Freitag, 27. November 2015

Homöopathie - Die Tilia europaea Persönlichkeit

Die europäische Linde ist ein kaum erforschtes Mittel. Wir wollen die wenigen bekannten Rubriken anschauen um uns der Arzneipersönlichkeit zu nähern.

Steigen wir ein ins Mittelbild mit einer sehr eigentümlichen Rubrik: Es ist das <Gefühl von etwas Lebendigem unter der Gesichtshaut> (Murphys Klinische Materia Medica, S. 2072, wie auch alle folgenden Zitate, plus folgende Seite). Diese Empfindung ist leicht zu deuten: 

Etwas Animalisches will durchbrechen, aber es wird von Hemmungsmechanismen des Betroffenen zurückgehalten. 


Zurückhaltung ist ein Merkmal vieler homöopathischer Baumarzneien und sie entspricht in der Astrologie, nach meiner Erfahrung, dem Zeichen Steinbock.


Bleiben wir bei der Unterwelt und schauen uns den Unterkörper an. Das ganze Thema ist für Baum-Persönlichkeiten hochnotpeinlich. Wir finden Tilia europaea in der Rubrik <liebeskrank> und diese Verzweiflung wird ersatzweise im Körper ausgelebt als <Nesselsucht> mit <Wundheit und Rötung der äußeren Genitalien>. Tilia ist eine bedürftige Persönlichkeit, die dazu neigt zu klammern. Natürlich ist es ein Hunger nach Liebe.

Die Arznei wird auch bei <Nasenbluten> und <Neuralgie> verschrieben. Beide Beschwerden sind ein Hinweis darauf, dass die Aggression nicht integriert werden kann. Der Körper muss diesen Verlust ausbaden, als aufplatzendes Gefäß bzw. Nervenbeschwerde.

Die Nesselsucht gibt einen weiteren Charakterzug dieser Menschen preis: Sie leben in einer kleinen Welt, in welcher sie zu ihrer Sicherheit alles kontrollieren wollen. Alles Unvorhergesehene würde sie aus der Bahn werfen. Menschen, die in einer kleinen Welt leben sind per se ängstlich. Sie suchen nach Halt, was typisch ist für Baum-Persönlichkeiten in der Homöopathie.

Ein weiteres Symptom ist der <geräuschvolle Blähungsabgang>. Ich habe nichts über die Ursache gelesen, vermute aber eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, das heißt der Darm reagiert empfindlich auf bestimmte Speisen. Hochsensibilität ist ebenfalls ein Baum-Merkmal. Woher kommt wohl die starke Rinde? Sie soll das verletzbare Innere schützen! Das können wir sehr schön auf die betroffenen Menschen übertragen. Sie umgeben sich mit einer harten Schale, verlangen Härte von sich selbst, Karriere und so fort.

Im dekompensierten Zustand bricht die harte Schale auseinander. Der Patient ist an seiner Weinerlichkeit zu erkennen. Er <jammert, klagt und heult> (Zandvoorts Complete Repertory Mind, S. 319).


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