Mittwoch, 23. Mai 2018

Homöopathie - Die Uranium metallicum-Persönlichkeit


Ich muss gestehen, dass ich bisher das Mittelbild von Uran nicht richtig kannte. Das hat sich mit dem Werk „Arzneimittellehre – Neue homöopathische Arzneien I“ der Autoren Eberle / Ritzer geändert. Es ist eines der besten homöopathischen Bücher, das ich in letzter Zeit studiert habe. Alle Rubriken aus diesem Buch sind in diesem Artikel mit einem Plus gekennzeichnet, sowie mit der Seitenangabe. Ich bitte um Verständnis, dass ich das Mittelbild nicht vollständig bespreche, da ich das Copyright der Autoren respektieren muss. Beginnen wir mit den ersten Prüfungsergebnissen:

+ Furcht vor plötzlichem Herztod _ S. 33
+ […] Macht und […] Autorität _ S. 60
+ Bedürfnis nach Gesehenwerden _ S. 60
+ Furcht vor dem Diebstahl geistigen Eigentums _ S. 60
+ Eifersüchtige Konkurrenz _ S. 60
+ Gefühl sie schafft es nicht _ S. 61

In den Symptomen zeigt sich Urvater Uranos in seiner schöpferischen, egozentrischen Kraft. Wie für Homöopathie typisch, erlebten Prüfer auch den Gegenpol der Machtlosigkeit (einer Löwe-Sonne), mit fehlendem Können und der Furcht, die erschaffene Frucht könne von Widersachern gestohlen werden.


+ Wacht auf mit Stirnkopfschmerz _ S. 77
+ Stirnhöhlen beidseits druckschmerzhaft _ S. 77
+ Bei den Prüfern zeigte sich teilweise [...] ein "Packen-wir's-an-Gefühl" und eine Aufbruchstimmung die notwendigen Dinge des Lebens [...] in Angriff zu nehmen und zu gestalten, bis hin zu einer Starrheit und Unbeirrbarkeit des Willens _ S. 58

Die Stirn ist so lange schmerzhaft als der Aufbruchimpuls nicht in die Tat umgesetzt wird. Während der Inaktivität bleibt der Impuls im System stecken und schlägt als Stirnkopfschmerz durch. Der Schmerz ist ebenfalls erklärbar durch den starren Willen, wenn etwas unbedingt durchgezogen werden muss. Die Körperintelligenz warnt vor Überbeanspruchung (Widder-Mond). Beleg dafür ist dieses Prüfungsergebnis:

+ Fühlt sich im Beruf überfordert; ihr droht der Verlust des Überblicks _ S. 59

Schmerzen des Stirnbereichs treten auch dann auf wenn der Betroffene sich einer unüberwindbaren Gegnerin ausgesetzt sieht. Hierzu die passenden Symptome:

+ Krieg der Geschlechter _ S. 67
+ Insuffiziente Männer _ S. 32
+ Mangelnde sexuelle Energie _ S. 32


Wir kommen zu einem bedeutenden Verdauungssymptom:

+ Verlangen nach Ordnung _ S. 65
+ Verlangen nach Sauberkeit; will endlich keinen Staub mehr _ S. 65
+ Massiv stinkende Blähungen _ S. 31

Der Wunsch, den Staub endlich loszuwerden ist absurd und daher nicht erfüllbar. Es ist ein Fokus auf dem "schmutzigen Mikrokosmos" - ein Wunsch, der im Extremfall lebensfeindlich wird (Mond im 6. Haus). Ordnung- und Sauberkeit streben eine unbefleckte, übersichtliche Umwelt an. Diese geistige Haltung finden wir in einem Verdauungssystem wieder, das sich durch die Vielfalt der Nahrung überfordert fühlt, die Verdauung teilweise verweigert und so <massiv stinkende Blähungen> produziert.


+ Entwurzelung _ S. 19
+ Beine wolkig leicht _ S. 31
+ Kein Platz in der Welt _ S. 19
+ Verlangen ein Haus zu bauen _ S. 63

Die <wolkig leichten Beine> zeigen einen Mangel an Standfestigkeit (Neptun im 4. Haus). Diesem sehr geistigen Menschen (Bezug zur Höhe) fehlt das Nest (Bezug zum Urgrund), auf welchem er endlich Wurzeln schlagen kann.


