Das zweitletzte Kapitel zu den Häuserpaaren umfasst Haus 1 und 7 - ich nenne sie *die Begegnungsachse.* Los geht's...
Ich -> Du
Ichbezogen -> partnerbezogen
In Haus 1 wird unser Ego geboren. Es tritt mit der Geburt in die Sichtbarkeit. Kleinkinder sind immer Radikalegoisten. Nur ihre Bedürfnisse zählen. Erst in der KiTa lernt ein Kleinkind, dass da andere [Haus 7] mit Ansprüchen sind, welche auch zur eigenen Welt gehören und vielleicht das eigene Spielzeug haben wollen.
Spielen wir Haus 1 durch: Das eigene Leben durchziehen, ohne Blick auf andere. Deren Welt, genau wie die übrige Umwelt, sie läuft nebenher. Mars in Haus 1 bedeutet, wir befahren mit dem Fahrrad die Fußgängerzone und benutzen die Füßgänger als Slalomstangen. Von einem nur knapp angerempelten Fußgänger zur Rede gestellt, werden wir frech: "Der Fußgänger ist schuld." Wir lassen jedes Mitgefühl mit ängstlichen Mitbürgern und die Existenz eines Gefahrenpotentials vermissen. Es zählt nur das eigene Fortkommen: Egoismus pur!
Haus 7 dagegen bedeutet, die fremde Existenz zu leben anstatt die eigene. Der Bezug auf das Sein des anderen, auf seine Wirkung sind bindend. Der Partner wird zum Fixpunkt, Maßstab und zur Stütze zugleich. Ist er weg, dann kriechen wir am Boden entlang - wie ein Efeu ohne Baum.
(Eigenes Bild)
Mein früherer Psychiater meinte einmal scherzhaft: "Eigentlich müssten alle Schlagertexte mit dem Warnhinweis versehen werden: 'Dieser Text gaukelt Ihnen vor, sie seien allein nicht lebensfähig!' :-)
Selbstinspektion -> Projektion
Planeten in Haus 1 sind für unsere lebendige Umwelt leicht spürbar. Wir können uns ohne viel Anstrengung als selbstwirksam oder gar als einflussreich erleben.
Geht das schief oder neidet man uns den Einfluss, dann ecken wir an, werden ausgegrenzt oder gemobbt. Es tritt etwas ein was ich Selbsthinterfragung nenne. Wir schauen an uns herunter: "Müssen wir etwas an uns ändern?"
Genau das Gegenteil passiert in Haus 7:
Die Projektion seelischer Inhalte auf unsere menschliche Umwelt ist ein beliebtes Mittel, um selbst eine saubere Weste zu behalten, sich selbst als richtig, tüchtig und geistig helle darzustellen. Dieses psychologische Manöver hat den Zweck der Selbstüberhöhung, denn alle Anderen sind im Extremfall "unsauber, liegen falsch, sind faul und dumm."
(Spirituelle Frage von mir: Wenn dem so wäre, warum wurde dann so jemand auf unserem Planeten geboren und "nicht auf einem besseren?")
Je intensiver eigene Schwächen projiziert werden, umso größer ist die Selbstgerechtigkeit und die herablassende Haltung. Oft wird solch ein Verhalten von einem Elternteil leider vorgelebt...oder von Freunden.
Ansonsten ist die Begegnungsachse spannend und analoge Kontakte sind allemal besser als digitale :-).









