Freitag, 1. Juli 2016

Homöopathie - Die Silicea Persönlichkeit

Ein großes Mittel der Homöopathie ist Silicea. Mineralienfreunde sagen dazu Bergkristall und Chemiker nennen sie Kieselsäure. Es sind Arzneipersönlichkeiten mit klarer, heller Gesichtshaut und dünnen Haaren. An sich sind sie blond, doch sie können natürlich auch andere Haarfarben haben.


Beginnen wir mit einem Märchen. Die Prinzessin steht am Brunnen und sie blickt sorgenvoll hinunter. Dort liegt ihr goldener Ball. Sie schaut sich um, wer ihn herauf holen könnte. Sie selbst kann das nicht, denn sie wüsste überhaupt nicht wie sie das anstellen sollte. Zudem würde sie sich arg schmutzig machen und eine solche Arbeit wäre unter ihrem hochwohlgeborenen Stand.

Eine typische Silicea ist mit der Hälfte ihrer Existenz noch im sagenumwobenen Königreich. Mit der anderen Hälfte versucht sie im Hier und Jetzt zu bestehen. Da sie also ein Stück weit lebensfern ist, finden wir das Mittel in der Rubrik <unfähig zum Haushalt>. Wenn eine Silicea es sich leisten kann, beschäftigt sie also eine Haushälterin. Diese erscheint zu Schichtbeginn an der Wohnungstür und es ergibt sich folgender Dialog:

„Berta, ich habe Mist gemacht in der Küche!“ --- „Ja, Madame, ich kann es hier schon riechen.“


Madame ist eine pensionierte Ballerina. Sie hatte ihre eigene Schule. Sie war streng und es war ihr wichtig, dass ihre Schüler Selbstdisziplin und Härte gegen sich selbst lernten. Astrologie? Steinbock. (Silicea ist das einzige Mittel der Rubrik <schüchtern, doch sehr ehrgeizig>.) Das Mittel steht in der Rubrik <schwacher Charakter> und deshalb war es der Ballettmeisterin wichtig, dass die Kinder Körperhaltung lernten.

Die Kieselsäure ist das erste Mittel, an das Homöopathen denken, wenn es um einen <Mangel an Lebenwärme> geht. Diese Menschen werden im Hochsommer mit Mütze gesichtet. In der Oper La Bohème gibt es eine Arie „Wie eiskalt ist dies Händchen!“ … Dafür braucht es kein Training, sondern nur eine kranke Silicea, um diese Rolle auszufüllen. Die Kühle hat auch etwas mit der Ausgrenzung von Gefühlen zu tun. Silicea will von innen und von außen niemals stark bewegt werden, … wie etwa von Strömen heißer, leidenschaftlicher Lava. Wird diese Haltung übertrieben, dann kommt es zur <Taubheit einzelnder Körperteile>. 

Wir Schweizer haben keine Emotionen - wir haben Geld. ~ Hazel Brugger, Comedian


Der Text – ohne Hazel Brugger – steht in ähnlicher Form in meinem Buch „Körper – Seele –Homöopathie.“


Übrigens: Die Schweiz ist ein schönes Beispiel für ein Silicea-Land. Es ist diese gediegene Niedlichkeit. Schweizer sind etwas spröde, vorsichtig und ordentlich. In einer typischen Silicea-Wohnung ist alles hübsch anzusehen. Es gibt eine Reihe putziger, wertvoller Herumsteherlis.