+ Sicherheitsbedürfnis in finanziellen Angelegenheiten _ S. 30
+ Perfektionistischer Zwang - Durchhalten _ S. 31
+ Gefühl der Hals ist zu dünn für den riesigen Kopf _ S. 31
+ Abneigung gegen körperlichen Kontakt [...] _ S. 67

Der sinnliche und materielle Teil des Lebens (Stier) macht Probleme. Die vorgenannten Symptome sind ein Hinweis auf innere Zweifel ob der Aufbau einer soliden Existenz gelingen könne. Will man das Symptom <dünner Hals> auf eine einzige Angst reduzieren, so könnte man sagen: Betroffene haben Angst ihr Leben könne nicht tragfähig sein. Diese Unsicherheit nagt in ihnen. Die Lösung sieht schließlich so aus:

+ Verlangen ein Haus zu bauen _ S. 63


+ Heftige Vorwürfe und Streit mit Ehepartner _ S. 31
+ Aufsteigender massiver Hautausschlag von den Waden zum Thorax _ S. 32

Das gewaltige Exanthem zeigt wie sehr der Ehekrieg unter die Haut geht. Seine Grenze zur Partnerin ist in heller Aufregung. Eine Niederlage, welche sie ihm beibringt, ist für ihn ein schmachvoller Gesichtsverlust, den es unter allen Umständen zu verhindern gilt. Der Streit mit der "Besseren Hälfte" ist auch deshalb so schmerzhaft, weil er - und das erinnert mich an Natrium - die Partnerin nur bruchstückhaft versteht. Einen Teil seiner heftigen Vorwürfe könnte er sich schenken, wüsste er nur was in ihr wirklich vorgeht (Chiron im 7. Haus). Als Versteher wäre er in der Lage, sie mit ihren eigenen Waffen zu besiegen. Im vorliegenden Falle kann er noch nicht einmal ihre Schwächen nutzen, da er mit dem Verteidigen seines Stolzes voll und ganz beschäftigt ist.


Zum Schluss etwas Werbung: Weitere Infos zu Homöopathie, Astrologie und Karma erhalten Sie aus meinen Büchern. Hier einige Veröffentlichungen:



Freitag, 18. Mai 2018

Chionanthus virginica für Dünnhäutige


Es handelt sich um die Giftesche, einen Baum. In diesem Blogartikel wollen wir der innerseelischen Polarität zwischen Dickhäutigkeit und Dünnhäutigkeit nachspüren und drei Einträge aus Murphys Klinische Materia Medica, Seite 571 ff., anschauen:

+ Augäpfel wie wund und zerschlagen
+ Wundes, zerschlagenes Gefühl am unteren Rücken
+ Neurastheniker

Aus der höheren Ebene betrachtet erkennen wir, dass es an Hülle fehlt, worunter das empfindsame Innere versteckt werden könnte. Das zerschlagene Gefühl drückt aus: "Die grausame Welt da draußen schlägt mich, einen Menschen, der eh schon furchtbar leidet, weil er sich nicht wehren kann!" In diesem Selbstmitleid kommt sehr schön der entwürdigte Löwe-Aszendent zum Vorschein. Der Patient ist ein König ohne Königreich - wie Aragorn in "Der Herr der Ringe."

Wir erkennen also ein Schutzbedürfnis und daraus folgend den Wunsch nach Zurückgezogenheit. Sie sind unterschätzte typische Merkmale vieler homöopathischer Baum-Persönlichkeiten: 1. Abies nigra (Schwarzfichte) ist ein Mensch, der sehr viel Geborgenheit bräuchte, aber er verbirgt dieses Bedürfnis. 2. Der Manschia-Patient (Mancinella) leidet unter Kälte. Es ist die "Kälte da draußen." 3. Taxus brevifolia (Pazifische Eibe) passt auf Menschen, die sich fürchten etwas zu unternehmen. Sie wollen nicht raus, denn "die Welt ist gefährlich." Astrologie? Mond im 4. Haus.
Baum-Persönlichkeiten leben zwischen den Polen der unbeeindruckten Dickhäutigkeit auf der einen Seite ... und dem Gefühl schutzlos ausgeliefert zu sein auf der anderen. 

