Folge sind Probleme mit Eierstöcken und Hoden. Nennen wir das Ganze <Prüderie>. Der höhere Sinn menschlicher Sexualität ist aber das Bewusstsein neues Leben zu schaffen. Psychisch gesunde Eltern sind zudem stolz, mit der Zeugung ihre Gene weiterzugeben. Wir erkennen uns in unseren Kindern wieder und das sollen wir auch. Ist das Bild von der eigenen herrlichen Schaffenskraft aber gestört, dann fehlt auch die Freude am Selbstausdruck beim Sex. Hier die Rubriken:

+ Probleme mit Ovarien und Hoden
+ Fehlende Erektionen beim Mann
+ Genussloser Koitus bei der Frau

Rhodium ist das teuerste Edelmetall überhaupt. <Edel> zu sein ist verwandt mit <adlig>: Rhodium könnte somit aus der höchsten Kaste kommen, dem Geldadel. Das ist meine Theorie, denn über das gesunde Mittelbild weiß ich noch nichts. Im kranken Mittelbild existiert eine Angst, aus der Höhe zu stürzen. Zwei weitere Einträge weisen auf das Temperament Steinbock hin:

+ Träume vom Fallen aus großer Höhe
+ Große Angst zu versagen
+ Ringen um Anerkennung

Der kranke Rhodium-Typ ist der Meinung, dass er sich seinen edlen Status hart erarbeiten muss; dass ihm nichts zufliegt. Die innere Programmierung lautet: "Ich schaffe es nicht und werde wieder nur Zweiter!" Diese Programmierung ist maximaler Stress und zeigt eindrucksvoll das eher junge Stadium 9.

Kommen wir zum Schluss, mit weiteren Rubriken:

+ Meinung der anderen ist wichtig
+ Herzschläge setzen aus
+ Schmerzhafte Diarrhö

Es ist ein ständiges Bemühen vor anderen ein gutes Bild abzugeben und den Erwartungen anderer zu entsprechen. Auf der Bühne der Öffentlichkeit sind kranke Rhodium-Typen äußerst angespannt und haben Lampenfieber: Herzsymptome und Diarrhö sind das Ergebnis. Sie haben Angst durchzufallen.

Kommen wir zurück zum <mangelnden inneren Halt>. Mein Lösungsansatz ist: Der Rhodium-Typ braucht - ähnlich wie die kranke Pulsatilla - festes Bandagieren um den Glauben an den inneren Zusammenhalt der Dinge zurück zu gewinnen. Karmisch verbergen sich hinter diesem geheimnisvollen Geist-Symptom traumatische Wegreißungs- und Auflösungserlebnisse.

Mittwoch, 7. März 2018

Hochsensibilität und Homöopathie Teil 1


Als die Homöopathie begründet wurde kannten Ärzte den Begriff der <Überempfindlichkeit>. Später nannte man Menschen mit einem besonderen Nervensystem <vegetativ labil>. Heutzutage existieren Konzepte mit dem Oberbegriff der <Hochsensibilität>. Diese Bezeichnung ist weniger wertend. Die Homöopathie hat entsprechende Mittel, wobei ich zugeben muss weder praktische Erfahrung zu haben noch zu wissen, welche Befindlichkeiten, die ich im Artikel schildere, bei welchem Arzneityp gebessert werden können.

Ich habe Rubriken aus Barthels Synthetischem Repertorium ausgewählt, welche den besonderen Nervenstatus der Hochsensiblen darstellen. Sie finden diese Rubriken jeweils eingerückt, dahinter die Seitenzahl. Es geht jetzt um 7 Arzneien. Sicherlich gibt es mehr, aber mir geht es ausnahmsweise darum große Mittel dazustellen, weil darüber mehr klinische Erfahrung vorliegt. Beginnen wir mit Barium carbonicum.

Wer den Film „Forrest Gump“ gesehen hat, kennt diesen Arzneityp. Der kranke Barium ist schwerfällig, (erscheint) dumm und hat bei Frauen keine Chance. Der gesunde hat sich eine stoische Selbstversenkung angeeignet, wie wir sie ebenfalls bei Forrest sehen können, vor allem in den herrlichen Szenen als Forrest, gefolgt von seinen Lauf-Jüngern durch die Lande joggt. Wenden wir uns dem hochsensiblen Typ zu: Das Barium-Kind versteckt sich nicht nur, weil es Minderwertigkeitsgefühle hat, sondern auch weil die schnelle und anspruchsvolle Umwelt für ihn eine krasse Überforderung darstellt. Die Rubrik heißt:

<Abneigung gegen Gesellschaft>, Seite 101 f.>

Er würde lieber in einem Zeitalter leben, in welchem die 10 Stufen des Müßiggangs praktiziert werden. Dort würde er nicht verspottet. Halten wir fest: Das soeben in rot Gedruckte ist der erste Baustein für Hochsensibilität. Doch wie kommt es zu dieser Überforderung?

