Samstag, 22. September 2018

Der böse Wassermann


Authentisch, unbürgerlich und brutal offen – so kennen wir die Wassermänner und -frauen. Spießbürgerlichkeit und Verklemmtheit des Steinbocks haben sie überwunden, gehorchen ihren eigenen Gesetzen und können selbst denken. Was das alles in seiner bösen Verzerrung bedeuten kann, das lernen wir bei unserem Astrologielehrer meist nicht. In diesem Blogartikel erfahren Sie deshalb, liebe Leser, etwas über den bösen Wassermann.

Kein Wassermann wird böse geboren. Dazu bedarf es, wie bei den anderen Tierkreiszeichen, bestimmter Umstände. Ein Kind, dem wir alles durchgehen lassen, wird unter wassermännischer Prägung wohl eine Herablassung entwickeln, die jeder Beschreibung spottet. Es lässt sich von Niemandem etwas sagen. Ein weiteres Szenario ist ein geistig enges Zuhause, das den Heranwachsenden mit einem heiligen Vorsatz erfüllt, nur noch frei und regelbrechend leben zu wollen.

Regelbruch, umgekehrter Lebensrhythmus und das Geschwätz von gestern


Aus der Homöopathie kennen wir den Schwefel-Typ. Er ist als Mitarbeiter, sofern er sich auf die Seite des Bösen geschlagen hat, eine reine Zumutung. Das Rauchverbot kümmert ihn nicht, er überlässt anderen die Drecksarbeit und er bleibt überraschend weg, sagt niemandem bescheid: „Auf Konferenzen wird nur sinnfreies Zeug geredet!“ Ist der Wassermann selbständig, so ist sein Lebensrhythmus umgekehrt: Er ist nachts auf und schläft tagsüber. Das Essen bestellt er online und lässt es vorfahren. Mit ihm Verhaltensstandards festlegen zu wollen ist unmöglich: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!“ Sein gesamtes Verhalten ist eine Verhöhnung seiner Mitmenschen.

Provokation des Bürgertums


Fans des täglichen Formats „TV Total“ werden sich daran erinnern wie Stefan Raab unbekannte Menschen mitten in der Nacht aus den Federn holte. Dazu klingelte sein Fernsehteam an ihrer Tür und dort standen die Opfer da - verschlafen, im Hausmantel und nicht im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte. Es wurde bekannt als „Bimmel Bingo.“ Natürlich wurde Raab hier und da verklagt, doch die Strafe zahlte er als stinkreicher Fernsehmensch aus der Portokasse.

Predigt Humanismus und lebt die Ausbeutung


Wenn sich die geistige Trennschärfe des Wassermanns mit einer fortschrittlichen Gesinnung verbindet, so ergibt das jemanden, der in seiner Außenwirkung darauf bedacht ist die Losungen der Französischen Revolution zu lehren: *Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.* Seine häusliche Situation steht hierzu in krassem Gegensatz, was ihn aber nicht bekümmert. Er macht zu Hause keinen Schlag, obwohl seine bessere Hälfte das immer wieder reklamiert. Er „ist für höhere Dinge vorgesehen. Warum beutet sie sich denn selbst aus?“ Auf allen Vieren putzt sie die Böden, wie eine Novizin alter Tage. Dabei erträgt sie die abgehobenen Sprüche ihres Mannes, der seinerseits beklagt wie großartig die Menschheit sein könnte, wenn sie nur wollte. Bei diesen Vorträgen starrt er auf ihren Hintern. (Der Wassermann ist Teil des fixen Kreuzes, zusammen mit den sinnlich-sexuellen Zeichen Stier, Löwe und Skorpion.)

Auf die eingangs erwähnte „brutale Offenheit“ möchte ich noch einmal zurück kommen. Wir erleben sie in einem Sketch von Anke Engelke.




W E R B U N G: Mehr Infos zu Homöopathie und Astrologie erhalten Sie aus meinen 11 Büchern und eBooks. Eins davon ist beim Schirner Verlag in Darmstadt erschienen. Außerdem bietet der Kopp Verlag mein Fernstoffbuch an.