Daraus können wir nun die gesunde Baum-Persönlichkeit rückschließen: Sie hat einen Filter, der alle unwichtigen und nachrangigen Umwelteindrücke fernhält, aber dennoch auf alles Wichtige einigermaßen zeitnah reagieren kann, ohne dabei Angst um sein Inneres zu bekommen.

Zum Schluss noch zur Frage, was eigentlich Neurasthenie ist: Ärzte vor 200 Jahren nannten sehr empfindsame Menschen <Neurastheniker>. Aus meiner Kindheit kenne ich die Beschreibung <vegetativ dysreguliert>. Sie gilt bis heute unter Schulmedizinern. Moderne Autoren, auch Esoteriker, greifen mehr und mehr zum Etikett <hochsensibel>.


Zum Schluss Werbung in eigener Sache. Die zweite Auflage unseres Buches „Karma und Gesundheit“ ist im März 2018 erschienen. In diesem Buch spreche ich über eine Reihe von Krankheiten und ihre karmischen Wurzeln. Vorher gibt es eine Einführung in die Astrologie und die Astromedizin. Hier das schöne Cover (Bildquelle Amazon):



Mittwoch, 16. Mai 2018

Karma und Gesundheit zweite Auflage ist erschienen

Liebe Leser, die zweite Auflage meines Buches Karma und Gesundheit ist da. Herr Henkler vom Verlag Zeitenwende brachte sie im März heraus. Ich freue mich über ein schönes Cover und weitere Jahre mit diesem Werk. In diesem Blogartikel finden Sie die Verlagswerbung und ich werde nach und nach einige kleine Zitate abdrucken.

Hier zunächst die Verlagsinfos. Darunter das Cover unseres Arnica-Buches, das einige Jahr später heraus kam. Dazu an anderer Stelle mehr ...




Bildquelle für die obige Buchankündigung ist ...




"Karma und Gesundheit" ist bei Amazon erhältlich.

Dienstag, 15. Mai 2018

Natrium silicicum und Natrium sulphuricum


Wir Menschen sind stolz auf die Errungenschaften unserer Zivilisation. Nur zu gerne übersehen wir deren teils katastrophale Schattenseiten. Dazu gehören kranke natrische Charaktere. Damit meine ich die Pathologie des homöopathischen Natrium-Charakters, samt seiner Salze. Diese sind - wie Lycopodium - sehr verbreitet; in den USA überwiegend in der bürgerlichen Mittelschicht. (Darüber gibt es eine bitterböse Satire, verfilmt als American Beauty.) Eine weitere therapiebedürftige Seite unserer Zivilisation ist der Narzissmus. Wir wollen uns zu beiden Themen - nämlich Gefühlsverbiegung und Selbstergriffenheit - zwei Natriumsalze anschauen:

Die Arzneipersönlichkeit ‚Natriumsilikat’ enthält die Verletzlichkeit von Natrium und den Feinsinn von Silicea [
Jungfrau-Sonne1), Merkur in 61), Jungfrau-Venus1), Jungfrau-Aszendent1)]. Es sind kontaktscheue Menschen. Ihre Furcht vor (sexuellen) Begegnungen kommt als Schleimhautentzündung der Nase mit übel riechenden Sekreten zum Ausdruck. Sie können andere nur dann riechen wenn diese in ihren adrett eingerichteten keimfreien Mikrokosmos passen [Jungfrau-Venus1); Saturn im 7. Haus1)]. Die schwachen Fußgelenke mit kalten Füßen weisen auf eine schlechte Erdung hin [Fische-Sonne1)], die Trockenheit von Mund und Hals auf eine zurückgedrängte Gefühlswelt, die ihnen als zu ergreifend erscheint [Mond Quadrat Saturn1)]. Natrium silicicum sind filigrane Träumer. Gern halten sie sich in einer Zauberwelt auf, die arm an tiefen Gefühlen [Mond Quadrat Saturn1)] aber reich an Kitsch ist [Mond Konjunktion Neptun1)]. 