Hochsensible Menschen wie Calcium, Pulsatilla oder Staphysagria sind dünnhäutig und ihre Aura meist löchrig. Damit werden sie empfänglich für fast alles was in ihrer Umwelt geschieht … und derart verwirrt wie das beispielsweise von Pulsatilla bekannt ist. Das Ergebnis ist Anteilnahme oder sogar Sozialkompetenz. Eine leicht veränderte Mimik im Partner … und schon reagiert Staphysagria mit Fragen: „Was ist mit Dir?“ Die Rubrik heißt:

<Schreckliche Dinge ergreifen sie tief>, Seite 162

Damit verwandt ist folgende Rubrik:

<Erschreckt leicht>, Seite 58

Der geringste Windhauch reißt eine kranke Natrium carbonicum aus der Bahn. Der Grund liegt in einem Nervensystem, das gewissermaßen wie Espenlaub reagiert. Der kleinste Auslöser und es geht ein böser Ruck durch den ganzen Körper.

Gehen wir eine Ebene tiefer. Was bewegt diese Menschen? Es sind Ängste, die wir in folgender Rubrik finden:

<Voller Sorgen>, Seite 172

Es fehlt an einer gesunden Wurschtigkeit, aber auch an Urvertrauen, dass da schon kein wirklich gefährliches Geräusch ist. An den zahlreichen Sorgen kann man therapeutisch arbeiten, um das *sich immer mehr verzweigende Sorgenbäumchen* (ein Arbeitsbegriff von mir) zurückzustutzen. Ängste können sich sonst immer weiter verzweigen, bis der Baum alles andere überwuchert. Anfällig dafür sind insbesondere astrologische Jungfrau-Monde.

Pulsatilla ist hochsensibel, weil sie aus 99% Gefühl besteht. Emotion ist etwas Fließendes. Die pulsatillische Emotion ist hochbeeinflussbar und gerade Pulsatilla ist in ihrer Orientierungslosigkeit und Naivität anfällig. Naiv ist ebenfalls der klassische Sulphur. Seine Hochstapelei ist auch das Ergebnis einer Angstfreiheit, ihm geschehe wohl nichts, auch wenn er als Gauner oder Fremdgänger auffliegt. Treibt Sulphur seine herablassenden Spiele und seine Frauenverachtung auf die Spitze, dann kann er tief fallen. Alles wird schwer. Er versinkt in Sorgen, erschreckt sich an jedem kleinen Geräusch und verlässt das Zimmer nur noch zum Brötchenholen. Halten wir fest: Sulphur ist von Natur aus nicht hochsensibel, wird es aber nach einer schweren Dekompensation.

Das Problem bei Staphysagria ist der schwere Mangel an Wehrhaftigkeit. Deshalb wird er von anderen Menschen fertig gemacht. Diese Machtlosigkeit befeuert seine Ängste und die muss er kompensieren. Ich möchte das nicht ausführen und bitte meine Leser das Thema in Philip Baileys <Psychologische Homöopathie> nachzulesen. Herr Doktor schildert ein halbes Dutzend Subtypen von Staphysagria und wie sie ihre Lebensenttäuschung aufarbeiten.

In meiner Liste sind drei Arzneien mit Karbon-Anteil: Barium-, Calcium- und Natrium carbonicum. Bei den Metallsalzen ist es oft so, dass die Zweitsubstanz, hier Kohlenstoff, dazu da ist die Schwächen der Erstsubstanz zu kompensieren. Sorgen, Schreckhaftigkeit und Rückzugswunsch kompensieren diese Arzneitypen durch den Ankauf von Gold und Silberbarren, einer Hinwendung zu Gott und einer Suche nach Halt in ihren Familien.

Im zweiten Teil möchte ich Theorien hochladen, wie ein Mensch überhaupt zum Hochsensiblen wird. Was könnte die Löcher eingerissen und ihn damit schreckhaft gemacht haben?