Sonntag, 16. September 2018

Gott und die Universale Mutter


Die Frage nach Gott hat mich schon immer beschäftigt. Eines Tages war für mich sonnenklar, dass auch Gott verheiratet ist. Warum sollte es ihm besser ergehen als uns irdischen Männern? In diesem Blogartikel möchte ich Ihnen seine Bessere Hälfte, die Universale Mutter vorstellen, sowie das Bronchialasthma und den ins Leben geworfenen Neo.

Kaum volljährig, trat ich aus der Kirche aus. Mich störte, dass drei Männer auf uns aufpassen, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Nicht, dass ich etwas gegen sie hätte, aber mir fehlten die Frauen, die Kinder und die Pflanzen. Alle monotheistischen Religionen beziehen sich auf einen Gott und der ist männlich – auch wenn beteuert wird, dass der EINE alles andere mit einschließt. Eines Tages war ich stolz erkannt zu haben, dass die drei Religionen Manifestationen eines patriarchalen Denkens sind. Natürlich ist das der katholischen Kirche längst aufgefallen und daher gibt es ja die Verehrung der Mutter Gottes. Doch sie ist mir, ehrlich gesagt, zu menschlich.

Es gibt etwas wirklich Großes – die Universale Mutter.


Sie ist ein Konzept des Homöopathen und Arztes Harry van der Zee. Gott ist für mich ein Schöpfergott jenseits aller menschlich denkbaren Intelligenz, aber das Gebären und Halten, das obliegt doch der weiblichen Seite, der Universalen Mutter! Mit diesem Konzept kann ich etwas anfangen, denn es hat große Ähnlichkeit mit den Erzählungen aus der Griechischen Mythologie, mit Uranos und Gaia.



Die Universale Mutter hinterlässt einen Fußabdruck in der Astrologie. Wenn wir *Mutter* mit dem Mond gleichsetzen und das *Universum* mit dem 12. Haus, dann macht das zusammen Mond im 12. Haus. Da ich mich täglich mit dysfunktionalen Geschehen beschäftige bin ich überzeugt, in dieser Mondstellung einen Signifikator für körperliche Beschwerden zu erkennen. Spontan fällt mir das Bronchialasthma ein. Die Bronchialmuskulatur verkrampft und die Sekretbildung ist erhöht. Im Krampf sehe ich ein Klammern an der Universalen Mutter und in der Sekretbildung ein herzzerreißendes Weinen, „doch endlich wieder mit ihr vereint zu sein.“ Woher kommt eigentlich der Wunsch? Manche Patienten mit dem Mond im 12. Haus haben keinen emotionalen Bezugspunkt in dieser Welt – trotz eventuell vorhandener leiblicher Mutter. Deshalb fühlen sie sich haltlos – wie etwa die homöopathischen Magnesium-Typen, Bismuthum oder der Campher-Typ.



Füllen wir das Ganze mit sichtbarem Inhalt. Liebe Leser, kennen Sie die Geburtsszene von Neo aus „Matrix?“ Sie ist schnell beschrieben: Neo wird entschlaucht, rutscht eine Wasserbahn herunter und plumpst in ein großes Wasserbecken. Danach wird er von einem Maschinententakel abgegriffen und in die Welt hinaufgebracht. Nach dieser Szene kommentierte meine damalige Freundin Jutta Nebel philosophisch:

„Der Mensch ist ein Geworfener!“


Die Geburt trennt uns auch von der Universalen Mutter und das ist für manche Geworfenen eine böse Überraschung. Möglicherweise lebenslang quält sie eine Sehnsucht nach der Rückkehr, was sich auch in Krankheiten ausdrücken kann. Zu Lösungsansätzen bezüglich dieser Probleme fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Psychologen. Ich kann das Thema hier nur anreißen. Vielen Dank für’s Lesen.