1) Astrologisches Merkmal, das in den Horoskopen von Patienten mit Schleimhautentzündungen der oberen Luftwege gehäuft vorkommt






Natriumsulphat verbindet das natrische Haften an der Vergangenheit [
Sonne im 4. Haus3); Mond im 4. Haus3)] mit dem Feuer von Sulphur [Venus im Schützen4)]. Das Ergebnis ist zelebrierter Kummer und großes Drama, das in Gedanken an Selbsttötung durch Erschießen den egoistischen Höhepunkt findet. Die zentrale Emotion ist Ergriffenheit, die als Spasmus eines Asthmas ins Körperliche stürzt. Die Patientin sitzt am Kirchenfenster in weichem Licht während der Organist alle Register (fremder Emotionen) zieht [Löwe-Sonne2), Löwe-Mond4), Mond im 5. Haus2); Venus im 5. Haus2),4); Löwe-Mars1) und Löwe-Aszendent4)]. Die besondere Nähe zur Kirche ist ein innerer Halt gegen das Böse [Saturn im 8. Haus4)].

2) Astrologisches Merkmal, bei Asthmatikern gehäuft anzutreffen
3) Astrologisches Merkmal, in den Horoskopen von Blinden gehäuft anzutreffen
4) Astrologisches Merkmal, oft in den Horoskopen von Migränikern anzutreffen


Werbung in eigener Sache für eines meiner Bücher:




Donnerstag, 10. Mai 2018

RELOAD Mein eBook Liebe oder Übergriff?


2015 erschien mein eBook »Liebe oder Übergriff«, was ich in diesem Blogartikel vorstellen möchte.

Das Buch

Dieses eBook zeigt das Thema Co-Abhängigkeit in Beziehungen gemäß einer neuen Definition aus den USA. Es ist für Anfänger gedacht und daher populärwissenschaftlich geschrieben. Es handelt von Übergriffen im menschlichen Miteinander. In verschiedenen Rollen erscheinen z. B. als Machtgreifer, Kletten, Ich-lose Helfer oder phlegmatische Träumer. »Liebe oder Übergriff« arbeitet in 15 Spielszenen heraus, in welchen manchmal engelhaften Masken die verschiedenen Verstrickungen im Alltag daher kommen und wie wir in ihnen festsitzen. Es soll Mut machen, sich aus Verstrickungen heraus auf die eigenen Beine zu stellen […].

Teil I: Einführung

Der Begriff Co-Abhängigkeit

Der von Anne Wilson Schaef erweiterte Begriff der Co-Abhängigkeit wurde im deutschsprachigen Raum bisher nicht angenommen. Doch gelangte bei uns in den 80er-Jahren eine Person ins öffentliche Bewusstsein mit einer aufsehenerregenden und bald populär werdenden Therapie: Bert Hellinger, ein ehemaliger Priester und Schulleiter in Südafrika.

Sein Familienstellen macht den Versuch menschliche Verstrickungen in der Familie zu erkennen und aufzulösen. Dazu begeben sich viele Betroffene in ebenso erhellende wie aufreibende Rollenspiele. Also kein träger Seelenstriptease mehr auf der Therapeutencouch, sondern endlich Aktion!

Hellinger setzt der Abhängigkeit eine Ordnung entgegen, eine "Ordnung der Liebe" in sauberen Abgrenzungen von Kompetenzen. Er forderte unter anderem, dass Kinder nicht in die Rollen von Erwachsenen gedrängt werden dürfen, indem sie zum Ersatzpartner gemacht werden. Sein Ziel war und ist eine klare Rollenverteilung.

Nun zur Definition des Begriffes nach Anne Wilson Schaef:

„Der Co-Abhängige weiß nicht, wo er aufhört und wo der andere anfängt.“ (Seite 57 in "Co-Abhängigkeit: Die Sucht hinter der Sucht" - Heyne Verlag)


Co-Abhängigkeit ist ein Zustand, der uns von uns selbst wegführt und auf andere Menschen fixiert. Die Fixierung ist eine trügerische Sicherheit, denn wir sind nur scheinbar aufgehoben. Wir zahlen den Preis, dass wir zum Spielball anderer werden. Das Verhalten führt außerdem dazu, dass wir zu unseren eigenen Ängsten auch noch die anderer Menschen miterleiden. So werden wir noch manipulierbarer.

