Donnerstag, 19. Dezember 2013

Spinnenmittel


Die homöopathischen Spinnenmittel werden angeführt von Tarentula hispanica. Welche Schlüsselbegriffe hat diese Mittelgruppe gemeinsam?




Autismus


Das Spinnennetz hängt in der Luft - Symbol für ein ungutes Gefühl. Ziehen wir zwei Rubrikeinträge hinzu um das deutlich zu machen: <Glaubt zu fliegen> (lat-h), sowie <Gefühl von Verlorenheit> (aran). Diese Menschen beobachten aus dem Augenwinkel eine Umgebung, der sie aber nicht angehören. Sie sind als Autisten oder Menschen mit starker autistischer Neigung außen vor. Eine geschickte homöopathische Spinnenpersönlichkeit wird diesen Mangel jedoch kompensieren. Sie wird "normale" Verhaltensweisen scharf beobachten und dann auf ihre Innere Festplatte laden. Im Bedarfsfall kann sie das kopierte fremde Verhalten abspulen und wenigstens für eine kurze Zeit oder eine bestimmte wichtige Situation {Bewerbung} "normal" erscheinen.

Empfindsamkeit

Die Spinnenpersönlichkeit ist vegetativ erregbar, was man als Arzt zu Hahnemanns Zeiten <Neurasthenie> nannte. Daraus entsteht unter anderem eine <Geräuschempfindlichkeit> (aran-ix; tegen-a; ther) mit einem Wunsch nach Häuslichkeit. Damit man sie auch zu Hause lässt, entwickelt sie Schwindel oder Tinnitus (lat-h). Wird sie von zu vielen Eindrücken überwältigt, dann schnellt der Puls hoch - Tachykardie (aran-ix).

Energievampire


Die Spinne in der Natur saugt ihre Beute aus. Das Aussaugen bedeutet psychologisch: Spinnen-Personen nehmen ihre Lieben energetisch aus und benutzen sie für eigene Ziele (lat-m). Feste Nahrung ist unter homöopathischen Spinnen unbeliebt. Sie bevorzugen Smoothies und Suppen. Fleisch, Fleischlichkeit und Sinnlichkeit sind ihr Schatten. Beim Anblick einer Schwangeren fällt Spinnenfrauen möglicherweise das Blut aus dem Gesicht. Spinnenmittel können deshalb bei nervöser Magersucht angezeigt sein, welche die Angst Mutter zu werden zum Inhalt hat.

Berührung


Das Sinnliche liegt Spinnen-Menschen überhaupt nicht. Fleischeslust ist ihnen gar ungeheuerlich, denn bei Berührungen müssten sie ihre Kontrolle aufgeben. Unmittelbar neben einem Menschen zu stehen kann sie sehr erregen, aber sie fürchten sich vor Manipulation oder gar Vereinnahmung. {Sehr amüsant zu sehen, wie sehr das eine Projektion ist!} Zur Abschreckung möglicher interessierter Geschlechtspartner entwickeln sie dann beispielsweise <Warzen> (loxo-r).

Rastlosigkeit


Auffällig ist eine große Lebendigkeit, kombiniert mit einer Erschöpfbarkeit. Sie sind <neugierig> (aran-ix), <wandlungsfähig> (lamp-c) oder gar <gerissen> (tarent). Die Spinnenpersönlichkeit Portia fimbriata ist eine verdammt gute Händlerin. Sie verkauft sogar dem Papst ein Doppelbett. Die Leitarznei Tarentula hispanica ist bekannt für große Unruhe, die sie tanzend entlädt. Andere Spinnenpersonen <wollen alles sofort haben> (lamp-c), sind <rastlos> (aran-ix) oder <exzentrisch> (loxo-r).

Die abgekürzten Arzneien heißen ausgeschrieben: Aranea diadema; Aranea ixobola; Lampona cylindrata; Latrodectus hasseltii; Latrodectus mactans; Loxosceles reclusa; Portia fimbriata; Tarentula hispanica; Tegenaria atrica; Theridion curassavicum


Dienstag, 17. Dezember 2013

Pilzmittel

Die homöopathischen Pilzmittel werden angeführt von Agaricus, dem Fliegenpilz. Was sind die Gemeinsamkeiten der gesamten Mittelgruppe?


Alles ist gigantisch


Hoch hinaus wollen sie, sind aber in ihrem Leichtsinn lausig vorbereitet (agar). Verspeisen enorme Mengen, fahren einen großen Wagen und blähen heiße Luft (bov). Träumen von gigantischen Verwüstungen (sol-t-ae). Bei Pilzen, die zugleich Drogen sind gibt es Allmachtsfantasien (agar) oder Vorstellungen, an verschiedenen Orten gleichzeitig zu sein (psil).