W E R B U N G: Weitere Information zu Homöopathie und Astrologie erhalten Sie in meinen Büchern und eBooks. Eines davon ist beim Schirner-Verlag in Darmstadt erschienen.

Samstag, 15. September 2018

Die Jungfrau auf dem Hotelbett - RELOAD


Die astrologischen Häuser 7 und 8 erkläre ich gern im Zusammenhang. Sie stellen einen Teil des 3. Quadranten dar. Planeten dort machen Aussagen darüber wie wir uns im Kontakt verhalten. Wir werden später noch auf Saturn in 7 und 8 zu sprechen kommen, außerdem auf den Jungfrau-Mond.

Haus 7 ist die Ebene des Flirts. Wir lernen einen interessanten Menschen anlässlich einer Einladung kennen. Weiße Einrichtung, stilvolles Ambiente und adlige Gäste, die Champagnergläser in der Hand halten. Der Pianist begleitet die Atmosphäre mit perlenden, unaufdringlichen Melodien. Die Damen haben keinesfalls ihr Parfum vergessen. Ich spreche vom Eros des Tierkreiszeichens Waage – das intensivste Kontaktzeichen im astrologischen Kosmos. Man schmeichelt einander. Ähnlich ist die Atmosphäre in einem noblen Hotel, wo auch Roulette gespielt wird. Sakko sitzt neben Abendkleid. Man lernt sich kennen. Bis hierhin können wir schummeln, können unsere kulturelle Tünche zeigen. 


Aber jetzt gehen wir über in Haus 8. Wir spinnen die Geschichte weiter: Aus Schmeicheleien wird jetzt handfeste Zuneigung.

Es knistert so heftig, dass die Fortsetzung des Roulette-Spiels im Hotelzimmer stattfinden soll. Mit anderen Kugeln.


Mit einem schelmischen Gesichtsausdruck verabschiedet sich die Dame mehr oder weniger kurz im Badezimmer. Als sie wieder kommt strahlt sie eine verführerische Natürlichkeit aus, die etwas Urwüchsiges haben kann, denn animalische Instinkte haben längst von ihr Besitz ergriffen. Zumindest müsste es so sein. Das wäre der natürliche Zugang zum Sex. Ich schreibe hier keinen Erotikroman, deshalb denken Sie sich den Rest weiter, ganz wie Sie wollen … Doch was ist, wenn all das nicht klappt?

Wenn wir uns unter Besuchern spröde verhalten; wenn wir Gänsehaut bekommen, schon beim Lesen dieser kleinen Geschichte; wenn Sexualität für uns verdorben ist, dann brauchen wir eine Ausrede. Wir flüchten uns in eine Krankheit, die es uns erlaubt Abstand zu halten. Wir verstecken unsere Verklemmtheit hinter einer Hautkrankheit: Rhagaden, Fissuren, verschiedene Formen von Herpes, Impetigo, Urtikaria oder auch Lupus. 

Rheuma ist auch eine Möglichkeit sich vor dem Sex zu drücken.


Ich habe alle genannten Beschwerden astrologisch erforscht. Gemeinsam haben sie ein großes (karmisch bedingtes) Kontaktproblem. Angezeigt wird es astrologisch durch Saturn in einem der beiden Häuser, also 7 oder 8.

Seinerzeit las ich von einer Frau, die stolz berichtete, sie sei noch nie von einem Mann berührt worden. Das ist die pathologische, astrologische Jungfrau. Es sind Menschen, die – wenn sie überhaupt Sex haben – vorher ordentlich ihre Klamotten zusammen legen. Die gierige Atmosphäre ist futsch und die Pheromone haben sich voller Entsetzen durch die Klimaanlage verabschiedet. Es handelt sich um den Jungfrau-Mond, den *Sponsor aller Sagrotan-Produkte* Dazu eine Vorankündigung: Demnächst gibt es einen Spott-Artikel von mir mit dem Titel „Der Jungfrau-Mann auf Kurzreise.“