Es gibt Zuhörer, die Beichtväter sind ohne Geistliche zu sein. Sie leben als seelische Mülleimer mit dem, was andere Menschen ihnen dagelassen haben. Sie hören als „nette Nachbarn“ zu, weil sie sich nicht lösen, nicht verabschieden können. Diese Personen sind co-abhängig, denn sie haben überhaupt keine Grenzen mehr, sind ausgeliefert. Für den bei ihnen abgeladenen Seelenmüll erhalten sie oft noch nicht einmal ein Dankeschön. Wer wie sie keine Grenzen hat, mischt sich vielleicht auch in die Angelegenheiten anderer ein oder lässt es zu, dass über seinen Kopf hinweg Einmischung möglich ist.

In der nächsten Spielszene wird der Partner als Stütze gesehen [...]: Eine emotionale Bindung ist vorhanden und sie wird vom Vater, vielleicht aber auch vom Kind sehr gewünscht:

Spielszene 3: Nico besucht die zweite Grundschulklasse. Sein Vater arbeitet in der Nähe der Schule und deshalb bringt er seinen Sohn jeden Tag bis in den Klassenraum. Einer Lehrerin fällt das natürlich auf. Sie spricht später mit ihm. In klarem, aber auch verständnisvollem Ton.

Wir beobachten in dieser Szene die Tatsache, dass das Kind nicht am Parkplatz abgeliefert, sondern bis in den Klassenraum gebracht wird. Es braucht keine Hilfe mehr, denn es findet von selbst in die Klasse. Was hat die Lehrerin dem Vater wohl erklärt? Dass die Schule ein Erlebnis- und Lernraum für Kinder ist, in welchem sie lernen sollen, sich zurecht zu finden, um eigenständig zu werden. Deshalb sind Eltern, außer an Sprechtagen, in der Schule unerwünscht. Wir wollen die Motive des väterlichen Handelns erforschen.

Ist der Vater überfürsorglich, weil er ohne das Kind allein ist? Ist das Kind vielleicht sein einziger vertrauter Ansprechpartner als allein erziehender Vater? Es wäre wichtig, dass er sich öffnet, zum Beispiel für eine neue Partnerin. Diese Partnerin könnte helfen, die väterliche Beziehung zum Kind zu normalisieren.

Ist er abhängig vom Kind, weil er es zu sehr liebt? Ist eine zu große Nähe sein typisches Muster?

Wie wird er auf Kritik an seinem Verhalten reagieren? Wahrscheinlich bringt er die Ausrede vor, er habe Angst um sein Kind: „Sie wissen doch, es passiert so viel!“ Die Strecke von 20 Metern vom Parkplatz bis zur Schule ist aber sicher.

Könnte es sein, dass der Vater unbewusst sein Kind lebensunfähig halten will, damit es ihn nicht verlässt, wenn es erwachsen ist? Das wäre eine ungesunde Liebe.


Teil III: Co-Abhängigkeit unter Völkern

Die israelisch-palästinensischen Verstrickungen

„Wir Palästinenser sind von der
menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen gewesen,
weil wir von unseren Gegnern
etikettiert, stereotypisiert und beschrieben wurden
statt von uns selbst.“
~ Frau Hanan Aschrawi


Frau Aschrawi ist das »menschliche Gesicht« der PLO, zuständig für Kultur und Information. (Die PLO regiert im Westjordanland.) - zitiert nach »Tuvia Tenenbom: Allein unter Juden«, Seite 77 - Suhrkamp Verlag 2014

Das Gold, das co-abhängige Völker gewinnen können, ist die Selbstbeschreibung – als Folge einer Selbsterkenntnis. Über dem Orakel von Delphi steht: „Erkennt Euch selbst!“ Dieser Klärungsprozess ist schmerzhaft, denn er verlangt neben dem Ausräumen falscher Anschuldigungen das Anschauen unschöner eigener Verhaltensweisen. Der Prozess verlangt …

▪ ein ehrliches Hinabschauen auf sich selbst,
▪ eine schonungslose Aufarbeitung der eigenen Geschichte, sowie
▪ das Zulassen kritischer Vordenker.