Neugier und Expansion



Pilze kommen überall hin, auch an Füße. Pilz-Persönlichkeiten sind neugierig (clad-r), verschaukeln andere und lachen dreckig (agar). Ihre Quirligkeit reicht von Frohsinn (ust) über Spott (sec) bis zu Gerissenheit (agar). Wir finden ihre Reizbarkeit als Zorn (agar), beißende Raserei (sec) und Lust am Zerstören (sol-t-ae). Das alles somatisiert als Nasenbluten {eher beim Mann} oder als Regelstörung {eher bei der Frau}.



Geistige Zerstreutheit


Es gibt auch den Gegenpol zur Aufgewecktheit: Die Schrift scheint zu verschwimmen (agar); der Patient spricht undeutlich (sec) oder das Gehirn fühlt sich an wie losgelöst (cand-a). Wichtig ist auch das …

Fehlen sozialer Kompetenz


Die negative Seite der Expansion ist Distanzlosigkeit. Sie rücken anderen gedankenlos auf den Leib, weil sie nicht wissen, was man tun darf und was lieber nicht. Sie sind penetrant. Es ist erstaunlich, woher sie die Kraft nehmen, denn …


... sie sind gar nicht richtig hier.


Jan Scholten sagt, dass die meisten Pilz-Persönlichkeitn schwach inkarniert sind. Wir erkennen das in den Rubriken: <Gefühl zu schweben> (cand-a; psil; stict), <seekrank> (sec), <fühlt sich fragmentiert> (clad-r), sowie <schusselig> (agar). Körperlich entspricht der schwache Griff nach dem Leben einer Anfälligkeit für Schnupfen (psil; stict). Das Simile kann helfen, die Erkältungsneigung zu begrenzen.

Die abgekürzten Arzneien heißen ausgeschrieben: Agaricus; Bovist; Candida albicans; Cladonia rangiferina; Psilocybe, Secale, Sticta pulmonaria; Solanum tuberosum aegrotans; Ustilago maydis

Samstag, 14. Dezember 2013

Schlangenmittel


Die homöopathischen Schlangenmittel werden angeführt vom Buschmeister Lachesis. In diesem Artikel geht es um Gemeinsamkeiten dieser Mittelgruppe.


Verführung


Das Ziel der Verführung ist, den Partner in den Bann zu ziehen und von Konkurrenten abzutrennen (cench; elaps; lach). Die Eifersucht hat zwei Aspekte. Geht der Partner, dann verschwindet der Besitz. Außerdem wird der Narzissmus verletzt: „Wie kann er mir toller Frau / großartigem Mann das antun?“ In der Kommunikation spüren diese Schlangen-Persönlichkeiten das Unterschwellige und sie arbeiten mit ihrem Unterkörper – auch in reiner Form als Yoga (naja).

Verfolgung


Das Männerbild kann dunkel sein. Der Mann wird als Einbrecher oder Stalker wahrgenommen (lach). Es gibt Träume, von Männern verfolgt zu werden (cench). Der Glaube, sich nicht wehren zu können, imponiert als Kloß im Hals (crot-c).

Geschwätzigkeit


Haben diese Menschen Angst vor ihrer Begierde, so unterdrücken sie ihren Trieb. Dieser kommt dann in verdrehter Form als Geschwätzigkeit (crot-c; lach) wieder zum Vorschein. Damit einher geht eine verstärkte Fantasie. Es hängt dann vom Niveau ab was dabei heraus kommt: Von großartigem Erzählen von Geschichten bis hinunter zur Verleumdung von Mitmenschen.

Schwierigkeiten mit natürlicher Aggression


Sie geraten leicht in Zorn (crot-h), sind extrem angriffslustig (dendr-pol) oder scheinbar ohne Aggression (cench; naja) - drei Belege, dass sie an ihrem natürlichen Verhältnis zur Wut noch zu arbeiten haben. Einige Typen verlegen ihre Aggression gewissermaßen in die Schleimhäute, als Heuschnupfen (naja) oder obstruktiven Katarrh (cench).


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Silbermünze Lunar II Schlange (Jahrgang 2013) aus eigener Sammlung

Dualismus


Beginnen wir mit einem Vergleich: Der Thuja-Mensch erscheint harmlos, bis sich herausstellt, dass er ein geheimes Zweitleben führt. Das kann auch beim Viper-Menschen so sein. Darüber hinaus empfinden Schlangen eine Zweiteilung, wie in folgender Rubrik: <Glaubt, ihr Körper sei nur zur Hälfte lebendig> (crot-h). 