W E R B U N G: Weitere Infos zu Homöopathie und Astrologie erhalten Sie in meinen Büchern und eBooks. Eines davon ist beim Schirner-Verlag in Darmstadt erschienen. Hier die Verlagswerbung:























Samstag, 8. September 2018

Psychosomatik des Fußschmerzes


Zum Thema Fußschmerz habe ich folgende homöopathische Arzneien ausgewählt: Antimonium crudum1) 2) 3), Petroleum2) 3), Phosphor1) 3)  und Silicea1) 3). Diese Mittel fallen auf, weil sie eine Affinität zu den Füßen haben. Woran erkenne ich das? Sie werden gleich bei mehreren Beschwerden der Füße angewandt. Wir wenden uns dem ersten Thema zu. Im Islam gelten die Füße als unrein.


Innenhof der Basilika in Assisi (Italien) - © 2017 Jürgen Miller

Der Begriff <schmutzig> hat überall auf der Welt auch mit Sex zu tun. Die tiefgründige Antimon-Seele ist unfrei, denn sie wird von ihrem Sexualverlangen gequält. Sie schämt sich ihrer körperlichen Bedürfnisse und die Fußschmerzen sind der Auftrag diese Scham genauer anzuschauen und zu prüfen - frei nach Byron Katie: „Ist mein sexueller Wunsch wirklich pervers?“ Oder auch so: „Bin ich sexsüchtig, so dass ich mich behandeln lassen muss?“

Kommen wir zur Anspannung rissiger Fersen. Wir finden sie im Petroleumtypen wieder. Petroleum wird gern gegeben, wenn Nux vomica nicht zum Ziel geführt hat. Es sind gehetzte, angespannte Erfolgsmenschen auf der Überholspur des Lebens. Vielleicht sollten sie aufhören vor sich und ihrem Leben davon zu laufen. Der Fußschmerz hält sie nun am Boden (der Tatsachen).

Wir kommen zum dritten Mittel, zu Phosphor, dem Ekstatiker. Seine Fußballen-Entzündung ist der Warnhinweis des Höheren Selbst:

Vorsicht! Deine Erdung fehlt.


Der Phosphor-Mensch hebt nur zu gerne wie ein Flugzeug ab und dann bekommt er <unten> Probleme, wenn er die harten Tatsachen nicht sehen will.

Zum letzten Mittel: Ein quälendes Gefühl von Zerbrechlichkeit treibt die kranke Silicea-Person um. In größter Sorge beschäftigt sie der Gedanke das eigene Leben könne nicht tragfähig sein. (Füße sind unser Fundament.) Beachten Sie hierzu, liebe Leser, dass die Ängstlichkeit von Silicea in der Literatur als 4-wertig notiert ist4).

Ganz unabhängig von diesen 4 Arzneitypen stellt sich bei der Fuß-Psychosomatik auch oft die Frage:

„Stimmen die Lebensgrundlagen noch oder tun sie inzwischen weh?“


Sollten die Betroffenen größere Schuhe kaufen, weil ihr Leben inzwischen (zum Beispiel durch ein Erbe) in eine größere Dimension hinein gewachsen ist?

1) Murphys Klinische M. M., S. 2227 (Fußballenentzündung)
3) Murphys Klinische Materia Medica, S. 2236 (Hühneraugen)

Für Fans der Psychosomatik habe ich noch einige interne Links zu weiteren Psychosomatik-Artikeln:

Schulterschmerzen und die Seele:

Knieschmerzen und die Seele:

Zahnschmerzen und die Seele:

Trockene Schleimhäute und die Seele:

Die Psychosomatik der Knieschmerzen:

Die Psychosomatik des Nackenschmerzes:

Psychosomatik der Akne

Psychosomatik der Hyperthyreose:



Dienstag, 21. August 2018

Die Psychosomatik der Hyperthyreose



Hyperthyreose lautet die Diagnose wenn die Schilddrüse überfunktioniert. Die üblichen Symptome sind erhöhter Stoffwechsel, erhöhter Puls und erhöhter Blutdruck. In diesem Artikel werde ich mir die Psychosomatik dieser Schilddrüsengeschichte näher anschauen und einige Arbeitshypothesen aufstellen. Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht alle Fraktionen dieser Patienten bespreche, denn das Format meines Gesundheitsblogs sind eher kurze Artikel.




