Dienstag, 10. Oktober 2017

Homöopathie - Myrica cerifera

Das homöopathische Mittel Myrica cerifera ist die Wachsmyrthe - eine Pflanze und ein kleines Mittel. Kleine Mittel psychodynamisch darzustellen ist eine Herausforderung, da bei den meisten kaum Geist- und Gemütssymptome erforscht sind. In diesem Blogartikel zeige ich Ihnen wie sie an Hand körperlicher Symptome die Seele erkennen.

Auffällig ist hier die Kombination von Herzleiden [<schwacher, unregelmäßiger Puls1)] mit einer Hepatose – also Lebergeschichten – ohne Entzündungsparameter. Suchen wir also nach gemeinsamen Themen von Herz und Leber. Die gemeinsame astrologische Teilmenge von Herz und Leber ist das Zeichen Löwe – ein Feuerzeichen. Das sind warmherzige, vitale Menschen, die strahlen und deshalb viel zu geben in der Lage sind, ... doch beim kranken Myrica-Menschen ist der Puls langsam. Wir notieren somit das erste löwetypische Dekompensationssymptom: <Erloschenes inneres Feuer>. 

Aus Murphys Klinischer Materia Medica sammeln wir weiter:

<Ikterus [...], verzagt, entmutigt, reizbar, gleichgültig>2)


In der Dekompensation ist von der Leidenschaft goldener Zeiten, mit seinem Kampfesmut und dem königlichen Gefühl nur noch die Reizbarkeit übrig geblieben. Das Ehrgefühl ist beschädigt und der Kampf darum wurde aufgegeben. Der Ikterus zeigt die angestaute Wut (auf das Leben): "Ich habe verloren."

Was ist passiert? Um das herauszufinden wenden wir uns einem Leitsymptom dieses Mittels zu: Es sind Fäulnisprozesse im Verdauungstrakt, die zu ständigem Blähungsabgang beim Gehen führen. Die Rubriken heißen <übelriechende Sekretion von Schleim im Hals>3) und <faulige Stühle>4).

„Schulmedizinisch gesehen sind Fäulnisprozesse im Verdauungstrakt meist ein Absinken der gesunden Bakterien, die sonst die krankmachenden in Schach halten. Fäulnis entsteht wenn Ausscheidungen zu lange liegenbleiben, nicht richtig aufgespalten werden, da zu wenige "gute" Bakterien vorhanden sind. Dabei entstehen auch Gase. Es ist also letztendlich eine Frage des Milieus!“ ~ Barbara Lohmann, Heilpraktikerin

Was drückt die Seele aus? Da will jemand nicht hinschauen was er verdauen muss. Es gibt etwas, das für ihn so schlimm ist, dass es zum Himmel stinkt.

Gerade fiel ein Schlüsselbegriff, der uns zur Lösung führt und damit auch zur Astrologie: „Nicht hinschauen wollen.“

„Wegschauen und etwas verstecken wollen sind sykotische Themen. Hauptmittel der Sykose ist Thuja und bei den Nosoden ist es Medorrhinum.“ ~ Barbara Lohmann, HP in Penzberg/Oberbayern

Myrica ist also gewissermaßen eine kleine Schwester von Thuja. Die Sykose entspricht mit dem Thema der schonungslosen Selbstentlarvung dem 8. Haus und dem Skorpion. Im Bedürfnis etwas Schändliches oder Traumatisches wegschließen zu wollen, erkennen wir auch das astrologische Schmuddelkind Pluto.

Pluto bedeutet die Auseinandersetzung mit der Macht. Damit wissen wir was mit dem eingangs beschriebenen Selbstwertgefühl passiert ist. Ein Machtkampf wurde verloren, vielleicht gegen einen charismatischen oder übermächtigen Gegner. Gestaute Wut blieb zurück, die sich klassisch als Hepatose zeigt. Die Chinesen sagen: „Die Leber ist der Sitz der Wut.“ Der kranke Myrica-Mensch ist zerbrochen. Er kann in großer Schmach nur noch vor sich hinfurzen.

Wenn ich die Astrologie und Psychodynamik eines Mittels erforsche, dann arbeite ich mit Bestätigungen meiner Thesen und diese reiche ich hiermit nach. Ein weiteres Leitsymptom lautet:

<Dumpfer, schwerer Schmerz in Schläfen und Stirn>; <dumpfer Schmerz in der Leber.> 5)


Dumpfe Schmerzen sind nicht nur schwer zu lokalisieren, sondern auch tief lokalisiert. Damit sind es plutonische Schmerzen. Zusammengefasst haben wir mit Myrica ein feines sykotisches Mittel für den plutonischen Löwe-Patienten, dem geholfen ist wenn er durch aufbauende Gespräche sein Königreich zurückbekommt, mitsamt seiner Selbstachtung und seinem Mut.

Anmerkungen:

1) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1391
2) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1390
3) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1390
4) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1391
5) Murphys Klinische Materia Medica, S. 1390 f.


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