Adrienne Koleszar auf Instagram ist ein Engel, denn sie ist Polizistin. Mehr unter https://www.instagram.com/adrienne_koleszar/?hl=de


Duale Menschen sind im Widerstreit mit sich selbst. In ihnen wohnen zwei grundverschiedene Charaktere, wie in folgendem Lachesis-Beispiel: Die Dame ist überkontrolliert, speziell in ihrer viktorianischen Verklemmtheit. Unter Einfluss von Alkohol jedoch (passende Rubrik: <Trunksucht>) wird sie distanzlos und verliert jegliche Kontrolle über sich selbst. Davon weiß sie später nichts mehr, ob geflunkert oder tatsächlich. Nimmt man ihr den Alkohol, so muss man ihr andere Möglichkeiten auftun, wie sie ihre Verklemmtheit und ihr künstliches Gehabe zugunsten eines natürlichen Verhaltens überwinden kann.

Die abgekürzten Arzneien heißen ausgeschrieben: Cenchris contortrix; Crotalus cascavella; Crotalus horridus; Dendroaspis polylepis; Elaps corallinus; Naja tripudians

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Meeresmittel


Die homöopathischen Meeresmittel werden angeführt vom überragenden Mittel Calcium carbonicum. Schon kurz dahinter Natrium muriaticum und Sepia. In diesem Artikel geht es um fünf Gemeinsamkeiten der Mittelgruppe.

Der Fisch und die Qualle - Acrylgemälde von Lisa Marquis

Schutz und Sicherheit


Betroffene neigen dazu, aus schlechten Erfahrungen rückzuschließen, sich lieber in ihr „Inneres Schneckenhaus“ zurückzuziehen (nat-m; spong). Sie haben ein großes Schutzbedürfnis, das durch Familie und Freunde abgedeckt wird (calc). Die Familie ist ein großes Thema, auch weil die Lieben zu einer argen Belastung werden können ("Meine Eltern sind ätzend!": sep). Es gibt zudem eine Neigung zur Fettleibigkeit. Zwei Gründe: Je besser zum Beispiel Astacus und Calcium gepolstert sind, umso besser fühlen sie sich geschützt. Der zweite Grund liegt in ihrem …

… schwachen Inkarniertsein.


Das erkennen wir an einer Weggetretenheit. Die Rubriken heißen <Gefühl als ob er in einem Traum sei> (ambr) und <Gefühl zu schweben> (calc). Wer schwebt will sich schwerer machen, damit er nicht vom Wind fortgetragen wird. Also futtert er oder sie sich Gewicht an. Der schwache Griff nach dem Leben spiegelt sich auch in einer Abwehrschwäche mit Kälteempfindlichkeit. Es kommt zu häufigen Erkältungen (bad; cor-r). Manche dieser Patienten sind an 300 von 365 Tagen im Jahr verschnupft. Die Mittelgabe hilft dabei, im Hier und Jetzt stärker zu werden. Stärke? Wo ist eigentlich das archetypisch Männliche?

Die Aggression ist eingeschlossen



Ärger und Wut werden einbehalten. Wo toben sie sich aus? Sie erscheinen als <Nasenbluten> (ambr; cor-r) oder als <Gefühl eines Balls im Inneren> (sep). Auch das archetypisch Weibliche ist blockiert, in Form …

weggedrückter Gefühle.



An ihre Weichheit und ihre Verletzbarkeit wollen sie nicht heran. So erklären sich im Übrigen die Taubheitsgefühle von Ambra und Asterias, genauso wie der Lymphstau bei Badiaga. Diese Menschen machen sich taub für Gefühle. 


Schwierige Beziehungen



Sepia fürchtet sich vor Annäherung und gibt dem Partner beim Sex Anweisungen. Asterias ist hin und hergerissen, ob sie jemanden überhaupt an sich heran lassen kann, während der Spongia-Mensch vollkommen auf die Partnerin angewiesen ist. Zurück zum Gegenpol: Sich von anderen Menschen distanzieren zu müssen, das zeigt der Körper als Husten (bad; cor-r; sep) oder Nesselausschlag (astac): "Bleib mir bloß vom Leib!" heißt es hier unausgesprochen. Die richtige Mittelgabe des Homöopathen macht gelassener in Beziehungen.

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Die abgekürzten Arzneien heißen ausgeschrieben: Ambra, Astacus fluviatilis (Flusskrebs), Badiaga (Süßwasserschwamm), Corallium rubrum (rote Koralle), Spongia (Schwamm)