Das Hauptthema der Hyperthyreose scheint ein Gefühl zu sein keine Macht über das eigene Schicksal zu haben. 


Dazu drei homöopathische Beispiele: Cactus grandiflorus ist jemand, der das Gefühl hat dem Schicksal ausgeliefert zu sein. Das erkenne ich am Eintrag <Furcht, dass etwas Schlimmes passiert> (Quelle: Murphy, 400). Genauso wenig kann der Glonoinum-Typ eingreifen. Er ist <schreckhaft> (Zandvoort, 10) und <hat das Gefühl zu schweben> (OpenHomeo.org). Wie will jemand sein Leben dirigieren, wenn er nicht geerdet ist? Beim Meeresmittel Spongia finden wir ein <ängstliches Erwachen> (Murphy, 1916). Seine Furcht- und Angstsymptome zeigen: Er spürt etwas, das ihn zerstören könnte, was er aber nicht zu fassen bekommt. Es ist als habe er einen Untermieter im Keller, den hörbar ist, sich jedoch nie blicken lässt. Meine Schlussfolgerung daraus: Eine Hyperthyreose gehört nicht nur schulmedizinisch oder begleitend homöopathisch behandelt, denn sie ist offenbar mehr: Ängststörungen können vergesellschaftet auftreten - Störungen, die rechtzeitig behandelt gehören, damit sie nicht aus dem Ruder laufen, in eine Frühberentung. Astrologie? Sonne in Löwe, Sonne in Haus 12, Pluto in Haus 12.

Bleiben wir doch bei der Sonne im Löwen. Beim Studieren passender Mittel bei Hyperthyreose in "Murphys Klinischer Materia Medica" auf Seite 2283 fiel mir etwas auf: Es ist das Beklagen eines Würdeverlustes; Beispiel Belladonna: <Leicht beleidigt> (Zandvoort, 359). 

Betroffene setzen nun alles daran ihre Reputation wiederherzustellen. 


Damit übernehmen sie sich kräftemäßig. Meine Arbeitshypothese ist nun: Der Beginn dieses Verschleißes ist auch der Beginn der Hyperthyreose. Der Körper signalisiert: "Du übertreibst Dein Anliegen. Das ist keine Lösung Deines Problems!"

Ebenfalls auffällig war, dass die Hyperthyreose nicht nur ein <ungestümes Wesen> anzeigen kann, sondern auch eine Neigung zur Gewalt. Wer sich mit homöopathischen Arzneien auskennt wird mir Recht geben, dass Murphys Hyperthyreosemittel Belladonna, Flusssäure und Glonoinum ein großes Gewaltthema verbindet: <Wut, Raserei; Heftigkeit>. Aus dem Blickwinkel dieser Schilddrüsenbeschwerde können Angehörige jetzt Mitgefühl entwickeln, anstatt selbst nur noch wütend zu sein. Beispiel: Der autorasende Flusssäure-Mann ist für die betroffene Ehefrau zunächst meist nur ein "rücksichtloser, ätzender Drecksack." Sein aggressiver Fahrstil zeugt aber von Hilflosigkeit, nämlich keinerlei Macht über das eigene Schicksal zu haben. Hier sollte die eigentliche Therapie ansetzen, um die Patienten auszusöhnen. Damit sie aus der aufgebrachten Entgleisung wieder zu innerer Ruhe zurück finden. Astrologie? Mars im Widder. Mars im Aspekt zu Pluto.

Quellen, wie angedeutet, mit Seitenzahl: Murphys Klinische Materia Medica / Roger van Zandvoorts Complete Repertory Mind / Boerickes Materia Medica and Repertory Pocket Manual, sowie die Internetseite www.OpenHomeo.org.