Weitere Infos erhalten Sie in folgenden Büchern und eBooks von mir:




Dienstag, 6. März 2018

Überschüssiges Feuer und metallisch-bitterer Geschmack


Es gibt Menschen, die absonderliche Dinge schmecken, die sie nie gegessen haben. Man könnte sich darüber amüsieren, wenn es nicht so ernst wäre. Ich habe herausgefunden, dass sogar veränderte Geschmacksempfindungen mit dem Charakter zusammenhängen. Nehmen wir doch als Beispiel den metallisch-bitteren Geschmack. Dazu fand ich vier Homöopathika: Cuprum, Ipecacuanha, Nuv vomica und Rhus tox.

Das Empfinden einen metallischen Geschmack im Mund zu haben ist ein Hinweis auf Kühle statt Emotion. Eine Überleitung also zum Metall Kupfer:

Wir finden die Unterkühltheit wieder in der <Selbstkontrolle> von Cuprum, in der <Leistungsorientierung> von Nux vomica, mit welcher er Gefühle wegdrückt, sowie in der <Ernsthaftigkeit> von Rhus-tox - einer Tugend, die oftmals nichts anderes ist als gnadenlose Selbstkontrolle. Gut kompensiert funktioniert das eine Weile im Leben und die Betroffenen sind stolz darauf, doch irgendwann brechen Gefühle durch, das heißt: Auch der <bittere Geschmack> kann wörtlich gedeutet werden - als Verbitterung darüber, dass die unter Härten vollbrachte Leistung nicht anerkannt wurde. „Nie lobt mich jemand!“ Wie denn auch, wenn diese Charaktere derart verschlossen sind und meinen andere müssten ihnen die Mühen irgendwie ansehen (Steinbock)?

Ip, Nux und Rhus tox sind oft feurige Persönlichkeiten. Wir finden das im Löwe-Temperament wieder. Ip hat Wutanfälle, Nux gerät leicht in Zorn und der Rhus-Charakter hat eine starke Löwe-Seite, weil er in vielen Herzrubriken vorkommt. Das Herz ist astro-medizinisch dem Löwen zugeordnet. Sehr viel Feuer verändert offenbar das Geschmacksempfinden. Das verwundert nicht, sind die Sekrete der Schleimhäute doch dem Mond und damit Gefühlen zugeordnet. Das alles entspricht im Ayurveda einem erhöhten Pitta. Wir haben also die Möglichkeit solche Patienten auch ernährungstechnisch zu beraten. Nux ist ein Optimist, der in seiner Begeisterungsfähigkeit leicht fanatisch werden kann – als Beispiel. Bei <Fanatismus> denke ich immer auch an Pluto, den Befeuerer der Vulkane. Das Aufbrausende ist typisch für Kupfer, Ip und Nux.

Weitere Information zur Astrologie erhalten Sie in folgendem Buch von mir:


Homöopathie - Phalaenopsis gigantea


Die Homöopathie kennt einige Orchideenarten. Eine davon soll Thema dieses Artikels sein: Phalaenopsis gigantea – die Elefantenohr-Orchidee. Supermarktkäufer kennen sie, denn sie wird gerne im Eingangsbereich in einem kleinen Plastikeimer mit Folie eingewickelt angeboten. Dieser Orchideentyp lebt noch aus der <Großen Verbindung> und ich nehme das zum Anlass, auch einmal die karmische Dimension eines homöopathischen Mittels anzudeuten. Alle Rubriken, in diesem Artikel eingerückt oder in <…> dargestellt, stammen von folgender Internetseite:



Wenn wir durch die Geburt auf der Erde ankommen, dann bedeutet dieser Schritt, dass wir mit der Umwelt interagieren, äußere Eindrücke verdauen und einige von ihnen ins eigene System einbauen, doch dieser Arzneityp ist psychisch noch gar nicht geboren, ... wie soll er da verdauen? Die Verdauung ist ein langer Weg durch den Körper. Kommen wir zum ersten Symptom:

+ Sodbrennen und Reflux

Werden Teile der Nahrung bereits im zweiten Schritt, nämlich beim Ankommen im Magen, wieder zurückgeschickt [Reflux], dann gewinnen wir einen ersten Eindruck welch langen Weg dieser entrückte Mensch noch vor sich hat.

Als unbefleckter Schwan vom Schwanensee ist dieser Person der sexuelle Magnetismus einer heftigen Körperlust völlig fremd. Die <fehlende Libido> bildet genau das ab, ist also die Entsprechung dazu.

