Freitag, 18. Mai 2018

Chionanthus virginica für Dünnhäutige


Es handelt sich um die Giftesche, einen Baum. In diesem Blogartikel wollen wir der innerseelischen Polarität zwischen Dickhäutigkeit und Dünnhäutigkeit nachspüren und drei Einträge aus Murphys Klinische Materia Medica, Seite 571 ff., anschauen:

+ Augäpfel wie wund und zerschlagen
+ Wundes, zerschlagenes Gefühl am unteren Rücken
+ Neurastheniker

Aus der höheren Ebene betrachtet erkennen wir, dass es an Hülle fehlt, worunter das empfindsame Innere versteckt werden könnte. Das zerschlagene Gefühl drückt aus: "Die grausame Welt da draußen schlägt mich, einen Menschen, der eh schon furchtbar leidet, weil er sich nicht wehren kann!" In diesem Selbstmitleid kommt sehr schön der entwürdigte Löwe-Aszendent zum Vorschein. Der Patient ist ein König ohne Königreich - wie Aragorn in "Der Herr der Ringe."

Wir erkennen also ein Schutzbedürfnis und daraus folgend den Wunsch nach Zurückgezogenheit. Sie sind unterschätzte typische Merkmale vieler homöopathischer Baum-Persönlichkeiten: 1. Abies nigra (Schwarzfichte) ist ein Mensch, der sehr viel Geborgenheit bräuchte, aber er verbirgt dieses Bedürfnis. 2. Der Manschia-Patient (Mancinella) leidet unter Kälte. Es ist die "Kälte da draußen." 3. Taxus brevifolia (Pazifische Eibe) passt auf Menschen, die sich fürchten etwas zu unternehmen. Sie wollen nicht raus, denn "die Welt ist gefährlich." Astrologie? Mond im 4. Haus.
Baum-Persönlichkeiten leben zwischen den Polen der unbeeindruckten Dickhäutigkeit auf der einen Seite ... und dem Gefühl schutzlos ausgeliefert zu sein auf der anderen. 

Daraus können wir nun die gesunde Baum-Persönlichkeit rückschließen: Sie hat einen Filter, der alle unwichtigen und nachrangigen Umwelteindrücke fernhält, aber dennoch auf alles Wichtige einigermaßen zeitnah reagieren kann, ohne dabei Angst um sein Inneres zu bekommen.

Zum Schluss noch zur Frage, was eigentlich Neurasthenie ist: Ärzte vor 200 Jahren nannten sehr empfindsame Menschen <Neurastheniker>. Aus meiner Kindheit kenne ich die Beschreibung <vegetativ dysreguliert>. Sie gilt bis heute unter Schulmedizinern. Moderne Autoren, auch Esoteriker, greifen mehr und mehr zum Etikett <hochsensibel>.


Zum Schluss Werbung in eigener Sache. Die zweite Auflage unseres Buches „Karma und Gesundheit“ ist im März 2018 erschienen. In diesem Buch spreche ich über eine Reihe von Krankheiten und ihre karmischen Wurzeln. Vorher gibt es eine Einführung in die Astrologie und die Astromedizin. Hier das schöne Cover (Bildquelle Amazon):



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