W e r b u n g: Mein Feinstoffbuch ist beim Kopp-Verlag noch vorrätig. Für alle, die Interesse haben an Astrologie, mit Homöopathie und Satire, hier die Verlagswerbung:





Sonntag, 19. August 2018

Psychosomatik der Akne - Angstlust und Selbstbestrafung


Akne ist vielen Betroffenen als unangenehme Geschichte während der Pubertät in Erinnerung. Leider gibt es die Akne auch später. Wir wollen in diesem Artikel anschauen was hinter Pusteln und Pickeln stecken könnte. Das gibt uns die Möglichkeit der Akne die geistigen Voraussetzungen zu entziehen und endlich eine schöne Haut zu bekommen.


Akne hat mit Scham zu tun. Dafür sind Menschen anfällig, die jede <unanständige> Regung unterdrücken. Sind sie <beschämt wegen unanständiger Lust>, dann kommt das als Selbstbeschädigung einer Hauteruption zum Ausdruck. Wählen wir dazu zwei Arzneipersönlichkeiten aus: Rote Seesterne (Asterias rubens) sind Menschen mit großem Leistungsehrgeiz, gepaart mit einer sturzkonservativen Lebenseinstellung, die ihnen sehr enge Vorstellungen davon vermittelt was man darf und was nicht. Eine ähnliche Steinbockgeschichte erzählt das Mittel Juglans regia. Menschen, welche auf die Walnuss passen, sind sehr anfällig dafür sich zu schämen, wenn sie daran denken was die Nachbarn denken könnten. Beide Mittel zeigen die typisch steinböckische Scham etwas getan zu haben, <was sich nicht gehört>. Das alles übersetzt der Körper gegebenenfalls als Akne. 


Die Krankheit ist wie eine Selbstbestrafung. 


Walnuss-Frauen sind aber keineswegs unerotisch, ganz im Gegenteil: Nur zu gerne ziehen sie Blicke möglicher Geschlechtspartner auf sich. (In der chinesischen Sprache ist die Walnuss ein Symbol für Flirt!)


Akne ist Ausdrucksform einer Angstlust, wie beim schmachtenden Romantiker Antimonium crudum. Das Thema des Hin- und Hergerissenseins in Bezug auf Sex ist an sich für die Pubertät typisch. Hier geht die Hormonumstellung junger Menschen Hand in Hand mit der Angstlust gegenüber Sex, doch das Thema kann sich hinziehen. Ein großer Liebeshunger ist vorhanden, zusammen mit einem zwiespältigen Beziehungswunsch. Das produziert Leid. Carbo vegetabilis sind sehr sinnliche, leidenschaftliche Menschen, aber das Gefühl wieder leiden zu müssen, verdirbt ihnen die Sehnsucht. Bei Antimonium crudum ist das ähnlich.

Die Hauterscheinung ist Ausdruck einer massiven Kontakthemmung – wie bei Ledum und Kalium iodatum. Pusteln sollen die Botschaft ausdrücken: "Fass mich bitte nicht an; damit kann ich nicht umgehen; ich fühle mich überrollt. Ich kann mich auf dieses rauschhafte Erlebnis nicht einlassen!" 


Akne kann auf eine starke Angstsymptomatik hinweisen. 


In manchen Patienten existiert der Eindruck sie <schwebten in einem Raum emotionaler Beziehungslosigkeit>. Dort werden sie nicht mehr durch die Mutter oder eine ähnliche Bezugsperson gehalten. Es fehlt der umschließende, sichere Mutterarm. Die entstehende emotionale Unterernährung löst einen Hilfeschrei aus, der als Akne nach oben durchbricht. (Bei jeder Hauteruption immer fragen: Könnte da etwas in mir nach oben schreien?)

Auf der Suche nach dem tieferen Grund für Akne machte ich eine faszinierende Entdeckung: Ein großer Teil der in Dr. Boerickes Materia Medica gelisteten kursiv gedruckten Arzneien für Akne simplex (Seite 904) befindet sich auch in der Rubrik <Angst im Brustkorb> von Roger van Zandvoorts Complete Repertory Mind (dort auf Seite 35). Offenbar haben Haut und Lunge hier ein gemeinsames Thema: die soeben beschriebene fehlende <emotionale Nabelschnur>.