Dem Tierkreiszeichen Krebs sind im Körper Höhlen, Beutel und Säcke zugeordnet – also auch die Mundhöhle, wo wir etwas einschließen können. Die Aggression ist in diesem Arzneityp zwar vorhanden, findet aber keinen geraden Weg zum Ziel. Die Symptome ...

+ Stauungsgefühl und Brennen in den Augen, der Nase und den Nasennebenhöhlen

... zeigen, es werden aggressive Impulse zurückgehalten. Diese Zurückhaltung wirft die Frage auf: Ist es Schüchternheit, Feigheit, Unreife oder noch etwas anderes? Ich bin überzeugt es ist Unreife, da ich diese Orchidee nahe an den Meeresmitteln sehe. Um das zu untermauern, folgender Vergleich: Nasenbluten oder spasmodischer Husten sind Indikationen für Corallium rubrum [Rote Koralle]. Verkapselte Aggression (Mars im Krebs) ist typisch für zwei Drittel der homöopathischen Meeresmittel.

Die Persönlichkeit Phalaenopsis hat es über viele Leben verstanden ohne eigenes Profil in der vertrauten Masse Schutz zu finden. Die Ebene des Konkreten hat sie noch nicht erklommen. Um diesen Schritt zu schaffen erfährt sie die Symptome <Verschwommenheit der Sicht> und <allgemeine Verwirrung> - beides negative Manifestationen des Fische-Temperaments.

Drehen wir das Negative um in etwas Positives: Fische-Menschen und Personen mit Neptun im 3. Haus beherrschen eine Clusterwahrnehmung. Sie nehmen ihre Umwelt als großen Farbfleck wahr - zum Beispiel das rote Fahnenmeer im Fanblock von Bayern München. Einzelne Objekte sind für sie nicht interessant; sie lassen sich vom Raumbild beeindrucken, sehen daher auch den leeren Raum zwischen den Objekten - wie ein Schamane. Beziehen wir das jetzt aufs Mittelbild von Phalaenopsis: 

Es liegt der Verdacht nahe, dass diese Person auch deshalb verschwommen sieht, weil sie gar nicht daran interessiert ist die Welt scharf zu sehen, siehe Differenzialdiagnose [abgekürzt DD] von Mimosa pudica. Sie hat sich lange aufs Mitschwimmen verlassen. Ihre Kritikfähigkeit (vom altgriechischen Wort 'critein' = etwas unterscheiden können) ist noch unentwickelt. Die Orientierung am Schwarm, man könnte sagen das Schwarmfühlerlebnis, genügte ihr als Halt vollkommen.

Phalaenopsis ist eine körperlose Schönheit, durchscheinend wie eine dreidimensionale Bildprojektion (DD Phosphor) und als krankes Mittelbild ziemlich weggetreten (DD Neon). Sie ist auf die Erde gesetzt worden, wo sie kaum etwas versteht und wo eine (verbale) Klarheit von ihr gefordert wird, die sie sich erst erarbeiten muss.

Greifen wir deshalb noch einmal die Unterscheidung auf. Die beste Prüferin des Tierkreises ist die Jungfrau. Sie beherrscht den Gegenpol der selektiven Wahrnehmung. 'Selektiv' heißt, sie wählt aus. Was sie mit ihrer hohen geistigen Trennschärfe ausgewählt hat ordnet sie in ein System um optimal leben zu können - für sich und ihre Lieben. Damit ist die Lernaufgabe von Phalaenopsis auf kürzestmögliche Weise beschrieben.

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Donnerstag, 11. Januar 2018

Homöopathie - Beißen und gebissen werden

Menschen beißen eigentlich nicht und wenn doch, dann ganz zart. Ein solches Verhalten wollen wir zivilisierte Menschen den Tieren überlassen. Eine spannende homöopathische Rubrik ist daher das <Verlangen zu beißen>. Die folgenden rot markierten Arzneimittel sind alle mindestens zweiwertig und sie stammen aus Barthels Synthetischem Repertorium, Seite 24.

Die Rubrik enthält zwei dreiwertige Arzneien: Belladonna und Stramonium.


Reifer Stechapfel. Eines der spektakulärsten Fotos, die ich je geschossen habe

Wir erkennen unschwer, dass es sich um Mittelaltermittel handelt. Das Beißen ist die dunkle Seite eines Hexenkrautes, das im Mittelalter von Heilkundigen benutzt wurde um in Trance zu geraten. Wenn wir in einen anderen Zustand versetzt werden, dann gibt unser Wesen auch Züge preis, die außerhalb des zivilisierten Verhaltens liegen.