Etwas Werbung zum Schluss. Hier eines meiner eBooks: 



Freitag, 17. August 2018

Einige Gedanken zum Thema Zunge


Die Zunge ist ein wendiger Muskel und das wichtigste Instrument unserer Sprache. Im Englischen sind Zunge und Sprache sogar dasselbe Wort. Die Meister des Tierkreises in Sachen Sprache sind die Zwillinge. Wir finden dieses Temperament in folgender Rubrik beim Mittelbild von Baptisia tinctoria: <Glaubt er sei zerbrochen, doppelt und seine Glieder würden sich miteinander unterhalten> [Quelle: Murphys Klinische Materia Medica, S. 310].




Zwillinge sind ja zwei Menschen (in einem). Das sind zwei Lebensweisen, zwei Weltanschauungen und so fort. Es ist ein Dualismus, der bis zu einer Gespaltenheit führen kann. Beziehen wir die Zunge mit ein: In der Natur finden wir die gespaltene Zunge bei den Schlangen. Dieses Tier ist uns schon ewig bekannt und in der Kollektivseele tief verwurzelt: Menschen, die auf das Mittel Ranunculus scleratus passen, <träumen von Schlangen> [Zandvoorts Complete Repertory Mind, S. 170]. Das kann mehr als nur ein Traum sein ...

Ein Kampf zwischen Gut und Böse in der eigenen Seele!


Eine brillante Romanfigur ist Grima Schlangenzunge, der zwielichtige Berater des Königs von Rohan aus "Der Herr der Ringe." Als die verbliebenen Gefährten Rohan besuchen herrscht Gandalf den Königsberater an: 

"Behaltet Eure gespaltene Zunge hinter Euren Zähnen!" 


Er meint damit dessen bösartige List - eine negative Manifestation des Zeichens Zwillinge, in Verbindung mit dem astrologischen 8. Haus.

Die Zunge liegt in der Mundhöhle; also schauen wir uns den Schlüsselbegriff Höhle näher an: Höhlen sind fast umschlossene Räume, wo körperlich aber auch seelisch etwas aufbewahrt werden kann, das nicht ans Licht soll, beispielsweise Wut und Ärger: Werden diese Impulse *verkapselt*, dann manifestieren sie sich zum Beispiel als <Geschwüre im Mund>, wie im Mittelbild von Muriaticum acidum [Murphys Klinische Materia Medica, S. 1382].

Die Zunge befindet sich direkt hinter dem Mund, einer großen Eingangspforte. Alle Öffnungen, die wir haben machen es möglich, dass wir kommunizieren, aber wissen wir immer im Voraus, ob wir als Nahrung etwas Gutes oder etwas Falsches aufnehmen? Sollte es falsch sein, haben wir dann genügend Kraft es zügig wieder loszuwerden? Wie stark ist unsere Immunkraft?

Erkrankungen der Zunge wie beispielsweise Aphthen (das sind Schleimhautgeschwüre) können ein Hinweis sein auf eine vorübergehende Immunschwäche. Diese Menschen werden vielleicht gerade mundtot gemacht und die feststeckende Wut darüber verbleibt im System. Es kann auch sein, dass sie sich überarbeitet oder sich nachts verkühlt haben. Es fehlte also vorübergehend ein solider Schutz. Das homöopathische Arum triphyllum ist ein schönes Beispiel für einen schutzbedürftigen Patienten. Er fühlt sich <schlechter durch kalten Wind> [Murphys Klinische Materia Medica, S. 254] - ein sensibles Geschöpf mit einer dünnen Aura, an welcher der Wind zerrt.

Zum Schluss die gewohnte Werbung in eigener Sache. Sie lesen eine Kurzbeschreibung meines Werks "Körper - Seele - Homöopathie":