Wir schauen daher auf Tierarzneien in der Liste. Es sind derer drei: Calcium carbonicum, Cantharis und Lachesis. Zuerst dachte ich an einen Fehler bei Calcium, denn die Hälfte dessen was in einem Repertorium steht ist, wie mein Lehrer immer so schön sagt, falsch. Dann fiel mir ein, das Beißen könnte bei Calcium bedeuten, dass er <sich einen Happen sichert>. Wie kommt das? Calcium carbonicum finden wir auch in der Rubrik <Vielesser; Schlemmer> (Seite 162) - einer der Gründe warum dieser Arzneityp fast immer übergewichtig ist. Etwas zu „sichern“ ist zudem ein Charakterzug aller Karboniker. (Das sind Arzneitypen mit Endung –carbonicum.) Diese Kohlenstofftypen tun alles um ihren gewichtigen Status zu sichern. Deshalb muss ihr Kühlschrank stets gefüllt sein. Gleiches gilt für den teuren Weinkeller, mit welchem man bei neuen Bekannten ordentlich angeben kann.

Cantharis vesicatoria ist die Spanische Fliege – ein Mittel um den Sex anzuheizen. Unschwer leiten wir ab, dass es sich in Sachen Homöopathie um einen sehr sexuellen Menschen handelt. Das Beißen ist Ausdruck einer Fixierung auf Sex: Es sind gepiercte Typen mit Neigung zum Sado-Masochismus. Gebissen werden tut weh, aber manchem gefällt das. Masochistisch-bisexuelle Züge hat die Buschmeisterschlange Lachesis, doch hier kommt etwas Entscheidendes hinzu: Das Beißen bei Lachesis ist nicht nur ein Mittel um ihre Macht zu demonstrieren – typisch für Tiermittel –, es dient auch dazu, den Partner zu markieren, damit er nicht zu anderen Frauen überläuft. Schauen wir dazu in die Rubrik <Eifersucht> im oben genannten Repertorium (Seite 46). Dort finden wir neben Lachesis auch Hyoscyamus (schwarzes Bilsenkraut). Diese Menschen wollen mit dem Partner verschmelzen. Darunter machen sie es nicht. Das Beißen ist also Ausdruck eines Bedürfnisses nach extremen Nähe. Warum? Es ist eine Verlassenheitsangst, die auch beim nächsten Mittel eine überragende Rolle spielt:

Campher-Typen krallen sich in andere Menschen hinein, weil sie keinen emotionalen Bezugspunkt in diesem Universum haben (übrigens auch Bismuthum). Das ist ein erheblicher Befund: Er bedeutet nichts Geringeres als dass sie nicht allein leben können. Das Hineinkrallen leitet über zum nächsten Mittel: Cuprum



Der Kupfermensch ist zunächst ein fanatischer Denunziant. Wir finden seinen Fanatismus im Bronchialasthma wieder. Unter einer Gabe Cuprum kann es den Betroffenen gelingen zu innerer Ruhe zurück zu finden anstatt den Einpeitscher spielen zu müssen. Das Hineinkrallen lässt sich noch steigern, mit Lyssinum. Das Mittel hat viele Anklänge an das europäische Mittelalter und über die Indikation <Tollwut> einen Bezug zum Animalischen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, was dieser renommierte Homöopathielehrer zum Thema sagt:

„Alle Nosoden haben in irgendeiner Weise etwas Besessenes.“ ~ Dr. Harry van der Zee

Es fehlen noch zwei Arzneien. Carboneum sulphuratum ist ein Angsthase, der zu nächtlicher Erregung und destruktivem Zorn neigt. In dieser Verfassung überschreitet er, der ansonsten intimen Kontakt scheut, eine rote Linie und wird übergriffig. Als letztes Phytolacca: Das Mittel hat mit Belladonna folgende Indikationen gemeinsam: <rot, heiß, brennend und schießende Schmerzen>. Im Schmerztyp <schießend> können wir das Schütze-Temperament erkennen. Die dunkle Seite dieses Feuerzeichens sind Wutausbrüche und von dort ist es nur ein kleiner Weg zum Beißen. Weitere Infos zur Homöopathie finden Sie in meinen Büchern, darunter ...